vergrößernverkleinern
Uwe Krupp steht in der Slowakei zum sechten Mal bei einer WM als Trainer hinter der Bande © getty

Krupps letzte Mission ist kompliziert: Ohne mehrere Stützen der Heim-WM muss er in der Slowakei dem Abstiegskampf entgehen.

Von Rainer Nachtwey

München/Bratislava - Es ist die letzte Dienstreise für Uwe Krupp - und er begibt sich mit einer großen Baustelle auf die finalen Titelkämpfe unter seiner Regie.

Eine Baustelle, die er selbst aufgerissen hat.

Was passiert nach ihm, wer übernimmt sein Amt? Es ist die große Frage, die das DEB-Team auch auf die WM in der Slowakei, die am Freitag mit dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Vize-Weltmeister Russland ihren Auftakt nimmt (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER), begleiten wird.

Noch ist nichts entschieden, und DEB-Präsident Uwe Harnos ist es leid, "Wasserstandsmeldungen" zu der Krupp-Nachfolge abzugeben.

Eine Zukunftsfrage geklärt

In diesem Sinn tat der Verband wohl gut daran, vor dem Turnier zumindest die Zukunft von Franz Reindl zu regeln, der als Generalsekretär weitermacht, als Sportdirektor aber abtritt (Bericht).

Womit der Weg frei ist für einen Coach, der zugleich auch als Sportdirektor fungieren kann. Immerhin, eine Baustelle weniger vor Krupps letzter Mission (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Eine Mission, die keine leichte wird.

Minimalziel Viertelfinale

Nach den erfolgreichen Heimwettkämpfen mit Platz vier sind die Erwartungen an die deutsche Mannschaft gestiegen (Die DVD zur Heim-WM im SPORT1-Shop).

Diese gilt es nun zu erfüllen, auch wenn Krupp dies realistisch sieht: "Du kannst den Erwartungen, die die anderen Leute haben, sowieso nicht gerecht werden. Sie sind nicht kontrollierbar, das können wir nicht steuern."

Die Zwischenrunde ist das Minimalziel, "das war sie immer" (Krupp), das Viertelfinale wird angestrebt.

[kaltura id="0_mla01b9r" class="full_size" title="Krupps Jungs verpatzen WM Generalprobe"]

"Kein Platz für eine falsche Einstellung"

Eine ambitionierte Aufgabe, denn mit Russland und Gastgeber Slowakei warten zwei Brocken, die mehr dem Mount Everest gleichen, denn der Zugspitze.

Somit kommt es für die Krupp-Truppe wieder auf das letzte Spiel gegen Slowenien an, um den Gang in die Abstiegsrunde zu vermeiden.

Eine Situation, die die DEB-Auswahl aus den vergangenen Jahren kennt. 2009 in der Schweiz war die Mannschaft dem Druck nicht gewachsen, als sie 1:2 gegen Frankreich verlor.

"Ein Teil war in Bern 2009 dabei, als wir sportlich abgestiegen sind. Sie wissen alle, wie heikel unsere Position ist. Da ist kein Platz für eine falsche Einstellung", mahnt Krupp.

Drei Stützen fehlen

2010 glänzte sie beim 3:1 über Dänemark, das zuvor Finnland und die USA geschlagen hatte.

Der Kader ist stark genug, um das Minimalziel zu erreichen, auch wenn der Mannschaft mit Kapitän Marcel Goc (Schulter-OP), Christian Ehrhoff (NHL-Playoffs) und Sven Felski (Rücktritt aus dem Nationalteam) die Stützen der Heim-WM weggebrochen sind.

"Die Mannschaft muss das auffangen. Nicht eine einzelne Person, sondern die Last muss sich auf mehrere Spieler verteilen", sagt SPORT1-Experte Erich Goldmann, "aber eines ist sicher: Solche Spiele wie gegen Slowenien musst du klar gewinnen."

Auch damit es zu einem versöhnlichen Abschluss für Krupp und Reindl kommt. Einem Abschluss nach vielen Höhen und vielen Tiefen.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel