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Die Düsseldorfer EG wurde zuletzt vor 13 Jahren Deutscher Meister © getty

DEG-Manager Lance Nethery ist sauer, dass es zum Spiel 7 kommt und wird sarkastisch. Hannover fokussiert den Titel.

München - Die Hannover Scorpions feierten nur kurz den Halbfinaleinzug und richteten dann den Blick auf höhere Ziele.

Im rheinischen Derby muss derweil der ultimative Showdown die Entscheidung bringen: Die DEL-Playoffs nehmen zwei Wochen vor dem ersten Finale Fahrt auf (Scorpions im Halbfinale - Pinguins erzwingen 7. Spiel).

"Das war weniger Feiern als Erleichterung", sagte Nationaltorwart Dimitri Pätzold nach dem entscheidenden 2:0-Sieg der "Skorpione" beim Pokalsieger EHC Wolfsburg: "Schließlich war es nicht unser Saisonziel, ins Halbfinale zu kommen."

Nach dem dritten Einzug in die Runde der letzten Vier nach 2001 und 2006 haben die Niedersachsen noch Größeres vor. ad

Eine Million für den Titel

Die Meisterprämie ist bereits ausgehandelt: Eine Million Euro kassiert das Team von Hans Zach, wenn es erstmals den Titel nach Hannover holt.

Ein Ziel, das auch Zach für erreichbar hält. Der einstige Düsseldorfer Meistermacher, der seit 1993 keinen Meistertitel mehr gewonnen hat, hatte sein Team schon vor den Playoffs zum härtesten Konkurrenten für Vorrundensieger Eisbären Berlin erklärt.

"Wenn wir die erste Runde überstehen", ergänzte er (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse der Playoffs).

"Wir hatten mehr Kraft"

Nach dem entscheidenden vierten Sieg in der "best-of-seven"-Serie sah sich der 59-Jährige bestätigt. "Ich habe immer gesagt, dass die erste Serie die schwerste ist. So war es auch", sagte Zach. Wolfsburg sei ein gleichwertiger Gegner gewesen, "am Ende hatten wir mehr Kraft".

Der Pokalsieger hatte noch die vier Spiele aus den Vor-Playoffs gegen die Augsburger Panther in den Beinen.

Wolfsburgs Trainer Toni Krinner traut dem Zach-Team in dieser Saison noch einiges zu: "Ich glaube, da ist noch mehr drin für Hannover."

Allerdings müssen die Scorpions zunächst ihren Halbfinalfluch überwinden: In den Serien 2001 gegen Adler Mannheim und 2006 gegen Berlin gewann Hannover jeweils gegen den späteren Meister kein einziges Spiel.

Entscheidung am Donnerstag

Wer diesmal ihr Halbfinalgegner ist, erfahren die Niedersachsen erst am Donnerstag (19.30 Uhr, LIVESCORES), dann entscheidet sich das hochspannende rheinische Derby zwischen der Düsseldorfer EG und den Krefeld Pinguinen.

Setzt sich die DEG durch, ist Zachs Ex-Klub sein nächster Kontrahent. Gewinnt Krefeld, muss Hannover gegen den bereits qualifizierten DEL-Rekordmeister Mannheim antreten.

Die DEG vergab am Dienstag beim 3:4 in Krefeld ihren ersten Matchball und verärgerte dabei ihre sportliche Führung.

"Nur 40 Minuten Eishockey"

"Wir haben es uns die ganze Saison nicht leicht gemacht. Wir machen es uns auch jetzt nicht leicht", sagte Trainer Harold Kreis, den vor allem die schwache Leistung im ersten Drittel auf die Palme brachte.

"Da waren wir überhaupt nicht ebenbürtig. Wir haben nur 40 Minuten Eishockey gespielt," schimpfte er.

Immerhin holte die DEG den 0:3-Rückstand bis zur 45. Minute auf, hatte bei einem Pfostenschuss von Rob Collins (46.) sogar den Sieg und damit den Halbfinaleinzug vor Augen.

Doch ein kapitaler Fehlpass von Ryan Ramsey im eigenen Drittel auf den Krefelder Torschützen Chris Heid (47.) besiegelte die Niederlage.

"Ich bin sehr unzufrieden mit ihm"

"Das war ein katastrophaler individueller Fehler, der ist bestraft worden", sagte Manager Lance Nethery und fügte sarkastisch an: "Zumindest hat Ramsey jetzt seinen ersten Scorerpunkt in den Playoffs."

Der Ex-Krefelder, schon in der Hauptrunde eine Enttäuschung, war bislang an keinem Treffer der DEG beteiligt. "Ich bin sehr unzufrieden mit ihm", sagte Nethery.

Mit Wut im Bauch nach Düsseldorf

Kreis bemühte sich aber auch, vor dem entscheidenden siebten Spiel das Positive zu betonen.

"Die Mannschaft hat Moral gezeigt. Sie hat nach dem 0:3 nicht die Zelte eingepackt und ist nach Hause gegangen, sondern sie hat sich zurückgekämpft", stellte der Ex-Nationalspieler fest: "Mit dieser Einstellung und mit Wut im Bauch müssen wir am Donnerstag ins Spiel gehen."

Krefelds Coach Igor Pawlow war stolz auf sein Team. "Wir haben die Serie und die Saison verlängert", sagte der Russe, "jetzt geht es mit aller Kraft nach Düsseldorf."

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