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Patrick Reimer (M.) spielt seit 2004 bei den DEG Metro Stars © getty

Nach dem Erfolg über Russland geht die deutsche Mannschaft mit viel Selbstvertrauen in die Partie gegen WM-Gastgeber Slowakei.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - John Tripp stieß einen Freudenschrei aus: "Wuuuhuuu!"

So eben hatte der Kölner Stürmer im Training sein zweites Tor in Folge gegen Dennis Endras erzielt - etwas, dass der russischen Nationalmannschaft beim 0:2 gegen die DEB-Auswahl zum WM-Auftakt (Spielbericht) nicht geglückt war.

Über eine "Mega-Sensation" hatte Matchwinner Endras noch am Vorabend gejubelt, keine 20 Stunden später ist der Überraschungserfolg verdrängt 391186(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

"Mit dem Schlusspfiff war das Ganze beendet. Jetzt zählt nur das Spiel gegen die Slowakei", sagt Uwe Krupp bei SPORT1 einen Tag vor dem Duell mit dem Gastgeber (So., ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

"Der Erfolg gibt uns Selbstvertrauen"

"Das ist schon wieder Geschichte" meint auch Patrick Reimer, Torschütze zum 2:0.

Ganz vergessen ist der Erfolg dennoch nicht. Die Stimmung in der Mannschaft ist gelöst, hier und da scherzen die Spieler miteinander.

"Der Erfolg gibt uns noch einmal mehr Selbstvertrauen", sagt Kapitän Michael Wolf bei SPORT1.

Mit dem Selbstvertrauen nach dem historischen Erfolg über den Rekordweltmeister soll nun der nächste Große dran glauben. "Wir sind nur Underdog", sagt Krupp.

Krupp mit Respekt vor Slowakei

Am Abend zuvor, als der Bundestrainer den kommenden Gegner live in der Halle beim 3:1 gegen Slowenien (Bericht) verfolgte, bekam er jedoch eine lange Zeit unkonzentrierte, fahrige, zum Teil verspielte Mannschaft zu sehen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

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Dennoch hat Krupp großen Respekt vor den Gastgebern und weiß, wozu sie in der Lage sind. "Durch den Erfolg ist eine große Last von ihnen abgefallen. Sie haben eine sehr erfahrene, technisch versierte Mannschaft, die ihre Chancen eiskalt nutzt", sagt der Bundestrainer.

Pätzold gibt sein Debüt

Gegen den Weltmeister von 2002 verzichtet Krupp auf den Erfolgsgaranten Endras, der mit zahlreichen herausragenden Paraden glänzte.

Für den WM-MVP von 2010 wird Dimitri Pätzold das deutsche Tor hüten. "Ich freue mich riesig vor dieser Kulisse mit der Atmosphäre zu spielen", sagt der Straubinger Keeper bei SPORT1 und schickt eine Kampfansage an die Slowaken hinterher. "Das ist eine große Party hier, aber wir wollen der Partyschreck sein."

Die Ausrichtung der Mannschaft wird gegen die Slowaken dabei eine ähnliche sein wie schon beim Sieg über Russland. "Ich erwarte ein ähnliches Spiel", sagt Marcel Müller bei SPORT1.

[kaltura id="0_jcl8b95e" class="full_size" title="Historischer Erfolg über Russland"]

Müller mit hartem Check

Der Stürmer der Toronto Maple Leafs, der in seiner ersten Saison drei Spiele in der NHL bestritt und sonst im Farmteam bei den Toronto Marlies zum Einsatz kam, sorgte ebenfalls für ein Highlight beim Russland-Spiel, als er Maxim Afinogenow mit einem sehenswerten Check wie einen Crash Test Dummy zu Boden beförderte.

"Ich habe gesehen, dass er in die Mitte ziehen wollte und dann bin ich drauf. So ist das Spiel drüben. Man geht viel mehr auf den Körper", berichtet der Ex-Kölner.

Nicht nur durch den Erfolg auch mit solchen Aktionen hat die DEB-Auswahl sich Respekt bei den anderen Nationen erarbeitet.

Stümpel: "Deutschland wird von Jahr zu Jahr besser"

"Mich hat der Sieg der Deutschen nicht überrascht", sagt der Slowake Josef Stümpel bei SPORT1. "Deutschland wird von Jahr zu Jahr besser, die Jungen sammeln Erfahrung. Das ist eine schwer zu spielende Mannschaft."

Und sein Trainer Glen Hanlon ergänzt: "Ich glaube die Deutschen sind noch besser als letztes Jahr."

Die Slowaken selbst sind nach ihrem schmeichelhaften Auftakterfolg über Slowenien froh, die Erwartungshaltungen im eigenen Land erfüllt zu haben.

"Jetzt können wir erst einmal durchatmen. Der Sieg befreit", sagt Stümpel.

Man könnte meinen, der ehemalige NHL-Profi beschreibt die Situation bei der deutschen Mannschaft.

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