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Hans Zach ist seit der Saison 2006/2007 Trainer der Hannover Scorpions © getty

Nach der Pleite im dritten Playoffspiel nimmt Hannovers Coach seine Spieler aus der Schusslinie. Berlin denkt bereits an die nächste Runde.

München - Meister Eisbären Berlin bleibt in den Playoffs souverän auf Titelkurs, bei zwei strauchelnden Mitfavoriten gibt es dagegen den ersten Ärger.

Trainer Hans Zach attackierte nach der 2:3-Niederlage seiner Hannover Scorpions im dritten Viertelfinale gegen Pokalsieger EHC Wolfsburg die eigene Klubführung.

In Düsseldorf nahm sich Manager Lance Nethery nach dem 1:2 der DEG Metro Stars gegen die Krefeld Pinguine seine schwächelnden Stars zur Brust.

Zach sauer über fehlende Zuschauer

"In den wichtigsten Spielen des Jahres ist die Halle halbleer, das nimmt mir jegliche Motivation", schimpfte Zach, nachdem nur 3718 Zuschauer die dritte Playoff-Auflage des Niedersachsen-Derbys hatten sehen wollen.

Verantwortlich machte der Ex-Bundestrainer die Führungsetage der Scorpions. Sie hatte vor den Playoffs die Preise erhöht und ermäßigte Karten stark kontingentiert. "Das war ein Eigentor sondergleichen", meinte Zach.

"Wenn einer was sagt, höre ich auf"

Hannover hat als Vorrundenzweiter seine bislang beste DEL-Saison absolviert, liegt in der Best-of-Seven-Serie gegen Außenseiter Wolfsburg nun aber mit 1:2 Siegen hinten.

"Wir haben die Halle vollgespielt und einen Zuschauerstamm aufgebaut", sagte Zach.

Konsequenzen seiner Attacke gegen die Klubführung fürchtet er nicht: "Wenn einer was sagt, höre ich eben nach der Saison auf."

Geschäftsführung steht hinter Zach

Geschäftsführer Marco Stichnoth bemühte sich sofort, die Wogen zu glätten. "Es steht nicht zur Diskussion, Zachs Vertrag aufzulösen", sagte der ehemalige Nationalmannschaftsmananger.

Zach ist noch bis 2010 an Hannover gebunden und will danach eine Pause einlegen.

Wolfsburg ohne Pätzold

Mit seinem Ausbruch wollte der "Alpenvulkan" wohl in erster Linie den Druck von seinem Team nehmen, das am Freitag (19.30 Uhr LIVESCORES) in Wolfsburg erneut ohne den verletzten Nationaltorwart Dimitri Pätzold antreten muss.

Am Dienstag scheiterten die Scorpions beim "Einbahnstraßen-Eishockey" (Zach) an Wolfsburgs Goalie Oliver Jonas und der schwachen Chancenverwertung.

Nethery fordert mehr Einsatz

In Düsseldorf nahm Nethery seine enttäuschenden Stars Adam Courchaine, Rob Collins und Brandon Reid ins Visier. "Drei von sechs Topstürmern sind bisher in dieser Serie nicht anwesend. So werden wir nicht weiterkommen", sagte der Manager nach der zweiten Heimniederlage gegen Krefeld.

Auch Trainer Harold Kreis war sauer: "Wir haben insgesamt zu wenig Druck erzeugt. 20 Schüsse sind für ein Heimteam eindeutig zu wenig."

Drittes Heimspiel für Krefeld

Sein Gegenüber Igor Pawlow, dessen Team am Freitag vor eigenem Publikum 3:1 in Führung gehen kann, freute sich indes nach "schnellem, fairem, hartem und spannendem Eishockey", dass die Pinguine ein drittes Playoff-Heimspiel sicher haben.

"Das ist gut fürs Geschäft", sagte der Pinguine-Manager.

Eisbären so gut wie durch

Den kürzesten Weg ins Halbfinale nimmt Titelverteidiger Berlin. Nach dem 7:2 gegen die Hamburg Freezers kann der Vorrundensieger bereits am Freitag den Einzug in die Runde der letzten Vier perfekt machen.

Trainer Don Jackson blickte schon weiter: "Wir müssen für unsere weiteren Aufgaben noch am Powerplay arbeiten." Erst zweimal trafen die Eisbären bisher in Überzahl.

Adler auf Kurs

Auf Kurs ist auch DEL-Rekordmeister Adler Mannheim. Nach dem 3:2 gegen die Nürnberg Ice Tigers führt der Vorrundenvierte mit 2:1 Siegen.

Vor dem vierten Spiel am Freitag in Nürnberg macht Trainer Teal Fowler allerdings das Unterzahlspiel Sorgen: "Wir müssen unser Penalty-Killing ändern, die Nürnberger sind bärenstark im Powerplay."

Fünf Tore erzielten die Franken bereits in Überzahl.

Lange Pause für Keller

Den Ice Tigers fehlt allerdings in den nächsten Spielen Stürmer Florian Keller. Der 33-Jährige, der vom Puck im Gesicht getroffen worden war und minutenlang regungslos auf dem Eis gelegen hatte, erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Jochbeinbruch.

Er blieb über Nacht in der Mannheimer Uniklinik zur Beobachtung.

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