Die Erfolge der Nationalmannschaft sind wichtig, aber kein Allheilmittel für die Probleme im deutschen Eishockey. Diese Meinung vertrat Gernot Tripcke, der Geschäftsführer der DEL, im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

"Natürlich erzeugt eine gute WM eine breitere Wahrnehmung - die Zuschauerzahlen der Liga ändern sich aber nicht messbar wegen einer guten oder schlechten WM", sagte Tripcke.

In der Diskussion zwischen Liga und Verband über die Zukunft der Nationalmannschaft müsse es vor allem um die Themen Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit gehen.

"Wir müssen mit einer Stimme sprechen, wir brauchen einander ja", sagte Tripcke: "Wir sind ja nicht im Fußball, wo die Nationalmannschaft Geld verdient. Bei uns legt die DEL das wirtschaftliche Fundament für die Nationalmannschaft."

In dem Zusammenhang bemängelte er das seiner Meinung nach nur ungenügende Mitspracherecht der DEL in den Gremien des DEB und bietet auch gleich einen Lösungsansatz: "Denkbar wäre zum Beispiel die Gründung eines Direktorats, in dem zwei aus der DEL und zwei vom DEB sitzen, und die müssen sich bei Entscheidungen so lange einschließen, bis sie sich einig sind."

Ein gravierendes Problem der Liga seien die riesigen Multifunktionsarenen. "In Berlin funktioniert das, aber Hamburg, Köln oder Düsseldorf haben eindeutig überdimensionierte Hallen", sagte Tripcke.

Das könne man allerdings nicht dem deutschen Eishockey zum Vorwurf machen: "Da haben einige Leute in einer Goldgräberstimmung Hallen aus dem Boden gestampft, die man so nicht braucht. Und wir müssen sehen, dass die Kosten nicht explodieren."

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