In seiner SPORT1-Kolumne schätzt Erich Goldmann die Vorbereitung auf die WM in der Slowakei ab. Von der Mansnchaft ist er überzeugt.

Hallo Eishockey-Freunde,

Die Vorbereitung der deutschen Mannschaft stimmt mich für die WM in Bratislava und Kosice durchaus positiv.

Es war sehr ordentlich. Gegen eine schwächere österreichische Mannschaft hat das Team von Uwe Krupp zwei klare Erfolge eingefahren und gegen Finnland gut mitgehalten.

Auch das letzte Spiel gegen Weißrussland war trotz der Niederlage ganz okay, so dass man gut vorbereitet ins Turnier starten kann, weil die Gegner in der Vorbereitung auch fordernd waren.

Schweden und Finnland und im Endeffekt auch Weißrussland sind Nationen, zu denen wir hochschauen.

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Mich interessiert nicht, ob die Finnen nicht ihre absoluten Topstars dabei hatten, das hatten wir auch nicht. Die Finnen sind dadurch nicht leichter. Auch Finnlands B-Mannschaft musst du erst einmal schlagen, die ist nicht viel schlechter als das A-Team.

Was ich besonders hoch einschätze, ist, dass die Mannschaft gegen das kompakte System der Finnen einen Weg zum Erfolg gefunden hat.

Das war nicht nur Scheibenglück, den Erfolg haben sie sich erspielt.

Ohne die Erwartungshaltung steigern zu wollen - aber ich glaube, dass die Mannschaft dieses Jahr weiter ist. Die Spieler sind gereift, sind besser geworden, haben mehr Erfahrung. 15 davon waren beim sportlichen Abstieg 2009 in der Schweiz dabei, haben quasi den Aufstieg aus der Hölle in den Himmel mitgemacht, und sind jetzt irgendwo dazwischen mit einem gesunden Selbstvertrauen angekommen.

Nicht zu vergessen Spieler wie Hördler und Rankel, die mit den Eisbären fünfmal Deutscher Meister geworden sind. Das ist ein unheimlicher Erfahrungsschatz, den beide mittlerweile besitzen.

Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass uns mit Marcel Goc ein absoluter Leader abgeht, und auch Ehrhoff uns vorerst nicht zur Verfügung stehen wird.

Es wird keine einzelne Person Goc als Führungsspieler ersetzen, das werden mehrere auffangen. Es gibt im Team sechs, sieben Spieler, die in der Kabine das Wort führen können und auch auf dem Eis bestimmen, ohne dabei extravagant aufzutreten.

Die Sturmreihen vom Weißrussland-Spiel haben mir sehr gut gefallen. Sie sind sehr homogen.

Die erste mit Hospelt, Rankel und Wolf ist eine sehr offensiv ausgeprägte, die schlittschuhläuferisch auf höchstem Niveau spielt. Das ist eine Reihe, die international durchschlagskräftig sein kann. Von Rankel erwarte ich mir sehr viel, wenn er den Schwung aus den DEL-Playoffs mitnimmt.

Wenn es gegen einen Gegner auf Augenhöhe geht, werden die Special Teams entscheiden. Gegen Russland kannst du nicht erwarten, dass du drei Powerplay-Tore schießt. Aber solche Spiele wie gegen Weißrussland werden dann eben durch die Über- und Unterzahl entschieden. Das hat auch die Niederlage gezeigt, dass wir da noch nicht so richtig stehen.

Für alle Spiele wird ausschlaggebend sein, dass wir den Gegentorschnitt niedrig halten. Dazu brauchst du fünf Spieler auf dem Eis, die die Scheibe in der Offensive lange halten können, aber auch ihre Defensiv-Aufgaben nicht vergessen.

Und dazu natürlich einen Torhüter wie letztes Jahr mit Dennis Endras, der überragend gehalten hat.

Mit Endras, Reimer und Pätzold sind wir im Tor sehr gut aufgestellt und auch die drei, die dahinter stehen, könnten wir ohne Probleme bei der WM einsetzen.

Ich gehe frohen Mutes in die WM und freue mich schon auf packende Spiele.

Euer

Rick Goldmann

Erich Goldmann, 35, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2009 die Spiele der Nationalmannschaft.

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