vergrößernverkleinern
Eisbären-Manager Lee (l.) zusammen mit Anschütz-Vertreter Kornett (M.) und Billy Flynn © imago

Eishockey in Berlin boomt wie nie zuvor. Die Eisbären ziehen eine positive Bilanz und in Kalifornien ist man darüber erfreut.

Berlin - Zuschauer-Boom, Run auf Fanartikel und erhöhtes Sponsoreninteresse: Beim deutschen Meister und Vorrundensieger Eisbären Berlin läuft vor Beginn der Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht nur sportlich alles glatt, auch wirtschaftlich wirbelt der Titelfavorit auf ziemlich festem Eis.

Der Umzug vor Saisonbeginn vom kleinen Wellblechpalast in Europas modernste Eisarena am Ostbahnhof hat sich ausgezahlt.

Die neue Heimat der Berliner war zwölfmal mit 14.200 Zuschauern ausverkauft, im Schnitt kamen 13.746 Fans, was im Vergleich zur Vorsaison eine Verdreifachung und eine Auslastung von knapp 95 Prozent bedeutete.

"Mannschaft für ganz Berlin und Brandenburg"

Insgesamt 357.400 Anhänger sahen die 26 Vorrunden-Heimspiele in der Arena im Szenebezirk Friedrichshain-Kreuzberg. In Europa zählen beim Eishockey nur die Kassenwarte des Schweizer Erstligisten SC Bern mit 16.172 Besuchern pro Spiel mehr Fans als die Eisbären.

"Durch die steigende Zahl an Zuschauern und Sponsoren sind wir einen großen Schritt in Richtung finanzielle Eigenständigkeit vorangekommen", sagt Berlins Geschäftsführer Billy Flynn.

Kamen im alten Wellblechpalast die Zuschauer in erster Linie aus Brandenburg und den Berliner Ostbezirken, so kann Flynn vor den Play-offs verbreiten, dass "wir eine Mannschaft für ganz Berlin und Brandenburg geworden sind".

Genugtuung in den USA

Bei der Anschutz-Gruppe in Los Angeles dürfte die Nachricht Genugtuung auslösen. Im Jahr 1999 hatte der US-Milliardär Philip Anschutz den damals finanziell blutleeren Verein übernommen, pumpte Millionen in das Eishockey-Team aus dem Berliner Osten und steht nun mehr denn je als Krösus da.

Inzwischen glänzen die Eisbären nämlich nicht nur mit drei deutschen Meistertiteln. Die Berliner gehören zu den bekanntesten Sportvereinen Deutschlands.

Vergleich mit Fußball

Die Klub-Hymne "Hey, wir wollen die Eisbären sehen" von den Puhdys kennt inzwischen ganz Deutschland. Mit einem Bekanntheitsgrad von 61 Prozent unter den Deutschen können sich die Cracks von der Spree gar mit einigen Fußball-Bundesligisten messen. Das spürt auch Eisbären-Marketingdirektor Detlef Müller.

"Der Souvenir-Verkauf hat mächtig angezogen", sagt Müller.

Allein 15.000 Schals, 2000 Trikots und 1500 Shirts gingen in dieser Saison über die Ladentische. Und in der letzten Woche der DEL-Vorrunde mit drei Heimspielen klingelten trotz Wirtschaftskrise über 40.000 Euro in der Fanartikel-Kasse. Nun hofft Müller, dass die Merchandising-Stände der Eisbären in der Play-off-Runde (Ergebnisse und Spielplan der Play-offs) noch möglichst lange geöffnet bleiben.

Topform vor den Play-offs

Eisbären-Trainer Don Jackson ist zuversichtlich: "Wir wollen ins Finale und den Titel verteidigen. Dafür haben wir in den letzten Tagen noch einmal hart trainiert. Die Mannschaft ist in absoluter Topform", meint der Amerikaner vor dem Playoff-Viertelfinale gegen Hamburg. (Freezers komplettieren die Viertelfinals)

Allerdings wird der Coach zumindest in den Spielen am Freitag und Sonntag wohl auf die angeschlagenen Stefan Ustorf (Kieferbruch), Richi Regehr (Unterleibprellung) und Florian Busch (Schienbein-Prellung) verzichten müssen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel