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Jackson war von 1997-2005 Assistenztrainer in der NHL für Pittsburgh, Chicago und Ottawa © getty

Nach seinem fünften DEL-Titel denkt Berlins Coach nicht an einen Abschied. Dabei lockt München mit einem Großprojekt.

Berlin - Uwe Krupp war schon längst mit leerem Blick in die Kabine geflüchtet, als Don Jackson seinen großen Auftritt hatte.

Vor der Fankurve der Eisbären Berlin hüpfte der Amerikaner wie ein Irrwisch auf und ab, reckte dann den Silberpokal in die Höhe und ließ sich von den Anhängern mit Sprechchören feiern (706994DIASHOW: Die Bilder der Meisterfeier).

Für den "stillen Don" fast schon ein emotionaler Ausbruch.

Bei seinem fünften Meistertitel in sechs Jahren hatte "Jackson Five" nicht nur den Kölner Trainerkollegen Krupp klar in den Schatten gestellt.

Einmal Eisbär, immer Eisbär?

Mit einer Liebeserklärung an den Klub setzte er auch den Spekulationen um seinen Weggang ein Ende.

"Ich bin ein Eisbär. Solange man mich hier haben will, bleibe ich. Es gibt keinen Grund, Berlin zu verlassen", sagte der 56-Jährige nach dem 4:1-Sieg im vierten und letzten Finalspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Haie (Bericht).

Eisbären-Manager Peter John Lee nahm den Puck sofort auf: "Dann werden wir gleich verhandeln. Er hat Spaß und Erfolg, warum sollte er auch weggehen wollen?"

Jackson heiß begehrt

Vielleicht, weil 600 km südlich in München das Großunternehmen Red Bull ein reizvolles Eishockey-Projekt plant und Gerüchten zufolge ein Auge auf den erfolgreichsten Trainer der vergangenen Jahre geworfen hat.

Jacksons Vertrag läuft offiziell aus, der Titel-Garant ist daher heiß begehrt.

Nach seinem klaren Bekenntnis spricht aber alles für einen Verbleib beim DEL-Rekordchampion (sieben Titel in neun Jahren), auch wenn Lee nur vorsichtig optimistisch ist: "Donnie wird sich Zeit lassen. Er war noch nie schnell in diesen Dingen."

Spieler schwärmen von Jackson

Die Spieler hielten noch bei der Siegerfeier auf dem Eis ein Plädoyer für ihren Coach. "Er hat einen super Charakter, ich habe viel von ihm gelernt", sagte Kapitän Andre Rankel nach dem ersten Titel-Hattrick der Vereinsgeschichte (DATENCENTER: DEL-Playoffs).

Auch Jens Baxmann schwärmte: "Er weiß genau, wie er uns anzupacken hat, wann er uns Freiraum geben kann und wann er die Zügel anziehen muss."

Junge Deutsche blühen auf

Jacksons Qualitäten waren in dieser Achterbahn-Saison allesamt gefragt. Nach dem Karriereende der Führungsspieler Sven Felski und Stefan Ustorf fehlte dem Titelverteidiger lange Zeit der Punch.

Nach schwächerer Hinrunde blühten die jungen deutschen Spieler wie Rankel, Florian Busch und Constantin Braun (zum MVP gewählt) in den Playoffs in ihren neuen Führungsrollen auf (STENOGRAMME: Das Finale).

Am Ende bewiesen die abgezockten Berliner wieder einmal: Von den Eisbären lernen, heißt siegen lernen.

Krupp etwas angefressen

"Die Erfahrung hat sich gegen mein spielerisch stärkeres Team durchgesetzt", sagte Haie-Coach Krupp.

Wie sehr ihn die Niederlage in seinem ersten Finale als Trainer persönlich mitnahm, wollte der frühere Stanley-Cup-Sieger nicht preisgeben.

"Jetzt ist die Zeit, den Eisbären zum Titel zu gratulieren und nicht, um einen Einblick in mein Seelenleben zu geben", raunzte der ehemalige Bundestrainer vor laufender Kamera den Fragesteller an.

Krupp gibt Versprechen ab

Der Frust bei Krupp saß tief, für seinen Freund Jackson aber konnte er sich dennoch freuen. "Für mich ist seine Arbeit in Berlin einmalig. Er ist ein sehr netter Kerl, ich respektiere ihn sehr", sagte der ehemalige NHL-Star.

Krupps Zukunft in Köln ist gesichert, er wird auch in der kommenden Saison an der Haie-Bande stehen. Und einen nächsten Anlauf auf den ersten Meistertitel des Traditionsklubs seit 2002 wagen: "Die Haie kommen nächstes Jahr zurück. Verlassen Sie sich darauf."

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