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Die Konkurrenz fliegt Bouchard (l.) und seinen Adlern Mannheim davon © getty

Hannover und Berlin liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Adler Mannheim haben sich aus dem Kampf um Platz eins verabschiedet.

München - Der Vorsprung schmilzt, die Spannung wächst: Zwei Wochen vor dem Hauptrundenschluss spitzt sich der Zweikampf in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwischen Tabellenführer Hannover Scorpions und Meister Eisbären Berlin zu.

Die Niedersachsen verspielten bei der 5:8-Heimpleite gegen die Kölner Haie (Abreibung für den Tabellenführer) die große Chance auf eine Vorentscheidung, der Titelverteidiger rückte stattdessen durch seinen 5:3-Sieg beim ERC Ingolstadt bis auf zwei Punkte heran.

"Wir haben gedacht, wir könnten die Haie aus der Halle schießen", meinte Ex-Bundestrainer Hans Zach angesichts der ersten Heimniederlage der Scorpions nach 60 Minuten seit dem 30. November (2:3 gegen Adler Mannheim).

Neuer DEL-Rekord

Vor allem die Einstellung seiner Spieler kritisierte der ehemalige Haie-Coach: "Das Wichtigste im Eishockey ist eben die Defensivarbeit. Wir haben nicht diszipliniert genug gespielt."

Zumindest Sascha Goc durfte sich freuen. Der Ex-Nationalspieler erzielte zum zwischenzeitlichen 1:1 sein 23. Saisontor und stellte damit einen DEL-Rekord für Verteidiger auf.

Entscheidung im Spitzenduell

Dank des überraschenden Ausrutschers des Spitzenreiters läuft alles auf ein Vorrundenfinale am kommenden Samstag (ab 16.00 Uhr) hinaus.

Wenn Hannover und Berlin im direkten Duell aufeinandertreffen, dürfte die Entscheidung über den Vorrundensieg und die beste Ausgangsposition für die Playoffs fallen.

Dann wird auch die Arena der Scorpions erstmals seit viereinhalb Jahren wieder ausverkauft sein.

Gegen Köln fehlten nur knapp 200 Fans, um alle 10.211 Plätze in der ehemaligen Expo-Halle zu füllen.

Schöner Nebeneffekt

Im Zweikampf zwischen Skorpionen und Eisbären geht es auch um die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions Hockey League (CHL).

Der Erste der Hauptrunde nimmt vom 11. bis 13. September an einem Dreier-Turnier mit zwei Meistern der schwächeren europäischen Ligen teil.

Über diesen Umweg und die zweite Runde am 23. und 30. September könnte der DEL-Vorrundenprimus die lukrative Gruppenphase der CHL erreichen, für die der deutsche Meister direkt qualifiziert ist.

"Trainer raus!"

Aus dem Rennen um Platz eins hat sich indes DEL-Rekordmeister Adler Mannheim endgültig verabschiedet. Nach dem 1:4 gegen die Nürnberg Ice Tigers, der fünften Heimpleite in den vergangenen sechs Spielen, hatten die Fans ihren Sündenbock gefunden.

"Trainer raus!", hallte es durch die Arena. Coach Dave King, der zum Saisonende ohnehin geht, nahm die Rufe gelassen: "Der Trainer ist immer das schwächste Glied. Ich kann mit diesem Druck umgehen."

Verlust des Heimrechts droht

Rang drei haben die Mannheimer bereits an die Düsseldorfer EG verloren, die durch ein 3:2 bei den Hamburg Freezers vorbeizog. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fünf Runden vor Schluss droht sogar noch der Verlust des vierten Platzes und somit des Heimrechts im Viertelfinale. Die Anhänger kommentierten die erneut indiskutable Leistung der Adler mit Hohn und Spott. "Ich bin ein Fan, holt mich hier raus", sangen sie.

DEG wunschlos glücklich

Bei der DEG herrschte dagegen nach dem dritten Sieg in Folge eitel Sonnenschein.

"Ein Spiel mit Playoff-Charakter" hatte Manager Lance Nethery gesehen und forderte seine Spieler vor den letzten fünf Hauptrundenbegegnungen auf, "genauso weiterzumachen".

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