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Harold Kreis' Trikot mit der Nummer drei hängt in Mannheim unter dem Hallendach der Arena © getty

Nach dem frühen Playoff-Aus ist Mannheims Legende nicht mehr unumstritten. Köln und Berlin sind für die Halbfinals favorisiert.

München - Nach dem völlig unerwarteten Playoff-K.o. hängt beim selbsternannten Titelfavoriten Adler Mannheim auch Trainer Harold Kreis in den Seilen.

"Dieses Aus ist sehr, sehr bitter für uns, eine Riesenenttäuschung", sagte Gesellschafter Daniel Hopp nach dem entscheidenden 3:4 im sechsten Viertelfinale gegen den Vorrundenzehnten EHC Wolfsburg. (DATENCENTER: Die Saison 2012/13)

Auf die Frage nach der Zukunft des Trainers antwortete der Adler-Boss: "Wir hinterfragen alles."

Kreis nicht mehr unumstritten

Zuvor hatte Hopp stets jegliche Trainerdiskussion im Keim erstickt. Doch das frühe Aus des Vizemeisters, der die Vorrunde als Erster abgeschlossen hatte, stellt anscheinend auch die Mannheimer Legende Kreis infrage, dessen Trikotnummer 3 bei den Adlern nicht mehr vergeben wird.

Der ehemalige Nationalspieler, der noch einen Vertrag bis 2014 hat, gab zu: "Unter dem Strich war diese Saison eine Enttäuschung."

Wolfsburg schreibt Geschichte

Riesengroß war der Jubel indes bei den Wolfsburgern, die DEL-Geschichte schrieben. Erstmals qualifizierte sich der Tabellenzehnte für das Halbfinale. "Es ist toll, dass es überhaupt möglich ist, dass der Zehnte den Ersten schlägt", sagte Torschütze Vincenz Mayer.

In der Runde der letzten Vier treffen die Niedersachsen, die seit Jahresbeginn 19 von 28 Spielen gewannen, ab Mittwoch auf den nächsten Titelkandidaten: die Kölner Haie mit dem ehemaligen NHL-Star Marco Sturm. (STENOGRAMME: Die Viertelfinals)

Krefeld gegen Berlin nur Außenseiter

Im anderen Halbfinale geht die Titelverteidigung der Eisbären Berlin weiter. Nach dem 3:2 im sechsten Spiel bei den Hamburg Freezers bekommt es der Meister ab Mittwoch mit dem Vorrundendritten Krefeld Pinguine zu tun.

"Wir waren etwas cleverer als die Hamburger, schließlich haben wir ja auch schon ein paar Meisterschaften gewonnen", sagte der Berliner Nationalspieler Andre Rankel, der mit den Eisbären sechs Titel seit 2005 holte.

Die Krefelder Fans träumen derweil zehn Jahre nach dem letzten Meistertitel von einer Neuauflage des Finales von 2003 gegen den rheinischen Rivalen Köln.

Nach dem entscheidenden 7:2 beim ERC Ingolstadt stellte Kapitän Herberts Vasiljevs mit Blick auf den Halbfinalgegner aber gleich klar: "Die Eisbären sind haushoher Favorit."

Schwäche beim Powerplay

Wenn der Kampf um die 93. deutsche Eishockey-Meisterschaft in die entscheidende Phase geht, sind die Mannheimer jedenfalls nur Zuschauer. War die Finalniederlage im letzten Jahr gegen Berlin nach einer 5:2-Führung 14 Minuten vor Schluss schon bitter, so ist das frühe Aus jetzt eine Katastrophe.

"Es ist das Schlimmste, was uns passieren konnte", sagte Manager Teal Fowler dem Mannheimer Morgen.

Der Vorrundenprimus scheiterte nicht zuletzt an seinem schwachen Powerplay. Nur zwei Tore fielen bei 36 Überzahl-Gelegenheiten - eine desaströse Quote.

"Hätte das Powerplay besser funktioniert, hätten wir die Serie drehen können", klagte Kapitän Marcus Kink und ergänzte: "Es ist immer ärgerlich, wenn man aus den Play-offs fliegt. Aber nach dieser Leistung ist die Enttäuschung noch größer."

Wolfsburg mit Schadenfreude

Schadenfreude verspürten die Wolfsburger - vor allem wegen der Mannheimer Play-off-T-Shirts. "10 to go", hieß es dort zu Beginn des Viertelfinales - zehn Siege bis zum Titel.

Nach jedem Erfolg gab es neue T-Shirts. "Gott sei dank ist dieser Schuss nach hinten losgegangen", sagte EHC-Geschäftsführer Karl-Heinz Fliegauf. In Mannheim hat es sich für dieses Jahr ausgezählt, und Trainer Kreis ist angezählt.

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