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Sven Felski veröffentlichte 2011 ein Buch mit dem Titel: "Tore, Spiele, Meistertitel" © imago

Die Eisbären kämpfen im Finale erstmals ohne Sven Felski. Der Eishockey-Rentner feilt derzeit an seiner zweiten Karriere.

Berlin - Der Spruch auf seiner Schultüte bringt Sven Felski an seinem ersten Uni-Tag zum Schmunzeln.

"Lieber Schulbank als Strafbank" steht dort geschrieben.

Gerade jetzt, in den heißen Tagen der Finalserie in der DEL würde Felski seine Prioritäten gerne wieder anders setzen. Aber der Körper spielt nicht mehr mit.

Das DEL-Finale der Berliner gegen die Kölner Haie findet erstmals ohne Ur-Eisbär Felski statt.

"Die Playoffs, das war immer meine schönste Zeit", sagt Felski etwas wehmütig. Schön und erfolgreich.

Tränenreiches Karriereende

Sechs Meistertitel heimste der Stürmer mit dem Klub ein, den letzten vor einem Jahr in seinem 1000. Spiel.

Danach zwang ihn eine langwierige Knieverletzung zur tränenreichen Verkündung seines Karriereendes.

Felski zögerte diesen Schritt lange heraus, denn das Spiel, die Fans und die Kameradschaft in der Kabine faszinieren ihn noch immer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es gibt aber auch eine Zeit nach dem Eishockey. Ich will in 20 Jahren nicht zum Einkaufen geschoben werden", sagt der 38-Jährige.

Rückkehr zu den Eisbären?

Deshalb arbeitet er inzwischen an seiner zweiten Karriere. An der Hochschule für Gesundheit und Sport studiert "Felle" Sport und angewandte Trainingswissenschaften.

Dreieinhalb Jahre wird er dort die Bücher wälzen, um am Ende den akademischen Abschluss Bachelor in der Tasche zu haben.

"Für die Zeit danach gibt es Signale der Eisbären, dass ich bei ihnen einsteigen kann", verrät Felski, der "seinen" Eisbären als Spieler 20 Jahre die Treue gehalten hat und deswegen "Bürgermeister" gerufen wird.

Ob er nach seinem Studium Trainer, Manager oder Betreuer werden will, lässt Felski offen.

Fest steht nur: "Eishockey ist und bleibt mein Leben."

"Eisbären wissen, wie es geht"

Während der DEL-Finalserie arbeitet er als Experte für den übertragenden Sender "ServusTV".

Der Sieg des amtierenden Meisters im ersten Duell in Köln hat Felski nicht wirklich überrascht.

"Die Eisbären wissen einfach, wie es geht. Wenn es brenzlig wird, legen sie den Schalter um und packen noch einen drauf", sagte der 159-malige Nationalspieler.

Felski würde DEB-Team unterstützen

Das ist eine Qualität, wie sie die deutsche Nationalmannschaft derzeit nicht unbedingt hat.

Die Talfahrt in den vergangenen Jahren, die mit der verpassten Olympia-Qualifikation im Februar ihren Tiefpunkt erreichte, beobachtet Felski mit Sorge.

"Aus dem Scheitern muss der Verband Schlüsse ziehen, er muss knallhart aufklären, woran es gelegen hat. Da muss alles auf den Tisch kommen und hinterfragt werden", sagte er dem "kicker" und bot seine Hilfe an: "Wenn mein Rat gefragt wird, würde ich sicher nicht nein sagen."

Rückkehr aufs Eis

Im Sommer ist aber erstmal wieder der Spieler Felski gefragt.

Am 10. August steigt sein Abschiedsspiel im altehrwürdigen Wellblechpalast. Ein von Felski ausgewähltes Eisbären-Team tritt gegen eine Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) an.

Felskis Trikotnummer elf wird danach beim sechsmaligen Meister nicht mehr vergeben.

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