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Adler-Keeper Dennis Endras ist im Nationalteam ein sicherer Rückhalt © getty

Mannheim steht im Playoff-Viertelfinale gegen Außenseiter Wolfsburg mit dem Rücken zur Wand. Dem Favoriten fehlen die Ideen..

München/Mannheim - Die Ratlosigkeit im Gesicht von Stürmerstar Yanick Lehoux passte perfekt zum ideenlosen Spiel der Adler Mannheim.

"Ich habe keine Lösung parat", sagte der zweitbeste Hauptrunden-Scorer nach der bitteren 0:1-Heimniederlage im Play-off-Viertelfinale gegen den EHC Wolfsburg. (DATENCENTER: Die Saison 2012/13)

Die eklatante Abschlussschwäche bringt den großen Meisterschaftsfavoriten mehr und mehr in die Bredouille. Beim Playoff-Stand von 1:2 steht der Hauptrundengewinner im vierten Viertelfinal-Duell am Dienstag (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) in Wolfsburg bereits mit dem Rücken zur Wand.

Wolfsburg fehlen zwei Siege zur Sensation

Dem krassen Außenseiter EHC fehlen in der Serie "best of seven" nur noch zwei Siege zur Sensation. "Wir sind zwar unter Zugzwang, können mit der Situation aber umgehen", behauptete Nationalspieler Frank Mauer.

Davon war im dritten Viertelfinalspiel allerdings nicht viel zu sehen. Gegen die leidenschaftlich kämpfende und tief verteidigende Wolfsburger Mannschaft fiel den Kurpfälzern nur wenig Kreatives ein.

Der psychische Vorteil vom Sieg im Mitternachtskrimi am Freitag, als die Adler im fünftlängsten Spiel in der DEL-Geschichte (105 Minuten und 54 Sekunden) zum 1:1 ausgeglichen hatten, wurde leichtfertig verspielt.

"Waren viel zu hektisch"

"Wir waren zu hektisch, vor allem im Powerplay. Die Pässe sind nicht angekommen", kritisierte Adler-Trainer Harold Kreis.

Das Überzahlspiel, in der ersten Saisonphase noch ein großes Plus der Mannheimer, ist momentan eher ein Nachteil. "Bei Fünf gegen Fünf sind wir besser, aber auch da treffen wir das Tor nicht", sagte Lehoux fast schon resignierend.

Der Kanadier, in den Play-offs noch ohne Scorerpunkt, steckt wie andere Mannheimer Leistungsträger im Formtief. "Die Big Boys egalisieren sich oft im Kampf mit den Wolfsburgern", bemängelte Kreis.

Ärger über Wechselfehler

Geärgert habe er sich aber vor allem über den Wechselfehler vor dem entscheidenden Gegentreffer durch den Wolfsburger Benedikt Schopper (51.).

Yannic Seidenberg passte die Scheibe auf Craig MacDonald, der jedoch schon auf dem Weg zur Bande war. Schopper nutzte den Fehler eiskalt aus.

Nach dem "Lucky Punch" verzichteten die Wolfsburger auf großspurige Kampfansagen. "Wir sind froh, dass wir zwei Tage länger in der Serie bleiben dürfen", sagte Trainer Pavel Gross.

Er sah aber auch Anlass für Kritik an seiner Mannschaft: "Wir haben die eine oder andere Strafe zu viel genommen, müssen cleverer mit dem Stock umgehen."

Auch am Mittwoch dürfte der Hauptrunden-Zehnte den Favoriten in eine Abwehrschlacht verwickeln. "Teilweise hast du da als Stürmer nur noch Orange gesehen", sagte Adler-Profi Mauer.

Personalspekulationen sorgen für Unruhe

Trotz des sportlichen Erfolgs gibt es beim EHC Unruhe. Es tauchten Gerüchte auf, wonach Gross und Manager Charly Fliegauf bei den Nürnberg Ice Tigers im Gespräch sind. Dort sind die Posten des Trainers und des Sportdirektors vakant.

Allerdings haben sowohl Gross als auch Fliegauf erst kürzlich ihre Verträge in Wolfsburg verlängert.