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Frank Hördler wurde sechsmal Deutscher Meister mit den Eisbären Berlin © imago

Der Nationalverteidiger will gegen die Kölner seinen siebten Titel. Die Insider-Kenntnisse seines Ex-Trainers fürchtet er nicht.

Von Rainer Nachtwey

München/Berlin - Seit 2003 geht Frank Hördler mit den Eisbären Berlin auf Titeljagd - mit großem Erfolg.

Sechsmal gewann der deutsche Nationalverteidiger mit Berlin die deutsche Meisterschaft (2005, 2006, 2008, 2009, 2011, 2012), und das im Zeitraum von acht Jahren.

2010 holte er mit den Eisbären zudem die European Trophy.

Doch vor dem Start der Finalserie gegen die Kölner Haie (Spiel 1, So., ab 14.30 Uhr LIVESCORES) ist der Erfolgshunger des 28-Jährigen ungebremst (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im SPORT1-Interview spricht Frank Hördler über den Erfolgshunger, Gegner Köln und deren Trainer Uwe Krupp

SPORT1: Sie bestreiten bereits Ihr achtes Finale mit den Eisbären, waren sechsmal Meister. Sind Sie immer noch nervös vor dem ersten Finalspiel oder ist es womöglich schon Routine?

Frank Hördler: Man hat immer noch das Kribbeln. Das sollte man auch haben, das gehört dazu. Sonst wäre man zu abgestumpft und dann würde etwas nicht passen.

SPORT1: Sechs Titel in den letzten acht Jahren. Warum sind die Eisbären immer noch so erfolgshungrig?

Hördler: Der Titel an sich. Das ist die Arbeit, die man da rein steckt. Man fängt im Sommer damit an. Man hat nur ein paar Wochen Pause nach der Saison. Dann geht es schon wieder mit der Vorbereitung los. Dann die harte Saison. Vielleicht verletzt man sich währenddessen noch und muss sich zurückkämpfen. Das sind alles Sachen, in die man viel Schweiß und Arbeit investiert. Und dafür möchte man belohnt werden.

SPORT1: Die Eisbären strahlten während der regulären Saison nicht mehr die Dominanz der letzten Jahre aus. Wie haben Sie es dann in den Playoffs geschafft, doch den Schalter umzulegen?

Hördler: Das ist eine gute Frage. Bei uns ging es während der Saison ein bisschen auf und ab. Wir haben dann auch mehr probiert statt die normale Schiene zu fahren. Aber zu den Playoffs waren wir alle auf den Punkt da. Wir haben ja richtig gute Spieler bei uns. Und wenn alle auf den Punkt da sind, läuft es immer sehr gut für uns.

SPORT1: In der regulären Saison und zu Playoff-Beginn gegen Hamburg setzte es viele Gegentore. Warum hat die Defensive zuletzt gegen Krefeld zu ihrer Stabilität zurückgefunden?

Hördler: Das liegt auch an den Gegnern. Krefeld spielt anders als Hamburg. Aber wir haben auch besser gestanden. Die Stürmer arbeiten sehr viel nach hinten, unterstützen sehr gut. Genauso stören die Verteidiger weiter vorne. Da ist das Zusammenspiel sehr wichtig.

SPORT1: Was wird gegen Köln den Unterschied ausmachen?

Hördler: Die Defensive ist sicherlich ein Faktor. Wir müssen das eigene Tor beschützen, denn Köln hat vorne technisch sehr gute Spieler. Das wird nicht einfach, aber das wird ein großer Punkt sein. Aber das ist auch bei den Haien so.

SPORT1: Welche weiteren Faktoren spielen rein?

Hördler: Im Finale spielt so viel mit rein. Die Torhüter spielen eine gewichtige Rolle, Über- und Unterzahl. Da kann jede Kleinigkeit entscheiden. Das Finale ist das Non-Plus-Ultra, da muss alles passen, alles klappen.

SPORT1: Haie-Coach Uwe Krupp kennt aus seiner Zeit als Bundestrainer viele Berliner. Ein Nachteil für die Eisbären?

Hördler: Nein, das denke ich nicht. Uwe hat mit seiner eigenen Mannschaft genug zu tun. Genauso wie wir auf uns schauen müssen. Jeder konzentriert sich auf sich selbst. Die paar Mal, die er uns im Jahr gesehen hat, ist kein ausschlaggebender Punkt, bei dem er sagt: Da kann ich den und den beeinflussen. Das glaube ich nicht.

SPORT1: Nach Mannheim gegen Berlin im Vorjahr ist es dieses Jahr Köln gegen Berlin, Traditionsklubs mit einer großen Fan-Basis und einem Schnitt von über 10.000 Fans in den Stadien. Wichtig für das deutsche Eishockey, dass nach der letzten WM und der verpassten Olympia-Quali diese Teams in den Finals stehen?

Hördler: Jede Mannschaft, bei der zahlreiche Fans in die Stadien strömen, ist gut für das deutsche Eishockey. Je mehr in die Stadien strömen und je mehr in den Medien über die Finalserie berichtet wird, umso besser ist es für das deutsche Eishockey.

SPORT1: Dies ist mit Berlin und Köln in hohem Maße gegeben.

Hördler: Ja, aber auch wenn es Mannheim oder eine andere Mannschaft gewesen wäre: Die Stadien waren immer gut besucht. Das ist ein riesengroßes Zeichen, dass sich die Fans von solchen Niederschlägen nicht abschrecken lassen. Niederschläge gibt es, aber es geht auch immer wieder aufwärts.

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