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Hans Zach übernahm 2006 die Hannover Scorpions © getty

Der Scorpions-Coach sieht "ein "irreguläres Siegtor" - weshalb die DEG neuen Mut schöpft. Berlin hofft auf Düsseldorf als Finalgegner.

Düsseldorf - Nach dem Eishockey-Krimi mit Happy End schöpfte die Düsseldorfer EG neuen Mut für das Endspiel vor dem Endspiel, Hans Zach dagegen fühlte sich betrogen.

"Das Siegtor war irregulär", meinte der Trainer der Hannover Scorpions nach dem 3:4 nach Verlängerung im vierten Playoff-Halbfinale bei der DEG (Eisbären im Endspiel - DEG erzwingt Spiel 5).

Beim Treffer von Adam Courchaine nach 6:40 Minuten der Overtime hatte Zach Torraumabseits erkannt: "Das war ganz klar." Die Fernsehbilder bestätigten ihn.

Die Düsseldorfer blickten indes nach dem 2:2-Ausgleich in der Serie "Best of five" schon auf das entscheidende fünfte Duell am Dienstag (19 Uhr LIVESCORES).

"Wir sind am Leben geblieben. Dieser Sieg gibt uns Auftrieb", sagte Trainer Harold Kreis und versprach: "Wir werden unser bestes Spiel der Serie machen."

Spannung greifbar

Während Titelverteidiger Eisbären Berlin nach dem fünften Finaleinzug in sechs Jahren ganz gemütlich am Fernseher seinen Endspielgegner beobachten kann, ist bei den beiden Kontrahenten die Spannung greifbar (DATENCENTER: Die DEL-Halbfinals).

"Ein fünftes Spiel ist immer auch eine Sache der Nerven", sagte Scorpions-Stürmer Tore Vikingstad und forderte nach der unglücklichen Niederlage: "Wir dürfen jetzt bloß nicht die Köpfe hängen lassen.

Kreutzer prophezeit harten Kampf

"Es wird wieder ein harter Fight", prophezeite DEG-Kapitän Daniel Kreutzer und bezifferte die Chancen vor dem Showdown in Hannover auf "50 zu 50 - es kommt drauf an, wer ein bisschen mehr Glück hat."

Bei ihrem zweiten Heimsieg in der Serie hatten die Düsseldorfer das Glück auf ihrer Seite. Nach zwei Dritteln schienen sie stehend k.o., im dritten Durchgang setzten sie noch einmal neue Kräfte frei und wurden in der Overtime mit einem irregulären Abstaubertor belohnt (Die Stenogramme).

Machtlos, aber nicht mutlos

"Vielleicht hätten wir mehr reklamieren müssen", meinte Zach, nachdem Schiedsrichter Rick Looker das Düsseldorfer Siegtor ohne Videobeweis sofort anerkannt hatte.

"Wir haben Fortune gehabt", gab sein Gegenüber Kreis zu, nachdem Courchaine den Puck im Torraumabseits über die Linie gestochert hatte. Hannovers Nationaltorhüter Dimitri Pätzold war machtlos, aber nicht mutlos.

"Das Gute ist, dass es noch nicht Spiel fünf war", sagte der Keeper: "Ich hoffe, beim nächsten Mal ist das Glück auf unserer Seite."

Düsseldorf von der Rolle

Wenn das entscheidende Duell am Dienstag so verläuft wie die beiden vorangegangenen Halbfinal-Heimspiele der Niedersachsen, wird der Faktor Glück jedoch keine Rolle spielen.

Beim 5:2 und 6:3 war Hannover derart überlegen und die DEG so von der Rolle, dass die Partien schnell entschieden waren.

"Wir sind sehr heimstark, wir werden auch diesmal siegen", sagte Vikingstad. In der Hauptrunde verloren die Scorpions nur drei ihrer 26 Heimspiele in der regulären Spielzeit.

Berlin favorisiert DEG

Meister Berlin, der am Sonntag mit dem 6:4 bei den Mannheimer Adlern bereits ins Finale eingezogen war, wäre die DEG als Gegner lieber.

"Die Düsseldorfer spielen mit, das würde ein offenes Spiel", sagte Nationalspieler Jens Baxmann, "Hannover dagegen ist kompakt und defensivstark. Aber am Ende ist es egal, gegen wen wir spielen."

Die Art und Weise, wie die Berliner im letzten Drittel noch einen 2:4-Rückstand drehten, dürfte ohnehin die Konkurrenz mächtig beeindruckt haben.

Mason Kandidat in Mannheim

Für Verlierer Mannheim begann nach dem Playoff-Aus nicht nur die Sommerpause für die Spieler, sondern auch die Arbeit für Manager Marcus Kuhl.

Vor allem in der Trainerfrage muss schnell eine Entscheidung fallen. "Es gibt zwei, drei Kandidaten. Unterschrieben hat aber noch niemand", berichtete Kuhl.

Im Gespräch ist der Ex-Kölner Doug Mason, doch auch Interimscoach Teal Fowler darf sich Chancen ausrechnen. Der US-Amerikaner übernahm zum Ende der Hinrunde ein völlig lebloses Team und führte es immerhin ins Halbfinale.

"Er hat hervorragende Arbeit geleistet und den Schluss der Saison ins Positive gedreht", lobte Kuhl.

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