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Wolfsburgs Gregg Johnson (l) legt den Panther Patrick Buzas flach © getty

Erstmals im Viertelfinale: Wolfsburg feiert lange. Der Sportdirektor setzt auf "Vitamin B". Hamburg will den Heimfluch brechen.

Berlin/Wolfsburg - Den ersten Viertelfinaleinzug der Vereinsgeschichte begoss der EHC Wolfsburg auf der achtstündigen Rückfahrt im Bus mit reichlich "Vitamin B" - der Beutezug der Grizzly Adams soll aber noch weitergehen.

"Wir sind noch lange nicht satt und zufrieden. Im Viertelfinale ist hoffentlich noch nicht Schluss", sagte Trainer Toni Krinner nach dem entscheidenen 4:3 nach Verlängerung im Vor-Playoff der DEL bei den Augsburger Panthern.

In der Runde der besten acht Teams trifft Wolfsburg ab Freitag auf den Niedersachsen-Rivalen Hannover Scorpions, gegen den die Überraschungsmannschaft der Saison vor zwei Wochen im Pokalfinale den ersten Klub-Titel gewonnen hatte.

"Damit sie besser schlafen können"

Im zweiten Duell der Vor-Playoffs zwischen den Hamburg Freezers und den Frankfurt Lions kommt es nach dem 2:1 nach Verlängerung der Hamburger SPIELBERICHTE: Wolfsburg erstmals in den Playoffs am Mittwoch (19.30 Uhr LIVESCORES) beim Stand von 2:2 zum Showdown.

Diese Nervenschlacht haben die Kufencracks des EHC vermieden und wurden dafür bis zur Ankunft in Wolfsburg um 6 Uhr früh von Sportdirektor Karl-Heinz Fliegauf mit Bier belohnt.

"Das ist Vitamin B - damit sie besser schlafen können", sagte Fliegauf und ergänzte stolz: "Der Pokalsieg ist gut für den Briefkopf, aber ins Viertelfinale einzuziehen, ist viel schwieriger. Das ist eine sensationelle Leistung."

Alle Erwartungen übertroffen

Doch Fliegauf darf sich getrost auf die eigenen Schultern klopfen, denn er selbst gilt als Vater des Erfolgs. Nicht wenige zweifelten an der Entscheidung des 48-Jährigen, im Februar 2007 beim damaligen Zweitligisten einzusteigen.

Doch nach dem Aufstieg und einem durchwachsenen ersten DEL-Jahr formte er ein Team, das in dieser Saison alle Erwartungen übertrifft.

"Das ist fast schon ein bisschen beängstigend, denn Erfolg schürt auch immer Erwartungen", meinte Fliegauf.

Zuschauerzahlen "enttäuschend"

Für sein ausgesprochen glückliches Händchen bei den Spielertransfers, wie beim Top-Torschützen Ken Magowan (30 Treffer), den er aus der zweiten Liga holte, wurde Fliegauf kürzlich zum "Manager des Jahres" gewählt. Außerdem ergänzen sich der Sportdirektor und Trainer Krinner hervorragend.

Nur das mangelnde Faninteresse trübt ein wenig die Freude der Wolfsburger. Zu den Heimspielen gegen Augsburg kamen im Schnitt nur 1753 Zuschauer.

"Das war enttäuschend. Aber wir sind noch kein Standort mit großer Tradition und müssen gegen die Fußballer des VfL um jeden Zuschauer kämpfen", erklärte Fliegauf. Gegen den Erzrivalen aus Hannover hoffe er jedoch auf eine "volle Bude".

Freezers wollen den Heimfluch beenden

Wer Wolfsburg über den Umweg der Qualifikation ins Viertelfinale folgt, wird sich am Mittwoch herausstellen.

Hamburg genießt dank der besseren Hauptrundenplatzierung zwar Heimrecht, doch das ist in dieser Serie alles andere als ein Vorteil: In allen vier bisherigen Partien verließen die Gäste als Sieger das Eis.

Die Freezers wollen diesen "Heimfluch" nun beenden. "Dreimal schlagen die uns nicht zu Hause", sagte Nationalspieler Alexander Barta, der am Montag in der siebten Minute der Verlängerung das 2:1 erzielte und damit das fünfte Spiel erzwang. (Ergebnisse und Spielplan der Pre-Playoffs)

Der Sieger trifft im Viertelfinale auf Titelverteidiger und Hauptrunden-Gewinner Eisbären Berlin.

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