In seiner SPORT1-Kolumne setzt sich Erich Goldmann für Uwe Krupps Co-Trainer als dessen Nachfolger ein.

Hallo Eishockey-Freunde,

Für mich kam es nicht unbedingt überraschend, dass Uwe Krupp nun nach der WM 2011 der neue starke Mann bei den Kölner Haien wird.

Es war eine Frage der Zeit, bis sich Uwe nach etwas Neuem umschaut. Ich habe allerdings angenommen, dass er mit einem Auge Richtung Nordamerika, also NHL schielt.

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Allerdings bin ich auch davon überzeugt, dass die Haie einer von den Klubs sind, die zu ihm passen.

Er wohnt seit einiger Zeit wieder in Köln, der Klub leistet gute Nachwuchsarbeit, aber gleichzeitig ist es auch ein gewachsener Klub mit großer Tradition, mit großer Fan-Gemeinde, der in Eishockey-Deutschland einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

Da gibt es nicht viele.

Und nicht zu vergessen: Köln ist seine Heimatstadt, dort ist er aufgewachsen, dort hat er gespielt, bevor er in die NHL gegangen ist.

Beim DEB hinterlässt Uwe ein großes Loch. Er hat es geschafft, eine sehr positive Außendarstellung des Eishockeys in Deutschland herzustellen. Das muss man ihm hoch anrechnen.

Unter Uwe Krupp hat die Nationalmannschaft den größten Erfolg ihrer Geschichte erreicht - und das mit einem begeisternden Eishockey.

Man muss ihm für seine Arbeit danken - vor allem für den Erfolg 2010.

Aber ich muss auch sagen, dass fünf Jahre, in denen Krupp die Mannschaft betreut hat, eine lange Zeit ist. Vielleicht tut ein frischer Wind ganz gut.

Immerhin weiß der Verband aufgrund der frühen Entscheidung, dass man nach der WM, also in sechs Monaten, einen neuen Bundestrainer braucht.

Man verhindert dadurch ein Sommerchaos, hat Zeit, mit den Neuen zu verhandeln. Und vielleicht ist der Neue schon frühzeitig als Co-Trainer oder Berater bei der WM dabei.

Stellt sich nun die Frage: Wer bietet sich an? Natürlich fällt als allererstes - ohne dass ich Leute ins Gespräch bringen will - der Name Harry Kreis. Sein Name drängt sich auf, weil er jetzt schon Co-Trainer ist.

Er kennt die Mannschaft und hat die Philosophie und die Taktik, die uns bei der WM 2010 viel Erfolg gebracht hat, mitgetragen.

Ich bin davon überzeugt, dass Harry einen guten Job machen würde. Die Frage ist, ob Mannheim ihn freigibt, und ob Harry das möchte.

Aber der DEB sollte auch über den Tellerrand hinaus schauen. Er hat ja auch die Zeit, das zu tun.

Es ist wichtig, dass man wieder einen starken Mann findet, der dem deutschen Eishockey einen Stempel aufdrückt, der bewusst interessiert ist, an den Nachwuchsmannschaften mitzuarbeiten.

Es hilft nichts, nur einen Profi-Trainer hinzustellen, der ein paar Mal im Jahr die A-Nationalmannschaft trainiert. Wir brauchen wieder einen, der in das ganze System reingeht, der für den sportlichen Bereich verantwortlich ist.

Problem: Es ist nicht so einfach, dass man sofort sagt: "Yippie ya yeah, das ist die Lösung." Es ist eine echte Wundertüte, da muss man schauen, wenn der DEB da rauszieht.

Bis Februar, März werden sicherlich noch einige Namen durch die Presse geistern.

Dann werden wahrscheinlich drei Namen übrig bleiben, aber ich denke, dass Harry Kreis einer von den drei Namen sein wird.

Euer

Rick Goldmann

Erich Goldmann, 34, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2009 die Spiele der Nationalmannschaft.

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