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Der Berliner Angreifer Florian Busch verweigerte im März 2008 eine Dopingprobe © getty

Ein Schweizer Gericht hebt die Dopingsperre gegen den Berliner Angreifer auf. Nun darf Florian Busch auf Vancouver hoffen.

München - Als die Eisbären Berlin souverän die Tabellenführung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) behaupteten, genoss Florian Busch seinen persönlichen Sieg zu Hause (Datencenter: 22. Spieltag).

Die Aufhebung seiner zweijährigen Dopingsperre durch das Schweizer Bundesgericht hat den 20-monatigen Gerichtsmarathon des derzeit verletzten Stürmers aller Voraussicht nach beendet - und ihm wieder eine Perspektive in der Nationalmannschaft gegeben.

"Einer der besten Stürmer"

Bundestrainer Uwe Krupp macht kein Hehl daraus, dass er den 24-Jährigen gerne wieder im Trikot des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) sehen würde.

"Er ist einer der besten Stürmer, die wir haben", sagte Krupp. Doch vor der Rückkehr in die Nationalmannschaft, für die er zuletzt bei der WM 2008 in Kanada spielte, gibt es noch einige Hindernisse.

Zunächst müssen die Schweizer Richter in ihrer noch ausstehenden Begründung einen Freispruch erster Klasse formulieren, wie es alle Beteiligten erwarten, und damit die Sperre durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) wegen der am 6. März 2008 zunächst verweigerten und später nachgeholten Kontrolle letztinstanzlich aufheben.

Dann legt auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), die die Gerichtskosten in Höhe von 5000 Franken tragen und Busch dessen Anwaltskosten in Höhe von 6000 Franken erstatten muss, den Fall zu den Akten.

Ausnahmeregelung der NADA

Um bei den Olympischen Spielen in Vancouver (12. bis 18. Februar 2010) schon sein Comeback geben zu können, müsste Busch dann noch Grünes Licht durch die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) bekommen.

Der Berliner Stürmer hat wegen des laufenden Verfahrens die Athletenvereinbarung nicht unterschrieben und gehörte somit auch nicht mindestens sechs Monate vor Olympia zum NADA-Testpool.

Einer Ausnahmeregelung stimmte die NADA aber bereits bei NHL-Profi Jochen Hecht vor der WM im Frühjahr zu.

Anti-Doping-Ordnung unterschrieben

"Wir würden das prüfen", sagte die stellvertretende NADA-Geschäftsführerin Ulrike Spitz und verwies auf den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB): "Die Entscheidung über die Olympia-Nominierung liegt beim DOSB." Krupp müsste Busch beim Weltverband IIHF bis zum 30. Dezember nominieren, der DOSB ihn in die letzte Nominierungsrunde am 22. Januar 2010 aufnehmen.

Busch hat im September die neue Anti-Doping-Ordnung der DEL unterschrieben und sich damit den Wettkampf- und Trainingskontrollen, die seit dieser Saison von der NADA durchgeführt werden, unterworfen.

In der DEL durfte der Berliner spielen, weil er gegen das CAS-Urteil Beschwerde eingelegt hatte und die Sperre somit nicht vollstreckt werden konnte.

An der Leiste verletzt

Während sich Busch selbst nicht äußern wollte, war Eisbären-Trainer Don Jackson erleichtert. "Diese Entscheidung ist wichtig für uns, damit kann er weiter für uns spielen", sagte der Amerikaner nach dem 4:0-Sieg des Meisters bei den Iserlohn Roosters.

Am Seilersee fehlte Busch wegen einer Leistenzerrung, dennoch gerieten die Eisbären kaum in Bedrängnis. Sieggarant war Nationaltorwart Rob Zepp. "Er hat den Unterschied gemacht", sagte Jackson.

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