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Mannheims Rene Corbert (r.) erzielte am Sonntag den 5:2-Endstand © getty

Die Adler feiern das Halbfinale, in Nürnberg beginnt das große Zittern. Bei Hannover gegen Wolfsburg müssen zwei Hitzköpfe aussetzen.

Berlin - Meisterträume in Mannheim, Zukunftssorgen in Nürnberg und Hitzköpfe in Hannover: Die fünften Viertelfinalspiele in den Playoffs der DEL weckten zahlreiche Emotionen (Adler stürmen ins Halbfinale).

Während Rekordmeister Adler Mannheim mit dem 5:2 gegen die Nürnberg Ice Tigers den entscheidenden vierten Sieg in der Serie "Best of seven" und den Halbfinaleinzug ausgelassen feierte, begann für die finanziell angeschlagenen Nünberger nach dem sportlichen Aus das große Zittern.

"Ich hoffe sehr, dass es in Nürnberg mit dem DEL-Eishockey weitergeht. Unter den Umständen war es schon eine riesige Leistung, dass wir überhaupt in die Playoffs gekommen sind", sagte der Nürnberger Sportdirektor Otto Sykora.

Seinem hoch verschuldetem Klub droht nach wie vor die Insolvenz.

Die Zeit drängt

Derzeit verhandelt die Investorengruppe um den Schmuckhändler Thomas Sabo, die schon vor der Meisterschaftsrunde als Trikotsponsor einsprang, über die Übernahme der Ice Tigers GmbH.

Die letzten Signale waren positiv, aber die Zeit drängt, denn vielen Spielern liegen Angebote anderer Klubs vor. Sykora traf sich deshalb breits am Montag zu Gesprächen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Volker Böhm.

"Weil die Spieler wissen müssen, was Sache ist", meinte Sykora. Der Manager hofft auf eine Entscheidung zur Zukunft noch in dieser Woche (Duisburg zieht sich zurück) .

Fünf Minuten Freude

In Mannheim war die Stimmung nach dem Halbfinaleinzug als zweites Team nach Titelverteidiger Eisbären Berlin dagegen ausgelassen.

"Die Jungs dürfen sich jetzt fünf Minuten freuen, danach müssen wir uns auf das nächste Spiel vorbereiten. Wenn wir aber so weiter spielen, ist noch viel möglich", meinte Adler-Coach Teal Fowler, der erst vor den Playoffs das Amt vom entlassenen Dave King übernommen hatte.

Seit dem Trainerwechsel "ist etwas im Team zusammengewachsen", wie Mannheims Manager Marcus Kuhl findet: "Fowler und Co-Trainer Greg Thomson haben das Talent, was in der Mannschaft steckt, zum Vorschein gebracht", erklärte Kuhl.

Scorpions und DEG mit Matchbällen

Auf wen die Adler im Halbfinale treffen, ist noch unklar.

Am Dienstag haben sowohl die Hannover Scorpions beim EHC Wolfsburg als auch die Düsseldorfer EG bei den Krefeld Pinguinen (19.30 Uhr LIVESCORES) nach 3:2-Führungen in ihren Serien Matchball (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse der Playoffs).

Dafür hatte besonders der Vorrundenzweite aus Hannover am Sonntag einen wahren Kraftakt vollbracht. Die Mannschaft von Trainer Hans Zach machte einen 1:3-Rückstand wett und setzte sich noch mit 4:3 durch.

"Das 1:3 war natürlich ein Nackenschlag. Aber danach hat die Mannschaft unglaublichen Charakter gezeigt", sagte Zach.

Matchstrafen für Kathan und Magowan

Der ehemalige Bundestrainer muss im sechsten Viertelfinal-Duell der niedersächsischen Rivalen auf Klaus Kathan verzichten.

Der Scorpions-Stürmer kassierte genauso wie Wolfsburgs Torjäger Ken Magowan nach einem harten Foul eine Matchstrafe. Über die Sperren verhandelt die DEL am Dienstag.

EHC-Verteidiger Petr Macholda musste nach Kathans Foul sogar mit Verdacht auf eine Wirbelverletzung ins Krankenhaus gebracht werden.

"Wir müssen jetzt die Nerven am Dienstag in den Griff bekommen", forderte Wolfsburgs Trainer Toni Krinner.

DEG setzt auf "harte Arbeit"

Auf harten Körpereinsatz setzt derweil auch der Vorrundendritte DEG im nächsten rheinischen Derby in Krefeld.

"Das hat den Krefeldern bisher nicht geschmeckt", sagte Stürmer Daniel Kreutzer nach dem 2:1 im fünften Duell, dem ersten Heimsieg der Serie (STATISTIK: Die Stenogramme).

"Wir sind für unsere harte Arbeit belohnt worden. Aber es wird in Krefeld wieder ganz eng werden", sagte Düsseldorfs Trainer Harold Kreis und warnte seine Spieler vor der hitzigen Atmosphäre: "Das wird ein Hexenkessel."

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