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Daniel Kreutzer (re.) spielt seit 2002 für die DEG Metrostars © imago

Die DEG ist bereit, mit allem was geht, ihren vierten Titel gegen Berlin zu erkämpfen. Mindestens zwei Spiele stehen noch aus.

Düsseldorf - Nach dem ersten Sieg in einem Finalspiel seit dem Titelgewinn 1996 war die Müdigkeit bei der Düsseldorfer EG schnell verflogen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Da spürt man keine Schmerzen und ist bereit für alles. Es geht ja nur noch eine Woche, da denkt keiner an Müdigkeit", sagte Kapitän Daniel Kreutzer nach dem 3:1 der DEG im zweiten DEL-Playoff-Finale gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin.

Ein Kraftakt par excellence

Mit einem unglaublichen Kraftakt hatten die Düsseldorfer in ihrem 14. Playoff-Spiel in 30 Tagen in der Best-of-Five-Serie zum 1:1 ausgeglichen und das Rennen um die 89. deutsche Eishockey-Meisterschaft wieder spannend gemacht. (Düsseldorf schlägt eiskalt zurück)

Doch mindestens zweimal muss das Team von Trainer Harold Kreis noch auf die Zähne beißen: Mit Siegen am Ostermontag (14.30 Uhr) in Berlin und am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr/ beide LIVESCORES) im heimischen Dome könnte die DEG 13 Jahre nach dem entscheidenden 4:2 im vierten Finale gegen die Kölner Haie ihren neunten Meistertitel gewinnen.

Reimer: "Die Schlacht geht weiter"

"Jetzt heißt es: Augen zu und durch", sagte Stürmer Patrick Reimer, der über schwere Beine im Playoff-Marathon der DEG nicht nachdenken wollte: "Wir sind jetzt daran gewöhnt, alle zwei Tage zu spielen. Jetzt geht die Schlacht weiter."

Eigentlich dürften die Düsseldorfer gegen den ausgeruhten Meister, der vier Spiele weniger auf dem Weg ins Finale bestritt, gar keine Chance haben. Während Berlin konsequent mit vier Reihen spielt, muss die DEG mit drei Formationen auskommen.

Jamie Storr in endlich in Topform

So ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die Kräfte nachlassen.

Der Zeitpunkt schien am Samstag im zweiten Drittel gekommen, als die drückend überlegenen Eisbären vor 11.254 Zuschauern durch Denis Pederson (32.) die DEG-Führung durch Kreutzer (20.) ausglichen.

Doch ein Kontertor von Evan Kaufmann nur 45 Sekunden später setzte bei den Düsseldorfern neue Kräfte frei. In einer regelrechten Abwehrschlacht retteten die Gastgeber - auch dank ihres erstmals in den Playoffs wirklich überzeugenden Torhüters Jamie Storr - den knappen Vorsprung bis in die Schlussphase.

Zwei Minuten vor dem Ende nutzte Rob Collins einen weiteren Konter zur Entscheidung.

"Den Titel müssen wir erkämpfen"

"Wenn man 20 Minuten lang in einem Drittel spielt und kein Tor schießt, gewinnt man eben nicht", meinte Berlins Urgestein Sven Felski mit Blick auf den Schlussabschnitt.

"Aber wir waren die bessere Mannschaft, das ist die beste Motivation für Montag", fügte der Nationalspieler an. (Die Stenogramme)

Dass der Weg zum vierten Titelgewinn nach 2005, 2006 und 2008 kein Spaziergang wird, überrascht den 34-Jährigen nicht: "Es war doch klar, dass sie uns den Pott nicht schenken werden. Den müssen wir erkämpfen."

Mit Herz und Kampfgeist

In Sachen Kampfgeist waren die Düsseldorfer am Samstag den Berlinern weit voraus. Während die Eisbären versuchten, für alles eine spielerische Lösung zu finden, warfen sich die DEG-Profis mit vollem Einsatz in die Schüsse und verteidigten mit letzter Kraft ihr Tor.

"Herz und Wille haben dieses Spiel entschieden", sagte Reimer, "wir haben alles reingeworfen, was wir hatten."

Ob das zum ersten Meistertitel seit 1996 reicht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

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