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Die Eisbären Berlin feiern nach dem Sieg über Köln den dritten Titel in Serie © getty

Der siebte Titel ist im Sack: Jacksons Truppe schafft den dritten Sieg gegen die Haie und macht den Berliner Freudentag komplett.

Berlin - Nachdem der erste Titel-Hattrick der Klubgeschichte perfekt war, gab Kapitän Andre Rankel die Marschrichtung vor: "Es wird bis zum Abwinken gefeiert", kündigte der Kapitän der Berliner Eisbären an.

Der Start der großen Party erfolgte nach dem 4:1 (1:0, 2:1, 1:0)-Sieg gegen die Kölner Haie, durch den der Rekordchampion zum siebten Mal in neun Jahren in der DEL triumphierte, schon auf dem Eis:

Die Mitspieler fielen über Torhüter Rob Zepp her, der gewohnt kühle Trainer Don Jackson schlich lächelnd seinen Helden entgegen. (706994DIASHOW: Die Bilder der Meisterfeier)

Ganz nebenbei rundeten die Eisbären nach dem Bundesliga-Aufstieg der Hertha-Fußballer einen perfekten Berliner Sporttag ab.

"Beste deutsche Mannschaft"

"Die Mannschaft hat unglaublich viel Charakter und Herz, das ist unglaublich. Ich kann es immer noch nicht fassen. Wir haben in den Playoffs gezeigt, dass wir die beste deutsche Eishockey-Mannschaft sind. Und Ende", so Rankel.

"Wir haben uns zum richtigen Zeitpunkt gefunden. Respekt, es hat alles gepasst", freute sich Constantin Braun.

Kurz danach wurde er als wertvollster Spieler (MVP) der Finalserie ausgezeichnet. (STENOGRAMME: Das Finale)

Pocher gratuliert

Zu den ersten Gratulanten gehörte Oliver Pocher.

"Ein weiterer Glückwunsch: Die EISBÄREN BERLIN sind Deutscher Meister im Eishockey!!", twitterte der TV-Moderator und Comedian, nachdem er zuvor bereits Sebastian Vettel für den Sieg in Bahrain gratuliert hatte.

Heimfluch beendet

Der insgesamt siebte Titel der Berliner in neun Jahren unterstrich eindrucksvoll die Vormachtstellung des erfolgreichsten deutschen Klubs in diesem Jahrtausend.

Coray Locke (9.), Playoff-Topscorer Julian Talbot (32. und 48.) und Travis James Mulock (35.) sorgten mit ihren Treffern vor 14.200 Zuschauern für Berlins 3:1-Sieg in der Best-of-five-Serie und beendeten zugleich einen kuriosen Heimfluch:

In den sieben Saisonduellen zwischen beiden Teams zuvor hatte jeweils die Auswärtsmannschaft gewonnen.

Berlin stellt Adler-Rekord ein

Zum dritten Mal nacheinander geht der Titel nach Berlin, zuvor war dies nur Adler Mannheim (1997-99) gelungen. Dabei war die Hauptrunde mehr als holprig verlaufen.

"Ich bin sehr stolz, es war eine schwere Saison", sagte Jackson: "Jeder in diesem Team hat eine sehr große Rolle gespielt. Es war eine tolle Mannschaftsleistung." (DATENCENTER: DEL-Playoffs)

"Sie waren cleverer"

Abgezockt und gnadenlos effektiv hatte Berlin den nächsten Meilenstein erreicht. Das musste auch der deutsche NHL-Rekordspieler Marco Sturm zugeben.

"Das A und O war, dass sie die Chancen besser genutzt haben als wir. Sie waren cleverer", erklärte der Stürmer der Haie, für die lediglich Rok Ticar zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte.

Sturm trauert Titelchance nach

Der verpassten Chance auf seinen ersten Titel trauerte Sturm nach. "Wenn man im Finale steht, will man auch gewinnen. Wir sind alle sehr enttäuscht."

Uwe Krupp, der seinen ersten Meistertitel als Trainer verpasste, gab sich wortkarg: "Ich möchte keinen Einblick in mein Seelenleben geben. Es ist Zeit, den Eisbären zu gratulieren."

Jackson denkt nicht an Abschied

Sein Berliner Kollege Jackson führte die Eisbären zum fünften Titel seit seinem Amtsantritt 2007.

Der Vertrag des Amerikaners läuft aus, Gerüchten zufolge besitzt er aber durch den Titelgewinn eine vertraglich zugesicherte Option zur Verlängerung. An Abschied denkt er nicht.

"Ich bleibe bei den Eisbären, so lange sie mich wollen. Ich habe keinen Grund, Berlin zu verlassen", sagte der 56-Jährige.

Haie stehen sich selbst im Weg

Die Berliner waren im ersten Drittel das spielbestimmende Team, mit ihrem aggressiven Forechecking zwangen sie die Kölner immer wieder zu Fehlern.

Die Haie machten sich das Leben durch unnötige Strafzeiten - unter anderem nach einem Wechselfehler - auch selbst schwer.

Bei der 1:0-Führung hatte der Gastgeber aber Glück, als die Schiedsrichter nach einem Stockschlag gegen den frei aufs Tor laufenden Locke auf Penalty entschieden.

Campino guckt zu

Danach hätten Mulock und Darin Olver das zweite Tor erzielen müssen, doch Haie-Goalie Danny Aus den Birken hielt sein Team in dieser Phase mit starken Paraden im Spiel.

Auch die Kölner suchten nun entschlossener den Abschluss, blieben aber zunächst glücklos.

Das dürfte auf der Tribüne Campino, Frontmann der Rockband "Die Toten Hosen" und bekennender Fan von Kölns Rivalen Düsseldorfer EG, mit Freude zur Kenntnis genommen haben.

Zwischenhoch der Haie

Doch im Mitteldrittel änderte sich das Bild zunächst. Die Haie agierten wesentlich zielstrebiger, der Ausgleichstreffer nach einem Traumpass von Schweden-Star Andreas Holmqvist gab ihnen merklich Rückenwind.

Doch erneut brachte ein Unterzahlspiel das Krupp-Team aus dem Rhythmus, das 1:2 durch einen Gewaltschuss von Talbot war die Folge.

Die Berliner nutzten die Unsicherheit beim Gegner zum dritten Treffer nur drei Minuten später.

Konterchancen tun sich auf

Die anvisierte Aufholjagd der Gäste erhielt im Schlussdrittel sofort einen Dämpfer, als Nationalspieler Moritz Müller auf die Strafbank musste.

Der achtmalige Meister überstand die Unterzahl unbeschadet, verlor aber wertvolle Zeit. In den Schlussminuten versuchten sie es mit wütenden Angriffen und liefen in gefährliche Konter.

Sechseinhalb Minuten vor dem Ende holte Krupp erstmals seinen Goalie aus dem Tor, doch auch das nutzte nichts mehr.

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