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Richard Mueller (r.) wechselte im November 2007 von Berlin zu den Füchsen nach Duisburg © imago

Zwei Deutsch-Kanadier sorgen in Köln für den ersten DEB-Sieg gegen Kanada seit sieben Jahren und träumen nun von Vancouver.

Köln - Ein Duo träumt nach einem beeindruckenden Debüt in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft von Olympia vor der eigenen Haustür.

Die Deutsch-Kanadier Richard Mueller und Sven Butenschön haben mit starken Leistungen beim 3:0 gegen Kanada in Köln einen ersten Schritt Richtung Vancouver 2010 gemacht - zu den Olympischen Spielen in ihrer Heimatstadt. "Das wäre unglaublich", sagte Stürmer Mueller von den Füchsen Duisburg.

Mit zwei Toren feierte der gebürtige Kanadier in seinem ersten Länderspiel für Deutschland einen Einstand nach Maß.

"Olympia zu Hause"

"Olympia bei mir zu Hause, und alle meine Freunde werden Deutschland anfeuern", prophezeite der 26-Jährige von den Hamburg Freezers, der in Vancouvers Vorort Richmond geboren ist und vor vier Jahren nach Deutschland, in das Geburtsland seines Vaters, kam.

Maximilian Müller, der das "ü" in ein "ue" änderte, als er nach Kanada auswanderte, war nicht in Köln, als sein Sohn mit einem Tor in Überzahl (30.) und einem Treffer in Unterzahl (44.) die deutsche Mannschaft zum ersten Sieg gegen die "Ahornblätter" seit sieben Jahren schoss.

Empfehlung vom Vater

"Mein Vater ist noch glücklicher als ich", war sich Mueller junior sicher. Der Senior, der aus der Nähe von Augsburg stammt, hatte seinem Sohn schon lange empfohlen, in Deutschland seine Eishockey-Karriere fortzusetzen.

Vor zwei Jahren erhielt der Filius endlich seinen deutschen Pass, jetzt darf er für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) spielen.

Deutschland-Cup als Chance

Zur Freude von Bundestrainer Uwe Krupp, der den schnellen Stürmer lobte: "Er ist bekannt für seinen Speed und ein sehr, sehr guter Schlittschuhläufer. In diesem Bereich hat er internationale Klasse. Und er hat gezeigt, dass er auch im Abschluss stark ist."

Beim Deutschland-Cup in Mannheim und Frankfurt/M., am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Schweiz, am Samstag (18.30 Uhr) gegen die Slowakei und am Sonntag (16.30 Uhr) erneut gegen Kanada, bekommt Mueller weitere Chancen, sich für die Olympia-Qualifikation im Februar zu empfehlen.

Warten auf deutschen Pass

Auch Verteidiger Butenschön will in drei Monaten maßgeblich dazu beitragen, dass die deutsche Mannschaft das Olympia-Ticket löst. Der ehemalige NHL-Profi, in Itzehoe geboren und in Kanada aufgewachsen, hat lange auf sein Debüt für Deutschland warten müssen.

"Ich hatte es immer hinten im Kopf, für mein Mutterland zu spielen", sagte der 32-Jährige, der außerhalb der Saison in Vancouver wohnt.

Rückkehr nach Mannheim

Doch er durfte erst jetzt das DEB-Trikot überziehen ("Ein stolzer Tag für meine ganze Familie"), weil er seit 2006 ununterbrochen in Deutschland bei den Mannheimer Adlern spielt.

Zwei Jahre zuvor hatte er während des Arbeitskampfes in der NHL schon einmal in der alten Heimat seine Schlittschuhe geschnürt. Danach kehrte Butenschön noch einmal nach Kanada zurück, doch nach einem unbefriedigenden Jahr bei den Vancouver Canucks war die NHL-Karriere beendet.

"Pass spielt keine Rolle"

"Sven hat unsere Abwehr stabilisiert. Er ist ein Führungsspieler, der in der Mannschaft sofort respektiert ist", sagte Krupp, der gegen Kanada erstmals auch den 34-jährigen Bill Trew (Straubing Tigers) testete.

Die Fraktion der Deutsch-Kanadier um den Iserlohner Chris Schmidt und den Hamburger John Tripp, der acht Sekunden vor Schluss das 3:0 erzielte, ist damit weiter gewachsen. "Der Pass spielt keine Rolle, für mich zählt nur die Leistung", betonte Krupp - und sah sich auf dem Eis bestätigt.

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