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In der Hauptrunde gewannen Wolfsburg und Köln jeweils zweimal gegeneinander © getty

Die Playoff-Halbfinals der DEL bergen jede Menge Spannung. Anton Krinner und Andreas Renz analysieren bei SPORT1 die Paarungen.

Von Christoph Lother

München - Die Freude im Lager der Wolfsburger war groß, die allgemeine Verwunderung in der deutschen Eishockey-Szene noch größer (Bericht).

Nur einer scheint vom 4:2-Erfolg der Grizzly Adams in der Best-of-Seven-Serie des Playoff-Viertelfinals gegen die Adler Mannheim ganz und gar nicht überrascht zu sein: Anton Krinner.

"Ich war schon die ganze Zeit über von der Qualität dieser Mannschaft überzeugt. Sie wurde im Verlauf der Saison nur immer wieder von großem Verletzungspech ausgebremst", sagt der ehemalige Wolfsburger Trainer bei SPORT1 und betont: "Eigentlich ist Wolfsburg eine Top-Four-Mannschaft." (DATENCENTER: Die Saison 2012/13)

Und seit dem 4:3 im sechsten Spiel gegen Mannheim am vergangenen Samstag nicht nur noch eigentlich, sondern auch wirklich.

"50:50-Geschichte" zwischen Köln und Wolfsburg

Im Halbfinale trifft der Vize-Meister von 2011 ab Mittwoch (19.30 Uhr LIVESCORES) auf die Kölner Haie, für Krinner eine "50:50-Geschichte".

"Die Verteidigung der Kölner ist vielleicht einen Tick offensiver und kreativer", sagt der 45-Jährige: "Ansonsten sind die Mannschaftsteile aber doch sehr ausgeglichen."

Auch auf ihren Heimvorteil sollten sich die Haie nicht allzu sehr verlassen, warnt Krinner: "Sollten sich die Kölner auch nur den kleinsten Ausrutscher erlauben, werden die Wolfsburger das bestrafen."

Schließlich wisse er aus gemeinsamen Wolfsburger Zeiten nur zu gut, welch "großen Wert Trainer Pavel Gross auf Disziplin und Fitness" legt, erklärt Krinner und fügt hinzu: "Angesichts dieses Rückenwindes, den sie nun haben, traue ich den Wolfsburgern alles zu."

Dshunussow als Zünglein an der Waage?

Neben dem Überzahlspiel, bei dem die Grizzly Adams mit einer Erfolgsquote von 21,2 Prozent in der Endrunde bislang richtig stark waren, könnten nach Ansicht von Krinner auch die Torhüter eine entscheidende Rolle spielen.

"Ein Keeper kann über die komplette Spielzeit dafür sorgen, dass sein Team eine Siegchance hat. Er kann aber auch nur einmal daneben langen und so den möglichen Sieg kosten", erklärt der derzeitige Coach des Zweitligisten SC Riessersee.

Grundsätzlich sieht der Experte "alle vier Torhüter, die in diesen Halbfinals dabei sind, auf Augenhöhe". Womöglich mache Wolfsburgs Daniar Dshunussow aber doch den Unterschied, denn der sei momentan "so richtig on fire".

Renz glaubt an Kölner Final-Einzug

Der langjährige Kölner Andreas Renz hingegen glaubt nicht, dass den Wolfsburgern gegen seinen Ex-Klub der nächste Coup gelingt.

"Für die Topteams sind die Pre-Playoffs immer so eine Sache. Da haben sie ein paar Tage frei, können sich aber gar nicht so richtig vorbereiten, weil sie nicht wissen, gegen wen sie als nächstes spielen", erklärt er bei SPORT1 das Mannheimer Aus gegen die Niedersachsen, die sich in der ersten Playoff-Runde gegen Nürnberg durchgesetzt hatten (STENOGRAMME: Die Viertelfinals).

Die Kölner hingegen seien "jetzt aber gewarnt und entsprechend vorbereitet".

Offensivstarke Pinguine nur Außenseiter

Klar verteilt sind die Rollen unterdessen wohl im zweiten Halbfinale zwischen den Eisbären Berlin und den Krefeld Pinguinen.

Zwar kassierten die Berliner während der Hauptrunde ganze 152 Gegentore und damit die meisten aller vier noch verbliebenen Mannschaften.

Doch Renz betont: "In der Regel spielen die Eisbären in den Playoffs ihr bestes Eishockey. Das werden sie auch jetzt wieder machen."

Die Krefelder seien zwar "offensiv extrem stark" und hätten "tolle Jungs da vorne". Doch obwohl die Berliner "hinten zuletzt ein bisschen geschwächelt" hätten, stehen sie nach Meinung des 35-Jährigen auch diesmal im Finale.

Erfahrung als großes Plus für Berlin

Krinner sieht den Titelverteidiger aus der Hauptstadt gegen die Pinguine ebenfalls klar in der Favoritenrolle.

"Generell werden die Uhren zwar auf Null gestellt. Dennoch bringen die Eisbären die meiste positive Erfahrung mit. Sie wissen mit Rückständen umzugehen und lassen sich nicht so einfach umwerfen", erklärt er und verweist auf die "vergangenen sechs, sieben Jahre", in denen die Berliner "in fast jedem Playoff-Spiel die passende Antwort parat gehabt" hätten.

Kein Druck für Krefeld

Eine kleine Außenseiterchance räumt Krinner den Krefeldern dennoch ein. Immerhin hätten sie "nichts zu verlieren. Jeder geht davon aus, dass Berlin das Ding machen wird. Das kann einiges an Druck nehmen."

Die Mannheimer dürften wissen, wovon Krinner redet.

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