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Hans Zach konnte 2004 mit den Kölner Haien bereits den Eishockey-Pokal gewinnen © getty

Wolfsburg und Hannover kämpfen im Pokalfinale um den ersten Titel ihrer Vereinsgeschichte. Doch der Cup steht auf der Kippe.

München - Zwei Tölzer Trainer streiten im Duell der Generationen, zwei Niedersachsen-Klubs um ihren ersten Titel: Das Pokalfinale zwischen dem EHC Wolfsburg und den Hannover Scorpions birgt jede Menge Brisanz - und könnte doch das letzte sein.

"In der nächsten Saison ist der Terminplan wegen Olympia verdammt eng. Es kann sein, dass wir dann aussetzen", sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), vor dem siebten Endspiel am Dienstag (19 Uhr LIVESCORES).

"Es gibt noch keine konkreten Gedanken, wie es danach weitergeht. Wir müssen sicherlich überlegen, wie wir den Wettbewerb wirtschaftlich attraktiver machen", meinte Tripcke weiter. Die DEL-Gesellschafter befassen sich am 3. März mit der Zukunft des Pokals.

Pokal als Zuschussgeschäft

Bislang ist der Wettbewerb für viele ein Zuschussgeschäft, erst ab dem Halbfinale nimmt das Zuschauerinteresse zu. Das Niedersachsen-Derby war bereits nach wenigen Stunden ausverkauft.

Der Reiz ist besonders groß, weil beide Klubs noch nie einen Titel gewonnen haben. "Es kommt auf jeden Fall eine neue Mannschaft auf die Siegerliste. Wir werden mit vollstem Ehrgeiz zur Sache gehen", versprach Hannovers Trainer Hans Zach.

Titel für Bad Tölz

Für den ehemaligen Bundestrainer, der bereits 2004 mit den Kölner Haien den Pokal gewann, ist das Finale auch aus einem anderen Grund ein besonderes Spiel.

"Bad Tölz hat den Titel schon sicher", meinte Zach mit Blick auf das Duell mit seinem Kollegen Toni Krinner, der ebenfalls aus der oberbayerischen Eishockey-Stadt stammt: "Ein schöner Zufall."

Der 59-jährige Zach, 18 Jahre älter als sein ehemaliger Spieler, lobt den Wolfsburger Coach in den höchsten Tönen. "Er hat sich von der dritten Liga hochgearbeitet, das ist nicht so einfach", sagte Zach: "Es freut mich, wie gut er sich entwickelt hat."

Scorpions schwächelten zuletzt

Gut entwickelt haben sich auch die Scorpions unter Zach.

Nach den Rängen sechs und acht in den ersten Jahren mit dem Ex-Bundestrainer an der Bande ist Hannover zwei Spieltage vor Schluss der Hauptrunde noch Spitzenreiter, schwächelte zuletzt allerdings beim 2:7 gegen Meister Eisbären Berlin (Eisbären stechen den Spitzenreiter aus) und beim 1:5 beim Aufsteiger Kassel Huskies (Dem Spitzenreiter geht die Luft aus).

"Wir sind am längsten von allen in dieser Saison Tabellenführer, auch wenn es zum Schluss so scheint, als sollten uns die Berliner noch den Rang ablaufen", sagte Zach und bezeichnete den Saisonverlauf als "Sensation".

Keine Verletzungssorgen

Dass ihm kaum Spieler wegen Verletzungen fehlten, sei der Hauptgrund für den bisherigen Erfolg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zudem kann der Tölzer in Hannover schalten und walten wie er will: "Ich habe das alleinige Sagen im sportlichen Bereich, keiner redet mir rein."

So schön ein Pokal-Triumph auch sein mag, die wichtigste Saisonphase beginnt erst danach. Hannover will möglichst als Vorrundenerster in die Playoffs um die deutsche Meisterschaft starten, Wolfsburg seine geringe Chance auf Platz sechs und die direkte Viertelfinal-Teilnahme nutzen.

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