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Florian Busch kam 2002 von den Jungadlern Mannheim zu den Eisbären © getty

Der Stürmer bleibt dem Deutschland Cup fern - weil er "panische Angst" hat, bei den Doping-Meldeauflagen etwas falsch zu machen.

Von Martin Hoffmann und Olaf Mehlhose

München - Florian Busch hat die Chance auf ein Comeback im DEB-Team aus einem skurril anmutendem Grund verpasst.

Seine Teilnahme am Deutschland-Cup sagte der Stürmer des Eisbären Berlin ab, weil er "panische Angst" hatte, gegen die Anti-Doping-Meldeauflagen zu verstoßen.

So schildert es DEB-Generalsekretär Franz Reindl. Nach dessen Angaben ist der Berliner erneut von der Nationalen-Anti-Doping-Agentur (NADA) verwarnt worden, weil er Probleme mit den Meldeauflagen hätte.

Bei drei Verwarnungen würde eine Sperre drohen. Deshalb habe Busch nach Rücksprache mit Anwalt und Berater seinen Verzicht auf den Deutschland Cup erklärt.

"Den Anforderungen nicht gewachsen"

Busch war schon einmal für die Nationalmannschaft gesperrt gewesen, weil er 2008 die Abgabe einer Dopingprobe verweigert hatte.

Im Nachhinein war er nach langem sportjuristischen Gezerre frei gesprochen worden, gespielt hat er für Uwe Krupps Team aber seit der WM in Kanada in besagtem Jahr nicht mehr.

"Er sagt, er ist den Anforderungen nicht gewachsen", erklärte Reindl nun zu Buschs Absage: "Er kommt mit den NADA-Richtlinien einfach nicht zurecht." Er habe "wirklich Karriere-Angst".

Die Bestimmungen sehen unter anderem vor, die Kontrollbehörden stetig über seinen Aufenthaltsort zu informieren, um für unangemeldete Dopingkontrollen greifbar zu sein.

[kaltura id="0_tjrpbrk1" class="full_size" title="DEB Team bezwingt Kanada"]

Eisbären-Manager verstimmt

Trotzdem der Absage halte der DEB weiter an Busch fest, so Reindl: "Wenn er die Voraussetzungen erfüllt, ist er ein gern gesehener Spieler."

Trotzdem wirft die Angelegenheit erneut die Frage auf, ob Busch eine Zukunft im DEB-Team hat.

"Ich weiß nicht, wie es bei ihm mit der Nationalmannschaft weitergeht", wird Eisbären-Manager Peter-John Lee in der "Berliner Morgenpost" zitiert.

Ein Grund für seine Zweifel sind Reindls offenherzige Äußerungen, die Lee missfallen - und wohl auch Busch. Lee befürchtet, dass das Verhältnis zwischen Busch und dem DEB nun weiter belastet sei.

Reindl regte derweil an, dass die Eisbären Busch künftig beim Meldeverfahren helfen könnten. Der DEB könne seinen Spielern diese Pflicht nicht abnehmen.

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