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Die Kölner Haie gewannen zuletzt 2002 die Deutsche Meisterschaft © imago

Köln entscheidet das zweite Spiel für sich und gleicht im Playoff-Finale gegen Berlin aus. Sturm sorgt für einen Blitzstart.

Berlin - Die Kölner Haie haben zurückgebissen und das Finale um die Deutsche Meisterschaft wieder spannend gemacht.

Zwei Tage nach der bitteren Auftaktniederlage (2:4) setzte sich die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp im zweiten Finalspiel der DEL bei Titelverteidiger Eisbären Berlin verdient mit 3:1 (2:1, 0:0, 1:0) durch und glich zum 1:1 in der Serie Best-of-Five aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Beide Teams können sich mit einem Sieg am kommenden Freitag (20.30 Uhr LIVESCORES) in Köln einen Matchball erspielen.

"Einfach unser Spiel gespielt"

"Wir haben nicht viel umgestellt. Wir haben einfach unser Spiel gespielt", sagte Krupp: "Das ganze Jahr über haben wir gutes Eishockey gespielt. Aber es ist Playoff-Eishockey, da muss du an dem Abend da sein."

Die Treffer für den spielerisch und kämpferisch überzeugenden achtmaligen Meister aus Köln erzielten vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof der deutsche NHL-Rekordspieler Marco Sturm (2.), Andreas Falk mit seinem dritten Finaltor (9.) und Charles Stephens (42.). (STENOGRAMME: Das Finale)

Somit darf der ehemalige Stanley-Cup-Gewinner Krupp weiter auf seinen ersten Titel als Trainer hoffen. Für DEL-Rekordchampion Berlin war Ryan Coldwell (3.) erfolgreich.

Busch sorgt für Haie-Motivation

Die Haie gingen mit viel Motivation ins zweite Finalspiel. Die live im TV zu hörenden Sprüche von Eisbären-Stürmer Florian Busch während der Auftaktpartie ("Mann, seid ihr ihr schlecht", "Die haben die Hosen voll") sorgten für zusätzlichen Ansporn.

"Das spiele ich meinen Spielern einfach nochmal vor - mehr Motivation geht nicht", hatte Haie-Coach Krupp vor dem ersten Bully gesagt.

Der Motivationstrick schien geholfen zu haben: Anders als noch im Auftakt-Duell waren die Rheinländer von Beginn an präsent und gefährlich. Beim 1:0-Führungstreffer nach 61 Sekunden zeigte der deutsche NHL-Rekordspieler Marco Sturm seine ganze Klasse, als er Eisbären-Torhüter Rob Zepp mit einem Hintertor-Trick düpierte.

Eisbären mit schneller Antwort

Berlin zeigte sich jedoch wenig geschockt und glich nur zwei Minuten später ebenfalls in Überzahl aus. Danach entwickelte sich eine Partie mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten, Zepp und Danny Aus den Birken bekamen genügend Gelegenheiten zu beweisen, warum sie zu den besten Torhütern der Liga gehören.

Pech hatte Eisbären-Profi Constantin Braun, der wegen eines Cuts am Kinn im ersten Drittel behandelt werden musste. Er konnte aber weiterspielen.

Tjernquist trifft die Latte

Auch im Mitteldrittel schenkten sich beide Teams keinen Zentimeter Platz auf dem Eis, allzu viele Chancen erspielten sie sich aber nicht mehr heraus. Die beste besaß Gäste-Verteidiger Daniel Tjernqvist mit seinem Schuss an die Latte.

Insgesamt standen die Verteidiger-Reihen aber wesentlich geordneter als noch in den ersten 20 Minuten.

Wütende Angriffe

Im Schlussdrittel setzten die Gäste die Berliner durch das schnelle 3:1 stark unter Druck.

Die Hausherren antworteten mit wütenden Angriffen, blieben aber in der gut gestaffelten Kölner Abwehr meistens hängen oder scheiterten aus aussichtsreicher Situation an den eigenen Nerven oder an Haie-Torhüter Aus den Birken.

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