vergrößernverkleinern
Goalie Dennis Endras (l.) war gegen Russland der gefeierte Held © getty

Der DEB-Auswahl gelingt mit dem Sieg über Russland Historisches. Krupp weicht nicht von den Zielen ab und will Endras schonen.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - "Oh wie ist das schön", sangen die deutschen Fans 60 Sekunden vor Schluss, "so was hat man lange nicht gesehen."

Falsch! So etwas hatten die Anhänger zuvor noch nie zu sehen bekommen.

Der 2:0-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft zum Auftakt der 75. Eishockey-WM in der Slowakei über Russland (Spielbericht) war ein historischer Erfolg für den DEB. 391186(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Erstmals in seiner Geschichte, nach 37 erfolglosen Anläufen, gewann Deutschland bei einer WM gegen die Sbornaja.

"Riesiges Lob an die Mannschaft"

Sportdirektor Franz Reindl strahlte danach über das ganze Gesicht.

"Das ist schon etwas Historisches. Dieser Erfolg ist für all die Spieler, Trainer, Betreuer, die jahrelang versucht haben, oft nah dran waren, es aber nie geschafft haben, die Lehrstunden erlebt und jahrelang etwas auf die Mütze bekommen haben", ließ sich Reindl zu großen Worten hinreißen und verteilte ein "riesiges Lob an die Mannschaft".

Matchplan perfekt umgesetzt

Die hatte den Matchplan, wie es Bundestrainer Uwe Krupp ausdrückt, perfekt umgesetzt. "Wir waren 40 Minuten die Besseren, und 60 Minuten die Mannschaft, die härter gearbeitet hat", meinte Dennis Endras.

Krupps Team zeigte sich vom ersten Bully weg präsent, setzte die Russen frühzeitig unter Druck und spielte sich eigene Chancen heraus.

Bei den wenigen Möglichkeiten des Rekordweltmeisters in den ersten beiden Dritteln war zudem auf Endras Verlass.

Endras in MVP-Form

Im Schlussabschnitt knüpfte er dann an die Leistungen des Vorjahres an, die ihm MVP-Ehren bei der Heim-WM eingebracht hatten.

[image id="785d085c-647b-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Die ersten 40 Minuten hatte ich einen ruhigen Arbeitstag. Danach war gut was los", meinte Endras kühl. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Dabei hatte er wohl die Paraden gegen Wladimir Tarasenko (30./33.) und Alexei Morosow (38.) vergessen, mit denen er den Ausgleich nach Thomas Greilingers Führungstreffer (25.) vereitelte.

"Ein geiles Gefühl"

"Wenn einem Torwart ein Shutout gelingt, hat er alles richtig gemacht", sagte Krupp zu Endras' Leistung.

Und auch von den Teamkollegen wurde der Augsburger mit Lob überschüttet. "Wenn du so einen Torwart hinten drin stehen hast, fällt es dir um einiges leichter, nach vorne zu spielen", sagte Kapitän Michael Wolf bei SPORT1.

"Überragend. Was soll man noch mehr zu seiner Leistung sagen?", führte Wolf weiter aus.

"Dennis hat es uns ermöglicht, das Spiel zu gewinnen", meinte der Torschütze zum 2:0, Patrick Reimer, der mit seinem Treffer in der 58. Minute den Sack zumachte. "Das war ein geiles Gefühl, zu wissen, dass du die Russen schlägst."

[kaltura id="0_jcl8b95e" class="full_size" title="Historischer Erfolg ber Russland"]

Krupp lobt das Team

Nach den ganzen Lobarien auf Endras stellte Krupp aber sofort wieder das Team in den Mittelpunkt.

"Der Shutout ist ein Erfolg der Mannschaft. Wir haben kaum zweite, dritte Schüsse zugelassen", meinte der Bundestrainer: "Wir haben einen richtig guten Tag erwischt."

Drei Punkte reichen nicht

Über den Gegner fällte er ein erstaunliches Urteil: "Die Russen waren heute nicht scharf", analysierte er. "Sie haben unter ihren Möglichkeiten gespielt."

Dennoch müsse man gegen einen solchen Gegner erst gewinnen. An mehr als den Einzug in die Zwischenrunde wollte er erst gar nicht denken. (VORSCHAU: Mit Großbaustelle auf zwei Mt. Everests)

"Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht. In dieser Gruppe kommen wir mit drei Punkten allein nicht weiter."

Dennoch dürfe die Mannschaft den Abend "auf verantwortliche Weise" genießen.

Der Gastgeber wartet

Am Sonntag (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) wartet nun Gastgeber Slowakei, der sein Auftaktspiel gegen Slowenien mit 3:1 (0:0, 1:1, 2:0) gewann - dabei allerdings weitaus mehr Mühe als erwartet hatte.

Voraussichtlich steht Endras dann nicht im Tor.

Krupp kündigte an, dass wohl Dimitri Pätzold gegen die Slowaken das Tor hüten wird. "Es ist ein langes Turnier. Dimitri hat in der Vorbereitung hervorragend gespielt und er bekommt seine Chance."

Endras hofft noch

Endras selbst hofft hingegen auf einen Einsatz: "Jeder will vor dieser Kulisse gegen die Heimmannschaft zu spielen."

Ob er denn ein schwereres Spiel gegen die Slowaken erwarte, wurde Endras gefragt. "Wir haben gerade gegen Russland gespielt. Ich weiß nicht, ob es viel schwieriger noch geht."

Und bereits da durften die deutschen Fans singen.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel