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Teal Fowler (Adler Mannheim) wurde Krupp seitens der DEL als Unterstützung zur Seite gestellt © imago

Der Aufsichtsratvorsitzende der Liga bietet "massive" Veränderungen an. Nun liegt es am Verband, die Punkte umzusetzen.

München - Nach dem WM-Debakel von Bern will die Deutsche Eishockey Liga mehr Einfluss auf die Nationalmannschaft nehmen (DEL-Manager fordern Konsequenzen).

"Wir wollen stärker involviert sein", sagte der DEL-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Arnold: "Die Nationalmannschaft muss sich in der öffentlichen Wahrnehmung professioneller und erfolgreicher präsentieren. Deshalb streben wir eine stärkere Kontrolle und einen aktiven Part bei der Nationalmannschaft an."

Die DEL habe ein entsprechendes Konzept "vom Sport über die Vermarktung bis hin zum Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit" erarbeitet, das sie nun mit dem Deutschen Eishockey-Bund besprechen werde.

Bereitschaft des DEBs gefragt

Die Liga ist allerdings an den Kooperationsvertrag mit dem Verband gebunden, der bis 2011 läuft.

"Aber mit Beginn eines neuen Vertrages wollen wir definitiv massive Veränderungen sehen", sagte Arnold weiter: "Vielleicht bekommen wir erste Schritte schon vorher hin, wenn der DEB dazu bereit ist."

Verantwortung übernehmen

DEB-Präsident Uwe Harnos hatte in Bern nach dem Absturz der deutschen Mannschaft auf Platz 15 Bereitschaft signalisiert, die DEL mehr in die Verantwortung zu nehmen.

Die Ergebnisse der WM-Analyse und mögliche personelle Konsequenzen will Harnos mit dem DEL-Sportausschuss besprechen, zudem sagte er: "Wir müssen für die Nationalmannschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen, damit nicht mehr der eine mit dem Finger auf den anderen zeigt." (Uwe Krupp im Sport1.de-Interview)

Nationalmannschaft als Zugpferd

Arnold erklärte, die Nationalmannschaft solle eigentlich das Zugpferd der Sportart sein.

"Aktuell aber hilft sie uns aber weder sportlich noch inhaltlich. Ganz im Gegenteil", sagte er.

Die DEB-Auswahl war in Bern als Vorletzte nur deshalb nicht abgestiegen, weil sie als Gastgeber der WM 2010 gesetzt ist.

Sorgenkind Nachwuchs

Sorgen bereitet dem DEL-Aufsichtsratschef auch die Situation im Nachwuchsbereich.

Der Übergang von der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL) in den Profibereich funktioniere nicht.

"Es gibt zu wenig Spiel- und Entwicklungsmöglichkeiten für 17- bis 22 Jahre alte Talente", sagte Arnold.

"Der Sprung vom Nachwuchs in die DEL ist in den meisten Fällen einfach zu groß. Die bestehenden Konzepte des DEB funktionieren offenbar nicht. Es kann nicht angehen, dass ein 18 Jahre alter Spieler in seiner Entwicklung stehen bleibt, nur weil er nirgends aufs Eis kommt. Diese Defizite müssen wir schnellstens abstellen. Da sind auch die unteren Ligen gefordert, vor allem die 2. Bundesliga und die Oberliga."

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