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Die Eisbären gingen gegen Köln durch Jullian Talbot schon nach 84 Sekunden in Front © imago

Berlin steht vor dem Hattrick und den Haien in Spiel drei letztlich keine Chance. Die Schlussphase ist dramatisch.

Köln - Nach ihrem 100. Playoff-Sieg können die Eisbären Berlin den Champagner für die siebte Meisterfeier in neun Jahren kalt stellen.

Im dritten Finale der DEL setzten sich die Berliner nach einer spannenden Schlussphase bei den Kölner Haien mit 6:3 (1:1, 3:0, 2:2) durch.

Damit fehlt nur noch ein Sieg zum erneuten Triumph - und dem ersten Titel-Hattrick in der Vereinsgeschichte. (STENOGRAMME: Das Finale)

"Wir wollten nach Spiel zwei zurückschlagen. Das ist uns gelungen und das fühlt sich gut an", sagte Eisbären-Keeper Rob Zepp, der zum Spieler der Partie gewählt wurde: "Köln hat viel Druck gemacht, aber wir haben zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Sonntag wird es ein hartes Spiel."

Heim-Wahnsinn geht weiter

Der Heimfluch hat indes weiter Bestand:

Zum dritten Mal gewann in der Endspielserie um die 93. deutsche Meisterschaft die Auswärtsmannschaft - wie auch schon in allen vier Vorrundenduellen.

Will DEL-Rekordmeister Berlin bereits am Sonntag (14.30 Uhr) alles klar machen, muss er als erstes Team vor eigenem Publikum gewinnen. (BERICHT: Heim-Irrwitz geht weiter)

Turbulente Schlussphase

Vor 18.649 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena erzielten Jullian Talbot (2.), James Sharrow (22.), Mark Katic (31. ), Mads Christensen (36./59.) und Andre Rankel (59.) die Tore für die playoff-erfahrene Mannschaft von Erfolgstrainer Don Jackson, der vor seinem fünften Titelgewinn in sechs Jahren steht.

Für Uwe Krupp, bis 2011 Bundestrainer, ist es dagegen zur ersten Meisterschaft als Coach noch ein weiter Weg. (DATENCENTER: DEL-Playoffs)

Die Treffer von Rok Ticar (5.), Ales Kranjc (57.) und Marco Sturm (58.) reichten den Haien nicht, die nach starkem Beginn deutlich hinter ihrer Glanzleistung vom 3:1 am Dienstag zurückblieben, allerdings in der Schlussphase noch einmal für Spannung sorgten.

Auch der Traum des deutschen NHL-Rekordspielers Sturm vom ersten Titelgewinn in 18 Profijahren droht zu platzen.

Blitzstart für Berlin

Wie schon beim 4:2 im ersten Spiel am vergangenen Sonntag erwischten die Berliner den besseren Start. Schon nach 84 Sekunden erzielte Talbot sein sechstes Playoff-Tor und schraubte seine Bilanz auf 16 Scorerpunkte.

Bei dem Schuss aus spitzem Winkel machte Haie-Goalie Danny aus den Birken nicht die beste Figur.

Der Kölner Chris Minard saß auf der Strafbank, weil er nach 32 Sekunden den Eisbären-Torhüter Zepp angegangen war.

Haie mit schnellem Ausgleich

Doch diesmal antworteten die Haie sofort. Ticar nutzte einen Moment des Durcheinanders in der Berliner Abwehr zum schnellen Ausgleich.

Und danach bestimmten die Kölner das Geschehen. Die Eisbären leisteten sich eine erstaunlich hohe Fehlerquote, vor allem im Spielaufbau.

So verloren sie oft in der neutralen Zone die Scheibe, Köln kam zu einer Vielzahl von Torchancen.

Krupp-Team fehlt Kaltschnäuzigkeit

Vor allem die vierte Sturmreihe um Ticar sorgte für gefährliche Szenen vor dem Berliner Tor. Der Slowene vergab selbst die beste Chance zum 2:1, als er das Außennetz traf (12.).

Einziges Manko des Krupp-Teams: Im Abschluss fehlte die Kaltschnäuzigkeit, so auch im ersten Überzahlspiel kurz vor der ersten Drittelpause.

Eisbären schlagen zu

Wie man es cleverer macht, zeigten die Eisbären. Nach schöner Vorarbeit von Florian Busch stellte Sharrow mit dem 2:1 den Spielverlauf auf den Kopf.

Die Kölner Angriffe wurden zunehmend wirkungsloser. Das Berliner Playoff-Monster schlug wieder zu:

Nachdem Haie-Kapitän John Tripp den Puck an der eigenen blauen Linie verloren hatte, schlenzte ihn Katic in den Winkel - über die Fanghand von Goalie aus den Birken.

Zepp wird zum Hexer

Beim 4:1 fälschte Christensen einen Schuss von Ryan Caldwell ab. Nachdem die Haie das erste Drittel mit 15:6 Schüssen noch klar dominiert hatten, fehlte nun der Zug zum Tor.

Zudem wehrte Nationaltorwart Zepp alles ab, was auf seinen Kasten kam.

Doppelschlag in der Schlussminute

20 Sekunden nach Wiederbeginn jubelten die Kölner Fans. Doch der Treffer von Minard wurde wegen Abseits nicht anerkannt.

Auch in Überzahl wurden die Haie nicht wirklich gefährlich - bis zur turbulenten Schlussphase.

Kranjc und Sturm verkürzten für Köln auf 3:4, ehe Rankel und Christensen in der Schlussminute mit Treffern in das leere Haie-Tor für die Entscheidung sorgten.

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