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Torhüter Dennis Endras (l.) war in der DEL zuletzt für die Augsburger Panther aktiv © getty

Das DEB-Team sorgt in der DEL für Euphorie. Die Liga verweist auf ihren Anteil am Erfolg und verlangt mehr Mitspracherecht.

München - "Überragend", "sensationell", "fantastisch" - die WM-Auftritte der deutschen Nationalmannschaft in der Slowakei haben auch die Klubs der DEL in Verzückung versetzt.

Einige Vereinsvertreter trauen dem Team von Bundestrainer Uwe Krupp sogar die Medaille zu, die Deutschland bei der berauschenden Heim-WM vor einem Jahr verwehrt blieb.

"Die Mannschaft hat das Zeug dazu, das alles Überragende zu schaffen und eine Medaille mit nach Hause zu holen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg - und der ist steinig", sagte Marco Stichnoth, Geschäftsführer des Ex-Meisters Hannover Scorpions (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Deutsche Eishockey besser als sein Ruf"

Auch für Marcus Kuhl, Sportdirektor der Adler Mannheim, ist die erste WM-Medaille seit 58 Jahren in greifbare Nähe gerückt: "Wenn die Mannschaft weiter so sensationell spielt und das notwendige Glück hat, ist das Halbfinale drin."

Vor allem die "fantastischen Siege" gegen Rekordweltmeister Russland und Gastgeber Slowakei seien für das Image Gold wert gewesen, meint Manager Peter John Lee vom Meister Eisbären Berlin (393356DIASHOW: Deutschland - Slowakei).

"Solche Erfolge zeigen, dass das deutsche Eishockey besser ist als sein Ruf", sagte Lee und betonte: "Das gilt natürlich auch für die Liga."

Nachwuchskonzept greift

Die Klubs sind sich einig, dass sie am deutschen Eishockey-Märchen in der Slowakei deutlich mitgeschrieben haben.

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"Die Spieler werden in unserer Liga ausgebildet. Im Vergleich mit anderen Nationen wie der Slowakei verfügen wir in der Breite auf lange Sicht über das bessere Spielermaterial. Wir können optimistisch in die Zukunft schauen", sagte Manager Charly Fliegauf vom Vizemeister EHC Wolfsburg.

Damit das vor einigen Jahren eingeführte Nachwuchskonzept aber weiter Früchte trägt, fordert Stichnoth die Klubbosse und die Verantwortlichen des DEB auf, sich wieder anzunähern.

"Wir müssen aufhören, uns mit Kleinkram aufzuhalten. Es sollte nur noch ums Sportliche gehen", sagte der Scorpions-Geschäftsführer.

DEL fordert Mitspracherecht

Am 30. April ist der Kooperationsvertrag zwischen dem DEB und der DEL ausgelaufen, zuletzt stockten Verhandlungen über eine Verlängerung vor allem wegen Unstimmigkeiten in der Frage des Auf- und Abstiegs.

Zudem fordert die Liga mehr Mitspracherecht bei zentralen Personalentscheidungen des Verbandes.

Doppelfunktion von Krupp: keine Alternative

Eine davon ist die Besetzung des Bundestrainer-Postens. (Hintergrund: DEB in Erklärungsnot)

Für die Klubs ist eine Doppelfunktion von Uwe Krupp, der zur kommenden Saison als Teammanager zu den Kölner Haien wechselt, nach wie vor keine Alternative.

"Uwe hat einen guten Job gemacht, aber auch nur, weil er sich zu einhundert Prozent um die Entwicklung der Nationalmannschaft gekümmert hat. Ich finde, wir brauchen einen Bundestrainer, der sich rund um die Uhr mit der Nationalmannschaft beschäftigt", sagte Stephane Richer, Sportdirektor der Hamburg Freezers.

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