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Andre Rankel (l., mit Jullian Talbot) trifft 75 Sekunden vor Schluss zum 5:3 © getty

Die Eisbären Berlin stehen kurz vor dem siebten Titelgewinn. Dennoch ist der Trainer nach dem Sieg in Köln schlecht gelaunt.

Köln - Die Eisbären Berlin stehen kurz vor dem siebten Titelgewinn in neun Jahren, doch Meistertrainer Don Jackson wollte nicht reden.

"Tut mir leid, kein Kommentar", sagte der US-Amerikaner nach dem 6:3 im dritten Finale bei den Kölner Haien (STENOGRAMME: Das Finale).

Auch auf mehrfache Nachfrage wollte sich Jackson nicht zum 100. Playoff-Sieg des DEL-Rekordmeisters, der schon am Sonntag in eigener Halle alles klar machen kann, äußern.

"Ich kann's nicht sagen. Ihr habt das Spiel gesehen, ihr müsst es schreiben", sagte der Eisbären-Coach lediglich. Ob ihm die Schiedsrichterleistungen oder das eine oder andere Foul die Laune verhagelt hatten - darüber durfte munter gerätselt werden.

"Ich weiß es nicht. Ich kann auch nicht in seinen Kopf hineingucken", meinte Stürmer Andre Rankel und zuckte die Schultern.

Eisbären eiskalt

Dabei hätte Jackson eigentlich genug Grund zur Freude gehabt: Mit der Cleverness des Serienmeisters nutzten seine Spieler die Torchancen und sind nur noch einen Sieg vom ersten Titel-Hattrick der Vereinsgeschichte entfernt (BERICHT: Irres Finish! Eisbären sichern sich Titel-Matchball).

"Wir waren eiskalt und haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht", bilanzierte Rankel, der selbst den Puck zum entscheidenden 5:3 75 Sekunden vor Schluss ins leere Kölner Tor geschossen hatte.

Zuvor hatten die Haie nach einem scheinbar aussichtslosen 1:4-Rückstand mit Treffern von Ales Karnjc (57.) und Marco Sturm (58.) innerhalb von 35 Sekunden noch einmal für Spannung gesorgt (DATENCENTER: DEL-Playoffs).

Krupp riskiert und verliert

Trainer Uwe Krupp hatte Torhüter Danny aus den Birken zugunsten eines weiteren Angreifers vom Eis genommen und alles riskiert - und am Ende verloren.

Nach Rankel traf auch noch Mads Christensen zwei Sekunden vor Schluss ins verwaiste Tor.

"Wir haben gut genug gespielt, um zu gewinnen, aber wir haben nicht gewonnen", resümierte Ex-Bundestrainer Krupp.

Seltsamer Heimfluch

Zum dritten Mal in dieser Endspielserie siegte die Auswärtsmannschaft - wie schon in den vier Vorrundenduellen der beiden Klubs. "Ich habe keine Erklärung dafür", sagte Krupp zum seltsamen Heimfluch.

Sein Team war nach dem 3:1 am Dienstag in Berlin stark ins Spiel gestartet. Den frühen Rückstand durch Julian Talbot (2.) glich Rok Tikar schnell aus (5.).

Danach dominierten die Kölner, erspielten sich Chance auf Chance, scheiterten aber immer wieder am überragenden Berliner Nationaltorwart Rob Zepp. "Er hat unglaublich gehalten, für mich ist er der beste Torhüter der Liga", lobte Rankel.

Eisbären stellen Spielverlauf auf den Kopf

Was den Kölnern im Abschluss fehlte, zeigten die Eisbären: Kaltschnäuzigkeit. James Sharrow (22.), Mark Katic (31.) und Christensen (36.) stellten den Spielverlauf völlig auf den Kopf.

Berlin wurde von Tor zu Tor, von Minute zu Minute souveräner, meisterlicher.

"Wollen beweisen, dass wir es zu Hause können"

Damit schon am Sonntag die nächste Titelfeier steigt, muss der DEL-Rekordmeister allerdings den Heimfluch der Serie bannen. "Wir wollen jetzt beweisen, dass wir es auch zu Hause können", sagte Rankel.

Die Kölner wollen dagegen noch einmal in die eigene Arena zurückkehren - zum fünften Spiel am nächsten Mittwoch.

"Wir haben in dieser Saison schon dreimal gezeigt, dass wir in Berlin gewinnen können", sagte Verteidiger Moritz Müller.

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