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Christoph Schubert stand 2007 mit Ottawa in den Stanley-Cup-Finals © imago

Hamburgs Kapitän kritisiert nach der Niederlage in Berlin die Zustände beim Videobeweis und richtet einen Appell an die Liga.

Von Rainer Nachtwey

München/Hamburg - Selbst zwei Stunden nach Ende der Partie war bei Christoph Schubert der Ärger nicht verflogen.

"Ich könnte kotzen. Die DEL soll eine Profiliga sein?", verschaffte sich der Kapitän der Hamburg Freezers via Twitter Luft.

Bereits direkt nach Ende des fünften Playoff-Viertelfinals gegen die Eisbären Berlin (Bericht) hatte der Nationalspieler seine Bereitschaft erklärt, Gegessenes wieder von sich zu geben.

Was Schubert so auf die Palme brachte, war die Aktion mit der Schlusssekunde (STENOGRAMME: Die Viertelfinals).

"Zu 99,9 Prozent kein Tor"

Nationalspieler Jens Baxmann hatte für die Eisbären zum 3:2 getroffen, die Frage war nur: Hatte der Puck die Torlinie vor oder nach Ablauf der 60 Minuten überquert?

Während die Berliner den Torschützen in der Jubeltraube fast erdrückten, protestierten die Hamburger bei den Unparteiischen - vergeblich.

"Zu 99,9 Prozent war das kein Tor", meinte auch Hamburgs Trainer Benoit Laporte.

Keine Überprüfung möglich

Das Schiedsrichter-Gespann Brüggemann/Zehetleitner blieb bei der Entscheidung, konnte diese aber auch nicht kontrollieren.

"Wir leben im Jahr 2013 und haben nicht die Möglichkeit per Videobeweis zu überprüfen, ob die Zeit um war oder nicht", echauffierte sich Schubert.

Es könne nicht sein, dass den Schiedsrichtern beim Videobeweis "kein Ton oder offizielle Uhr" zur Verfügung stehe.

"DEL, bitte aufwachen!"

In der NHL, in der Schubert von 2002 bis 2010 für die Ottawa Senatos und Atlanta Thrashers auf dem Eis gestanden hatte, gehört dies zum Standard.

"Das ist eine absolute Frechheit!", führte der Verteidiger weiter aus und richtete einen Appell an die Liga: "Es geht um die Meisterschaft, da kann sowas nicht passieren. DEL, bitte aufwachen und was unternehmen!"

Kein Freezers-Tor - wegen Videobeweis

Das Kuriose: Minuten zuvor war den Freezers beim Stand von 1:2 nach Toren von Vincent Schlenker (4.), T.J. Mulock (39.) und Matt Pettinger (46.) nach der Überprüfung durch den Video-Beweis ein Tor nicht zugesprochen worden - allerdings zu Recht.

Schubert zeigte sich aber auch einsichtig. "Die drei Tore haben wir ihnen geschenkt", meinte er über die Fehler bei den Gegentreffern.

Diese gilt es am Samstag im sechsten Spiel (ab 17.30 Uhr LIVESCORES) zu vermeiden, in dem die Freezers einen Sieg benötigen, um das entscheidende siebte zu erzwingen (DATENCENTER: Die Saison 2012/13).

Gogulla schießt Köln weiter

Bereits im Halbfinale stehen die Kölner Haie - dank Philip Gogulla.

Der Nationalspieler machte mit seinem zweiten Playoff-Tor nach 6:41 Minuten in der Verlängerung das 4:1 in der Serie gegen die Straubing Tigers perfekt.

Nach dem 2:1-Sieg blickte der Flügelstürmer gleich nach vorne: "Das war der erste Schritt zum Titel."

Die Kölner können nun über Ostern in aller Ruhe zusehen, wer ihnen in die Runde der letzten Vier folgt und auf wen sie ab nächsten Mittwoch treffen.

Wolfsburg vergibt Matchball

Sollten die Grizzly Adams Wolfsburg, die gegen Vorrundenprimus Adler Mannheim in der Serie mit 3:2 führen, ihren zweiten Matchball verwandeln, wäre der Vorrundenzehnte der nächste Gegner der Haie.

"Wir müssen weiter marschieren", forderte Trainer Pavel Gross nach der 2:3-Niederlage nach Verlängerung in Mannheim.

Krupp glaubt an Adler

"Dass wir noch gewonnen haben, ist einfach riesig", sagte der Sieg-Torschütze Florian Kettemer nach seinem Schlagschuss in den Winkel.

Zu Beginn des Schlussdrittels hatte alles nach einem sensationellen K.o. des Vorrundensiegers und Titelfavoriten ausgesehen. Mannheim lag 0:2 zurück und fand einfach kein Rezept gegen das Wolfsburger Defensivsystem.

Dennoch glaubt Kölns Trainer Uwe Krupp an das Weiterkommen der Adler: "Mannheim hat die Klasse, die Serie noch zu drehen."

Janka vom Weiterkommen überzeugt

Neue Hoffnung schöpfte auch der ERC Ingolstadt, der mit dem 2:1 in Krefeld Spiel sechs erzwang.

"Ich weiß nicht, wie Krefeld uns noch schlagen will", tönte Torhüter Markus Janka, der 24 von 25 Schüssen abgewehrt hatte: "Wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir auch noch die nächsten beiden Spiele."