vergrößernverkleinern
Patrick Reimer erzielte gegen Kanada das entscheidende Tor zum 4:3-Sieg © imago

Beim Sieg über Kanada setzt das DEB-Team Krupps Vorgaben um. Gegen die Slowakei erwartet er einen "hoch motivierten" Gegner.

Vom Deutschland Cup berichtet Rainer Nachtwey

München - Patrick Reimer grinste über beide Ohren.

Natürlich freue er sich über sein Tor, meinte der Düsseldorfer Matchwinner, aber viel mehr Freude bereite es ihm, gegen die Vereinskameraden gewonnen zu haben.

Der Nationalmannschafts-Rückkehrer krönte in seinem 12. Länderspiel seine starke Leistung mit seinem 2. Länderspieltor, dem entscheidenden.

Reimer bescherte der deutschen Nationalmannschaft einen gelungenen Auftakt ins Unternehmen Titelverteidigung beim Deutschland Cup 2010.

Dank seines Treffers bezwang das Team von Uwe Krupp Kanada mit 4:3 (3:0, 1:3, 0:0).

Ein Tor als Spiegelbild

Der "Man of the Match" erhielt anschließend viel Lob vom Bundestrainer. "Er hat sehr stark gespielt", sagte Krupp und freute sich, dass Reimer die "Vorgaben sehr gut umgesetzt" habe.

Denn Reimers Treffer spiegelte Krupps Anweisungen wunderbar wieder. Schnelles einfaches Spiel, mit Drang zum Tor, Einsatz und Willen.

[image id="c4269c63-636f-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Und Unbekümmertheit. Denn Reimers Tor fiel zum bestmöglichen Zeitpunkt, 24 Sekunden nach dem Ausgleich der von Legende Mark Messier zusammengestellten kanadischen DEL-Truppe.

"Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen", beschrieb Reimer die Drangphase der Kanadier, in der sie innerhalb von fünf Minuten aus einem 0:3 ein 3:3 machten, bei SPORT1.

Titelverteidigung als Ziel

Krupps junger Mannschaft, in der nur noch acht WM-Teilnehmer standen, war von Beginn an keine Nervosität anzumerken - trotz der großen Last mit den Erwartungen nach der großartigen WM im eigenen Land und als Titelverteidiger (17 Tage im Mai: Die DVD zur Eishockey-WM im SPORT1-Shop).

"Wir haben darüber vor dem Spiel gesprochen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und natürlich auch unseren Sieg vom letzten Jahr wiederholen", sagte Krupp.

Furios aufspielende Reihe

Und so begann sie auch. Vor allem die zweite Sturmreihe um Reimer und die beiden DEB-Debütanten Darin Olver aus Augsburg und EHC-Lokalmatador Martin Buchwieser brachte die kanadische Verteidigung in große Probleme.

"Das Zusammenspiel hat sehr schnell und gut funktioniert", führte Reimer aus und hatte zugleich ein Lob für seine Mitspieler parat. "Martin ist ein sehr harter Arbeiter und sehr talentiert, und Darin gehört nicht umsonst zu den besten Spielern in der DEL."

[kaltura id="0_tjrpbrk1" class="full_size" title="DEB-Team bezwingt Kanada"]

Herausgespielte Tore

Ein wenig Ironie, war es schon, dass ausgerechnet die stärkste Formation im furiosen ersten Drittel dann nicht traf, sondern die drei anderen.

Der einsatzfreudige Patrick Hager (9.) hatte mit seinem Treffer nach drei vergebenen guten Möglichkeiten den Bann gebrochen, Kai Hospelt (13.) und Alexander Weiß (15.) nach starken Kombinationen auf 3:0 erhöht.

Zwei Unachtsamkeiten, zwei Gegentreffer

Nach den drei schnellen Gegentoren - "Das war nicht gut. Wir sind zweimal ausgekontert worden, in 2-auf-3-Unterzahlsituationen gekommen" (Krupp) - war es dann aber doch jene zweite Sturmformation, die für das entscheidende Tor sorgte.

Krupp wollte keinen herausheben und verteilte das Lob auf die gesamte Mannschaft. "Es freut mich vor allem, dass alle vier Reihen getroffen haben."

Reimer erwartet gleiche Reihe

Beim zweiten Auftritt gegen die Slowakei (ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) geht Reimer deshalb davon aus, wieder gemeinsam mit Olver und Buchwieser eine Formation zu bilden.

"Es hat funktioniert", sagte der Düsseldorfer. "Ich denke, es gibt keinen Grund zu wechseln."

Hoch motivierter Gegner

Krupp erwartet gegen den WM-Gastgeber von 2011, der sein erstes Spiel gegen die Schweiz 0:2 (0:0, 0:1, 0:1) verlor, "eine hoch motivierte", aber auch eine Mannschaft, die unter Druck steht.

"Die Slowaken befinden sich in einer ähnlichen Situation wie wir letztes Jahr. Die Heim-WM nimmt großen Einfluss auf den Deutschland Cup. Schließlich wollen sich die Spieler unbedingt für die WM empfehlen."

Aber dies gilt auch für Krupps Neulinge und Rückkehrer wie Reimer.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel