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Uwe Krupp gewann als Spieler 1996 und 2002 den Stanley Cup in der NHL © getty

Im Finale gegen die Schweiz baut das DEB-Team auf den deutschen MSG. Dennoch herrscht kurzzeitig Uneinigkeit in der Krupp-Truppe.

Vom Deutschland Cup berichtet Rainer Nachtwey

München - Es herrschte Uneinigkeit in der deutschen Mannschaft.

"Das Kanada-Spiel hat schon an den Kräften gezehrt", sagte Kai Hospelt.

"Nein, keine Müdigkeit. Es war alles in Ordnung", meinte Marcus Kink und verwendete stattdessen einen Lieblingssatz von Philipp Lahm: "Wir haben nur die falschen Entscheidungen getroffen."

"Wir sind schwer reingekommen. Der Biss hat gefehlt", sagte Felix Petermann, "ich denke schon, dass müde Beine etwas damit zu tun hatten."

Und dann sprach Uwe Krupp ein Machtwort.

Zwei Spiele innerhalb 18 Stunden

Warum sich seine Mannschaft im ersten Drittel so schwer getan habe, wurde der Bundestrainer gefragt. "Der Grund ist, dass es das zweite Spiel war. Wir mussten 18 Stunden nach dem Kanada-Spiel gegen eine sehr erfahrene Mannschaft antreten."

In einem waren sich Trainer und Spieler nach der 2:3 (0:1, 0:1, 2:0, 0:1)-Niederlage gegen die mit sieben ehemaligen NHL-Spieler gespickten Slowaken nach Verlängerung dann aber einig.

Moral habe die Mannschaft gezeigt, eine klasse Leistung und den Sieg verdient, ließen die Akteure unisono verlauten.

Der Sieger ist Turniersieger

Aber auch der eine Punkt könne noch Gold wert sein, meinte Kink. Und er behielt Recht.

Aufgrund des 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0)-Sieges der Schweiz über Team Kanada, kommt es am Sonntag (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) zu einem echten Endspiel um den Turniersieg zwischen den Eidgenossen und der DEB-Auswahl.

"Die Rechnung ist ganz einfach. Wenn wir gegen die Schweiz gewinnen, sind wir Turniersieger", sagte Petermann.

WM-Revanche für die Schweiz

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Egal, ob nach Verlängerung oder Penaltyschießen, der Sieger der Partie wird auch der Sieger des Deutschland Cups 2010 sein.

"Das wird ein ganz heißes Spiel", ist sich Petermann sicher. "Spiele gegen die Schweiz sind immer etwas Besonderes."

Zumal die Schweizer sicher noch das 0:1 aus dem WM-Viertelfinale im Hinterkopf haben werden.

33-Mann-Kader

Ähnlich wie bei der DEB-Auswahl hat das Deutschland-Cup-Team kaum noch etwas mit der WM-Mannschaft gemein (17 Tage im Mai: Die DVD zur Eishockey-WM im SPORT1-Shop).

Wie Krupp setzt auch der Schweizer Coach Sean Simpson auf eine sehr junge Auswahl, allerdings hat Simpson weit mehr Variationsmöglichkeiten als Krupp. 33 Spieler nominierte er für das Turnier.

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Conz mit Shutout

Aus dieser jungen Auswahl stechen insbesondere die Keeper hervor. Der erst 19 Jahre alte Benjamin Conz und Leonardo Genoni (23) zeigten gegen die Slowakei bzw. Kanada herausragende Leistungen.

Conz, der bereits bei der Junioren-WM 2010 in Saskatoon zum besten Keeper ausgezeichnet wurde, feierte gleich bei seinem ersten Einsatz über 60 Minuten für die A-Nationalmannschaft beim 2:0 über die Slowakei einen Shutout.

Madison Square Garden Deutschlands

Gegen den Nachbarn baut die deutsche Mannschaft auf die Unterstützung des Publikums. "Die Atmosphäre ist sensationell. Das ist richtig geil, hier zu spielen", sagte Petermann.

Gleiches meinte Keeper Patrick Ehelechner, der eine gute Leistung gegen die Slowaken zeigte, und verlieh der Münchner Olympiahalle eine besondere Auszeichnung:

"Die Halle ist zwar schon etwas älter, aber sie ist so etwas wie der Madison Square Garden von Deutschland."

Ein Sieg für den Münchner und die Fans

Die Krupp-Truppe geht mit großer Motivation in das Endspiel. "Wir wollen das Turnier unbedingt gewinnen", sagte Kapitän Michael Wolf.

Der Bundestrainer sieht es hingegen anders. "Der Turniersieg ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass wir eine gute Leistung zeigen, dass wir alles abrufen. Dann kann ich auch zufrieden sein, wenn wir verlieren."

Und Petermann meinte nach dem Slowakei-Spiel: "Jetzt heißt es erstmal ausruhen, damit wir morgen wieder gute Füße haben. Schließlich will ich hier als EHC-Spieler in München gewinnen. Auch für die Fans."

Es herrschte doch wieder kurzzeitig Uneinigkeit.

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