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In der letzten Saison gewannen die Eisbären Berlin den Titel gegen die Kölner Haie © getty

Die DEL startet in ihre 20. Saison - mit neuem Investor, mehr Konkurrenz und einem alten Traditionsklub. Ein Manko bleibt aber.

Köln - Frisches Geld von einem Global Player, starke Konkurrenz für den Serienmeister Eisbären Berlin und die Rückkehr eines Traditionsklubs: Die Deutschen Eishockey Liga (DEL) startet in ihre 20. Saison und sieht viele Gründe zum Feiern.

"Wir haben die Messlatte schon sehr hoch gelegt, aber wir wollen uns überall noch weiterentwickeln", sagte Geschäftsführer Gernot Tripcke vor dem Auftakt am Freitag (ab 19.30 Uhr LIVESCORES).

Schönheitsfehler Olympia

Ein gravierender Schönheitsfehler trübt jedoch die Jubiläumsfreude. Wenn im Februar die Besten der Besten vor einem Milliardenpublikum weltweit um olympische Ehren kämpfen, sind die deutschen Eishockey-Stars nur Zuschauer.

"Natürlich schmerzt es, dass wir in Sotschi nicht dabei sind", gab Tripcke zu, "aber es hilft kein Jammern. Wir müssen daran arbeiten, dass so was in Zukunft nicht mehr passiert."

Die deutsche Nationalmannschaft hatte sich erstmals sportlich nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert. Die größte Werbeplattform für ihre Sportart - mit Live-Übertragungen der Öffentlich-Rechtlichen - steht der DEL ausgerechnet in ihrem Jubiläumsjahr damit nicht zur Verfügung.

Bessere Zusammenarbeit

"Der Warnschuss kam vielleicht ein bisschen zu spät", sagte Tripcke. Die Bedeutung der Nationalmannschaft hat die Liga nach vielen Querelen mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) in der Vergangenheit mittlerweile erkannt und selbst Mitverantwortung für die deutsche Auswahl übernommen.

"Die Zusammenarbeit mit dem DEB läuft nach und nach in geordneten Bahnen", erklärte der DEL-Geschäftsführer.

Neue wirtschaftliche Dimensionen

Von der historischen Olympia-Pleite ihrer Stars abgesehen steht die DEL zum Jubiläum gut da. Nach einer Rekordsaison mit 2,5 Millionen Zuschauern und der Rückkehr ins Free-TV stößt sie wirtschaftlich in neue Dimensionen vor. "Der Gesamtumsatz geht gegen 100 Millionen Euro", sagte Tripcke.

Neue Millionen kommen vom Getränkehersteller Red Bull, der den EHC München übernahm und den Etat des Klubs auf angeblich 13 Millionen Euro schraubte.

"Es ist sehr, sehr positiv, dass wir nach anderen großen Firmen einen solchen Blue Chip als Investor gewonnen haben", meinte Tripcke. Mit der Finanzspritze aus Österreich mutierte der Aufsteiger von 2010 innerhalb eines Sommers vom Kellerkind zum Titelaspiranten.

"Wir wollen ein gutes erstes Jahr spielen und das letzte Spiel gewinnen", kündigte der neue Trainer Pierre Page vollmundig an.

Viel Konkurrenz für Berlin

Wie man Meister wird, weiß der Kanadier, der mit den Eisbären die ersten beiden der mittlerweile sieben DEL-Titel holte. Platz zwei zählt für Page nicht: "München ist eine Stadt der Champions, deshalb können wir nicht Durchschnitt sein." Unter anderem die Nationalspieler Yannic Seidenberg und Alexander Barta folgten dem Ruf nach München.

Aber nicht nur Page und Co. wollen den Rekordmeister Berlin vom Thron stoßen. Auch "Vize" Kölner Haie mit dem ehemaligen Bundestrainer Uwe Krupp und Vorrundensieger Adler Mannheim wollen die Dominanz der Eisbären beenden.

Krupp setzt auf das Team der Vorsaison: "Wir haben unsere Mannschaft zusammengehalten, sehr wenig verändert und sind eingespielt."

"Welcome back" für Hecht und Schwenningen

Die Adler begrüßen Jochen Hecht nach 15 Jahren und 892 Spielen in der NHL zurück in Mannheim. Der 36-Jährige freut sich nicht nur, "morgens mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren und Brötchen einkaufen zu können". Der Ex-Nationalspieler, 1997 und 1998 mit Mannheim deutscher Meister, will auch sportlich wieder "oben mitmischen".

Neben wirtschaftlichen Rekordzahlen und großer sportlicher Ausgeglichenheit setzt die DEL in der Jubiläumssaison auch auf einen Rückkehrer mit Tradition. Die Schwenninger Wild Wings erkauften sich zehn Jahre nach ihrem Zwangsabstieg den Weg zurück, indem sie die Lizenz der Hannover Scoprions für 1,2 Millionen Euro erwarben.

Die Euphorie im Schwarzwald ist groß. "Wir werden eine DEL-taugliche Mannschaft aufs Eis bringen und wollen für die eine oder andere Überraschung sorgen", versprach Gesellschafter Thomas Burger.

"Schwenningen ist ein sehr traditionsreicher Eishockey-Standort, mit dem wir auch einen weißen Fleck auf der DEL-Landkarte tilgen", sagte Tripcke.

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