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Justin Kruegers (r.) Vater Ralph trainierte bis Olympia 2010 die Schweiz © getty

Nach dem Testspiel gegen Kanada ist trotz des negativen Ausgangs der Optimismus für den WM-Auftakt gegen die USA groß.

Hamburg/Köln - Zuversicht, Hoffnung, Nervosität: Nach einer einer soliden Generalprobe für die monumentale WM-Ouvertüre gegen die USA auf Schalke wächst der Optimismus im Lager des Deutschen Eishockey Bundes (DEB), dass sich nach den Pleiten bei der WM 2009 und Olympia in Vancouver beim Weltturnier im eigenen Land der Erfolg wieder einstellt.

Zwei Drittel bot das junge Team von Bundestrainer Uwe Krupp am Dienstagabend in Hamburg Olympiasieger Kanada beim 1:4 (1:1, 0:1, 0:2) respektabel Paroli und betrieb Werbung in eigener Sache.

"Wir gehen mit viel Mut rein, weil wir eine couragierte Mannschaft haben. Wir sind höchstmotiviert und gehen in jedes Spiel rein, um zu gewinnen", sagte Krupp zu den Gruppen-Spielen gegen die US-Boys am Freitag (ab 19.45 Uhr LIVE auf SPORT1), Finnland (10. Mai) und Dänemark (12. Mai) in der Vorrunde, nach deren Abschluss das Mindestziel Zwischenrunde stehen soll - oder, besser gesagt, muss.

Rekordkulisse erhöht den Druck

Das darbende deutsche Eishockey braucht dringend gute Ergebnisse. Alleine in das Eröffnungsspiel, das mit 76.152 Zuschauern ausverkauft und für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sorgen wird, haben die Organisatoren 1,2 Millionen Euro investiert (Alles zur Eishockey-WM).

Der Druck ist entsprechend groß. "Wir müssen in die Zwischenrunde. Dann kommen mehr Zuschauer. Die Begeisterung in Deutschland ist gut, aber sie steigt mit dem Erfolg", sagte DEB-Sportdirektor Franz Reindl.

Viertelfinale noch kein Thema

Das Wort Viertelfinale, das man bei der WM 2001 im eigenen Land erreicht und das für entsprechende Euphorie gesorgt hatte, nahm von den Verantwortlichen niemand in den Mund.

"Wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass es zwischen Abstiegsrunde und Zwischenrunde ein sehr schmaler Grat ist. Und wir konzentrieren uns in den ersten drei Spielen darauf, uns so zu positionieren, dass wir in die Zwischenrunde kommen. Und wenn das geschafft ist, können wir uns neue Ziele setzen", sagte Krupp.

Felski: "Zwischenrunde ist Pflicht"

Die deutschen Spieler sind sich ihrer Verantwortung bewusst und richteten nach dem Kanada-Spiel ihren Blick auf das Eröffnungsspiel.

"Wir sind alle aufgeregt, aber wir haben genug Selbstbewusstsein. Die Zwischenrunde ist Pflicht. Wir müssen in alle Spiele mit dem Willen reingehen zu gewinnen", sagte Sven Felski.

Der 35 Jahre alte Routinier von den Eisbären Berlin brachte die deutsche Mannschaft in seinem 150. Länderspiel nach 136 Sekunden in Führung.

Goc einziger NHL-Profi

Diesen Traumstart und die ersten guten 40 Minuten konnten dann auch die Gegentore durch Corey Perry (11. und 41.), Rene Bourque (27.) und NHL-Torschützenkönig Steven Stamkos (55.) nicht kaputt machen - das DEB-Team zeigte vor 6237 Zuschauern in Hamburg gute Ansätze.

Mittelstürmer Marcel Goc von den Nashville Predators pflichtete Felski bei.

"Die Zwischenrunde ist das Ziel. Da haben wir dann ein Müsste oder Sollte erfüllt", sagte der einzige deutsche NHL-Profi im WM-Team auf die Frage, ob das Überstehen der Vorrunde auch schon ein Erfolg sei 231035(Diashow: Der vorläufige DEB-Kader).

Anspannung bei Krupp steigt

Während seine zum Teil sehr jungen Spieler zumeist unbefangen auf die WM zugehen, wirkte Krupp mit jedem Tag, an dem die WM näher rückte, angespannter.

Die Krebserkrankung seiner Ehefrau Valerie, die er nicht einmal zwei Wochen vor der WM öffentlich machte und wegen der er ursprünglich zurücktreten wollte, und auch der zunehmende Druck auf ihn nach fünf Jahren Amtszeit mögen Gründe sein.

Auf die Frage nach der Bedeutung des Eröffnungsspiels sagte der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger nüchtern: "Das Spiel hat besondere Bedeutung für das deutsche Eishockey. Aber für uns ist es das erste Spiel."

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