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Seit drei Jahren spielt der EHC München in der DEL © getty

Im Münchner Eishockey beginnt mit dem Saisonstart gegen Hamburg eine neue Zeitrechnung - dank des Einstiegs eines Großsponsors.

München - Christian Winkler ist jetzt seit zehn Jahren Manager des EHC München. Er hat alles mitgemacht. Höhen. Tiefen. Höhen. Tiefen.

Er hat nicht vergessen, wie hart diese zehn Jahre waren - immer wieder ging es ums sportliche Überleben, erst recht in den drei Jahren in der Deutschen Eishockey Liga (DEL)

"Jetzt", sagt Winkler, "beginnt eine neue Zeitrechnung".

Etat: 13 Millionen Euro

Und das liegt einzig und allein daran, dass der EHC München nun offiziell zum Sport-Portfolio des Getränkeherstellers Red Bull gehört.

Bemerkenswerte Zahlen umgeben vor dem Ligastart gegen die Hamburg Freezers das Münchner Eishockey.

Der Gesamtetat beträgt rund 13 Millionen Euro, drei Millionen davon gingen dem Vernehmen nach in die Aufhübschung der alten Olympia-Eishalle nebst angebauter, 300 Quadratmeter großer Lounge.

Die Gehälter für die Spieler summieren sich angeblich auf sechs Millionen Euro.

"Oben dabei sein"

Aber über Zahlen sprechen sie nicht gerne bei EHC.

"Der Etat ist höher, als er früher war"; "wir geben keine Zahlen bekannt"; "wir werden sicher oben dabei sein."

Doch jedem in der Liga ist klar. Die Summe, die Red Bull in München investiert, liegt weit über dem, was andernorts veranschlagt wird.

Meister Eisbären Berlin (geschätzte 7,5 Millionen Euro), Adler Mannheim (7,4 Millionen), Hamburg und die Kölner Haie (7 Millionen) können da nicht mithalten. Und Klubs wie die Düsseldorfer EG (5,3 Millionen), die erst durch die Einnahmen von 400.000 Euro aus einem Konzert der Toten Hosen die Lizenz rettete, erst recht nicht.

"Wie ein Traum"

Das viele Geld, 23 neue (plus sechs bisherige) Spieler sowie die Verpflichtung des selbstbewussten Trainers Pierre Page sorgen für Euphorie.

"Das ist wie ein Traum, man hofft, dass man nicht aufwacht und dann alles nicht stimmt", sagt Winkler. Doch, es stimmt.

Und Page, einst Cheftrainer bei vier Klubs in der NHL, Meister mit den Eisbären in den Jahren 2005 sowie 2006 und dreimal Meister mit Salzburg, sagt, dies sei erst der Anfang: "Dies ist Kapitel eins in einem Film."

Es soll ein Meisterwerk werden.

Page, der Visionär

Page hat hohe Ansprüche - und er gefällt sich in der Rolle des Visionärs.

München sei eine Stadt der Champions, "deshalb können wir nicht Durchschnitt sein", meint er. Sein Motto: "Think big."

Er verspricht, dass sie in München etwas Spezielles erschaffen wollen, auf das "das ganze deutsche Eishockey stolz sein kann."

Als Ziel nennt er indirekt die Meisterschaft. Denn er will "das letzte Spiel der Saison gewinnen".

FC Bayern als Vorbild

Als Vorbild sieht er die Fußballer der Stadt.

Warum der FC Bayern München so erfolgreich sei? "Weil sie einen Plan haben und ihn durchgezogen haben", sagt er.

Was der FC Bayern geschaffen habe, das sei sehr speziell, und daran müsse sich der EHC orientieren.

Er weiß, dass viel Arbeit auf ihn wartet.

Acht Tests, sechs Pleiten

"Eishockey wurde hier nur am Leben gehalten", sagt Page, "aber jetzt müssen wir etwas Großes machen." Ob das Geld und die Visionen reichen, ist jedoch ungewiss.

In der Vorbereitung hat der EHC wegen des Hallen-Umbaus alle acht Testspiele auswärts bestreiten müssen - und nach zwei Siegen gab es sechs zum Teil ernüchternde Niederlagen.

"Die Chemie", analysiert Page, "ist noch nicht da".

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