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Die deutschen Eishockey-Junioren können trotz Viertelfinal-Aus stolz sein © imago

Im Viertelfinale der Heim-WM scheiterten die deutschen U-18-Junioren nur knapp am Favoriten Kanada. Die Bilanz fällt positiv aus.

Crimmitschau - Sie verließen das Eis mit hängenden Köpfen und können doch erhobenen Hauptes auf das bisherige Turnier zurückblicken.

Bei der U-18-Eishockey-WM musste sich Gastgeber Deutschland im Viertelfinale in Crimmitschau mit 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) gegen Titelfavorit Kanada geschlagen geben. Trotzdem fällt das Fazit zur Heim-WM positiv aus.

"Wir haben mit diesem Turnier neue Maßstabe gesetzt. Alle Beteiligten haben bisher eine großartige Weltmeisterschaft erlebt", sagte Sportdirektor Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB).

Über 35.000 Zuschauer kamen bis zu den Viertelfinals in die Arenen der Austragungsorte Crimmitschau und Dresden.

WM-Stimmung in der Kleinstadt

"Es war ein voller Erfolg, diesen beiden Städten das Vertrauen zu schenken. Sie haben die Erwartungen übertroffen. Von so einer großartigen Stimmung war nicht auszugehen", sagte Reindl.

Vor allem in der Kleinstadt Crimmitschau, in der die Deutschen alle Spiele bestritten, kam WM-Stimmung auf. Die knappe Niederlage gegen Kanada in der Kunsteisarena sahen über 4000 Zuschauer - und sie erlebten fast eine Überraschung.

Die Gastgeber hatten den WM-Favoriten am Rand einer Niederlage, mussten sich nach 3: 2-Führung aber doch noch geschlagen geben.

"Das tut sehr weh, wenn man so nah am Halbfinale ist. Leider haben wir in den Überzahlsituationen die Tore nicht gemacht. Aber ich bin stolz auf das Team", sagte Trainer Jim Setters.

Großer Erfolg

Das Erreichen der Finalrunde war schon ein großer Erfolg, denn erst 2010 hatte die Auswahl in Polen den Aufstieg in die A-Gruppe geschafft.

300 Spielerbeobachter aus aller Welt haben sich in Crimmitschau und Dresden eingefunden, um die hoffnungsvollsten Talente unter die Lupe zu nehmen.

"Vor allem bei den Russen sind einige auffällige Spieler dabei", sagte Reindl. Vielleicht war in Sachsen auch schon der Alexander Owetschkin der nächsten Generation auf dem Eis.

Vorbild Owetschkin

Der russische Superstar war bei der U-18-WM vor neun Jahren in der Slowakei die Entdeckung des Turniers. Der heute 25-Jährige wurde mit 14 Treffern und vier Vorlagen bester Scorer des Turniers.

Anschließend wurde Owetschkin von den Washington Capitals unter Vertrag genommen. Neben dem kanadischen Olympiasieger Sidney Crosby gilt der Russe heute als bester aktiver Eishockey-Spieler der Welt.

Live-Bilder in Kanada

Was in Deutschland medial wenig Beachtung findet, ist in Kanada ein absoluter Publikumsmagnet. Ab dem Viertelfinale werden alle Begegnungen mit kanadischer Beteiligung vom Fernsehsender "TSN" live übertragen.

Zwei Reporter kommentieren die Spiele, sechs Kameras sorgen für den richtigen Blickwinkel.

Dafür wurden in den Entscheidungsspielen extra die Drittelpausen verlängert und die Anfangszeiten nach hinten verlegt. Außerdem sind pro Drittel zwei Werbeunterbrechungen von 60 Sekunden Länge vorgeschrieben.

Gegen Finnland um Platz 5

"Unsere Mannschaft hat uns im Turnier viel Freude gemacht und mit diesen Leistungen überrascht", sagte Reindl. Am Samstag (10.30 Uhr) geht es für die DEB-Auswahl in der letzten WM-Begegnung gegen Finnland um Platz 5.

In den Halbfinalspielen kämpfen Kanada und die USA sowie Schweden und Russland um den Einzug ins Endspiel. Das findet am Sonntag (18.30 Uhr) in Crimmitschau statt und soll der krönende Abschluss einer rundum gelungenen WM werden.

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