vergrößernverkleinern
Uwe Krupp (r., mit Co-Trainer Niklas Sundblad) ist DEL-Trainer des Jahres 2013 © imago

Vor dem dritten Finalspiel ist bei den Haien das Selbstvertrauen zurück. Bei Berlin hat die Pleite Spuren hinterlassen.

München/Berlin - Wie jeder andere Verantwortliche im Eishockey auch ist Uwe Krupp ein Freund der Statistik - an sich.

Wenn sie aber den Druck auf sein Team erhöht, reagiert der Trainer der Kölner Haie allergisch.

Angesprochen auf die Tatsache, dass drei Viertel aller Vereine, die wie die Haie das zweite DEL-Finalspiel für sich entschieden haben (BERICHT: Heim-Irrwitz geht weiter), am Ende auch Meister wurden, antwortete Krupp süffisant: "Und jeder fünfte Mensch ist ein Chinese. Aber ich sehe keinen."

Es ist auch weniger die Statistik, die die Kölner vor dem dritten Final-Duell am Freitag (20.30 Uhr LIVESCORES) zu Hause gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin beim Stande von 1:1 in die Favoritenrolle drängt (STENOGRAMME: Das Finale).

Breite Brust bei den Haien

Der souveräne Auftritt beim 3:1-Auswärtserfolg am vergangenen Dienstag war mehr als nur ein Lebenszeichen der Haie. Er gab dem achtmaligen Meister den Glauben an die eigene Stärke zurück.

"Im zweiten Drittel hat Berlin wirklich sehr müde ausgesehen. Wir waren klar besser", sagte Stürmer Felix Schütz nicht ohne Stolz.

Dieses Gefühl müsse man nun mit ins Heimspiel nehmen, fordert sein Teamkollege Alexander Weiß: "Im ersten Heimspiel waren wir die ersten 20 Minuten nervös. Das wollen wir jetzt ändern und von Beginn an Gas geben."

20 Portionen Nudeln für hungrige Haie

Damit die Kraft dafür reicht, hat Krupp seine Spieler schon unmittelbar nach der Schlusssirene in Berlin "gefüttert".

Angeblich wurden noch in der Kabine 20 Portionen Nudeln serviert, um den Kohlenhydratspeicher aufzufüllen.

Der Hunger der Haie auf den ersten Meistertitel seit 2002 wird sich nicht so einfach stillen lassen.

Coach Jackson voller Zuversicht

Die Eisbären sind zwar angeschlagen, erlegt sind sie aber noch nicht.

"Wenn wir so dominant auftreten wie in den ersten 20 Minuten des ersten Spiels, dann haben wir sehr gute Karten", sagt Verteidiger Jens Baxmann.

Auch Berlins Meistertrainer Don Jackson strahlt Zuversicht aus: "Wir spielen ein Spiel nach dem anderen, und am Ende sind wir hoffentlich Deutscher Meister."

Rankel übt Selbstkritik

Das verlorene Heimspiel hat aber Spuren hinterlassen.

Beim erfolglosen Anrennen gegen die Niederlage im Schlussdrittel deuteten sich beim DEL-Rekordchampion ein Kraftproblem und fehlender Spielwitz an (DATENCENTER: DEL-Playoffs).

"Wenn man nicht aufs Tor schießt, verliert man", sagt Kapitän Andre Rankel selbstkritisch und fordert: "Wir müssen im richtigen Moment die richtigen Dinge tun."

Heimfluch? Unwichtig!

Das tat in allen bisherigen sechs Saisonspielen zwischen beiden Teams kurioserweise immer die siegreiche Auswärtsmannschaft.

Dieser Heimfluch sei "schwer zu erklären", sagt Haie-Coach Krupp, "er spielt auch keine große Rolle".

Keine größere jedenfalls als die Sache mit den Chinesen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel