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Uwe Krupp wird nach der WM Sportmanager der Kölner Haie © getty

Die DEB-Auswahl will beim Slovakia-Cup nachlegen. In der Nachfolge-Diskussion um Krupp sorgt Reindl für Konfusion.

München - Als sich Uwe Krupp über den siegreichen Beginn seiner Abschiedstournee als Eishockey-Bundestrainer freute, liefen die Diskussionen über seinen Nachfolger schon wieder auf Hochtouren.

Besonders die Frage nach dem exakten Anforderungsprofil des Krupp-Erben sorgt weiter für Verwirrung.

Sportdirektor Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) wollte nach dem überzeugenden 3:1 (0:0, 2:0, 1:1) der ersatzgeschwächten Nationalmannschaft gegen Weißrussland in Frankfurt plötzlich nichts mehr von seiner Aussage wissen, dass eine Doppelfunktion als Bundes- und Klubtrainer möglichst vermieden werden solle.

"Wir haben im Februar eine Präsidiumssitzung, in der die Richtung festgelegt wird", sagte Reindl: "Wenn das passiert ist, wird der nächste Schritt gemacht."

Auch Krupps Meinung gefragt

Auch die Meinung von Krupp, der im Sommer als Teammanager zu den Kölner Haien wechselt, ist in punkto eigenem Nachfolger gefragt.

"Natürlich reden wir mit Uwe darüber. Er hat so viel Erfahrung, das sollten wir nutzen", meinte Reindl.

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"Systematisch abklopfen, was machbar ist"

Über die vermeintlichen Kandidaten Ralph Krueger, Harold Kreis, Hans Zach, Toni Krinner oder Jürgen Rumrich wollte sich der DEB-Sportdirektor nicht explizit äußern.

Reindl: "Wir müssen systematisch abklopfen, was machbar ist."

Krupp wird die Nationalmannschaft noch bei der WM in der Slowakei (29. April bis 15. Mai) betreuen. Bis dahin will Reindl die Suche nach einem neuen Bundestrainer abgeschlossen haben.

Ahnungslose Spieler

Die Nationalspieler, die im Rahmen des Slovakia-Cups am Freitag (16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Bratislava gegen Gastgeber Slowakei und am Samstag im Finale oder im Spiel um Platz drei (ab 12.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) antreten, werden nicht in den Meinungsfindungsprozess einbezogen.

"Das findet hinter verschlossenen Türen statt. Ich weiß nichts", sagte Kapitän Michael Wolf.

Eines weiß der Stürmer von den Iserlohn Roosters aber doch: "Uwe Krupp wird schwer zu ersetzen sein. Nahezu alle sind mit ihm immer gut ausgekommen."

Krupp warnt vor der WM

Im ersten WM-Test hatte Krupp seine jungen Wilden exzellent auf die Weißrussen eingestellt.

"Das war ein sehr gutes Spiel einer sehr jungen Mannschaft", lobte der 45-Jährige, der zehn verletzungs- bzw. krankheitsbedingte Absagen hinnehmen musste.

Vor allzu viel Euphorie warnte Krupp aber mit Blick auf die WM: "Dort haben die Spiele ein anderes Niveau."

Hoffnung auf NHL-Legionäre

Der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger, der die Nationalmannschaft 2010 bei der Heim-WM auf Platz vier geführt hatte, darf sich weiterhin Hoffnung auf den WM-Einsatz von einigen seiner NHL-Legionäre wie Marco Sturm (Los Angeles Kings) oder Dennis Seidenberg (Boston Bruins) machen.

Krupp: "Keiner hat bis jetzt gesagt, dass er bei der WM nicht spielt. Es werden wohl wieder Last-Minute-Entscheidungen."

Beim Slovakia-Cup wird Krupp ungeachtet der Personalnot an seinem Versprechen festhalten und einem Quartett eine Auszeit gönnen.

Kapitän Wolf sowie Daniel Kreutzer (Düsseldorfer EG), Christoph Ullmann (Kölner Haie) und Christoph Schubert (Hamburg Freezers) müssen nicht mit nach Bratislava reisen.

Chance für die Jungen

Dafür stoßen neben John Tripp (Kölner Haie) auch der 20-jährige Jerome Flaake (Hamburg Freezers) und der ein Jahr jüngere Matthias Plachta (Adler Mannheim) zum Team.

"Wir wollen einige junge Spieler Erfahrung sammeln lassen, um sie so auf den internationalen Spielbetrieb vorzubereiten", sagte Krupp.

Vermutlich wird der gegen Weißrussland nicht eingesetzte Wolfsburger Torhüter Jochen Reimer sein Nationalmannschafts-Debüt feiern.

Nach dem Slovakia-Cup bleiben Krupp bis zum WM-Start noch sechs Vorbereitungsspiele.

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