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Justin Krueger (l.) und John Tripp standen auch bei der WM 2010 im DEB-Kader © getty

Die DEB-Auswahl beeindruckt Gegner und Medienvertreter mit erfolgreichem, attraktivem Spiel - und wird mit Lob überschüttet.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Matjaz Kopitar saß auf dem Podium, blickte - bevor er den Satz aussprach - in die Journalistenrunde und führte dann aus:

"Die deutsche Mannschaft ist die disziplinierteste, die ich hier in Bratislava gesehen habe", sagte der slowenische Nationaltrainer in einem Ton, der Überzeugung und auch Stolz erkennen ließ.

"Sie können es noch weit bringen in diesem Turnier."

Stolz, dass es eine kleine Eishockeynation wie es auch die Slowenen sind, die Deutschland immer noch ist, es geschafft hat, sich in der Weltspitze durch harte Arbeit zu positionieren (Spielbericht: GER-SLO) .

Vom Absteiger zum Medaillenkandidat

Und Kopitar ist nicht der einzige Coach, der in den vergangenen Tagen in höchsten Tönen von der deutschen Mannschaft schwärmt. Die gegnerischen Trainer verneigen sich vor Uwe Krupp und die internationale Presse spricht ehrfürchtig von einem ernsthaften Konkurrenten.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat sich innerhalb von zwei Jahren von einem Absteiger (Bern 2009) zu einem Medaillenkandidaten entwickelt.

Krupp genießt die Lobeshymnen

"Die hohe Qualität des deutschen Spiels hat letztlich sogar meine Erwartungen übertroffen", sagt Alois Hadamczik, Trainer von Zwischenrundengegner Tschechien. "Im weiteren Verlauf kann das Team jedem Gegner gefährlich werden."

Bundestrainer Krupp nimmt das Lob dankend an: "So etwas hört man natürlich gerne, vor allem, wenn es von einem Kollegen kommt."

"Ähnlich wie Team USA"

Und auch die internationalen Medien schwärmen plötzlich vom deutschen Spiel. "Es ist nicht nur aufs Zerstören ausgelegt", sagt ein finnischer Kollege.

[image id="1e65f3f7-6366-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Die Spieler schalten unglaublich schnell von Abwehr auf Angriff um. Das ist ihre große Stärke. Sie spielen nicht nur defensiv, gehen dann gemächlich in den Angriff über und schießen von der blauen Linie, sie gehen das Ganze mit Dampf an. Ähnlich wie Team USA."

Gerade in der Offensive hat bei der DEB-Auswahl eine kleine Änderung im System stattgefunden. "Wir entwickeln mehr Zug zum Tor, schießen häufiger. Jeder Schuss ist ein guter Schuss", sagt Kapitän Michael Wolf.

Der Star ist die Mannschaft

Ein weiteres Plus haben die Pressevertreter im Auftreten der Auswahl als Mannschaft ausgemacht. Gerade hier hakte es bei den mit Stars gespickten Gruppengegnern und Titelfavoriten Russland und Slowakei

"Sie sind mental sehr stark und präsentieren sich als Einheit. Sie spielen ohne Superstar und das macht sie so gefährlich", führt der finnische Journalist aus.

[kaltura id="0_5cuhcfje" class="full_size" title="Die irre WM-Vorrunde"]

Die Finnen schwer beeindruckt

Krupp begründet den derzeitigen Erfolg mit den deutschen Tugenden: Arbeit, Fleiß, Ehrgeiz. Die deutschen Spieler seien gute Skater, physisch sehr stark, diszipliniert und "coachable", wie Krupp es nennt (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Gerade der Begriff "Disziplin" - wie in Kopitar gebrauchte - fällt im Zusammenhang mit der deutschen Mannschaft.

"Selbst die Finnen, die für ihr diszipliniertes Spiel bekannt sind, spielen hier nicht so diszipliniert", sagt der Finne und stellt der deutschen Mannschaft einen großen Erfolg in Aussicht.

"Ich bin sehr beeindruckt. Sie spielen hier um eine Medaille."

Besser in der Fremde?

Geht es nach der Homepage des Weltverbandes IIHF hat die DEB-Auswahl diese bereits ? sogar die Goldene.

In ihrem "Power Ranking" nach dem zweiten Spieltag führte "IIHF.com" die Krupp-Truppe sogar auf Platz 1: "You laughed when the last Power Rankings had us third. Who?s laughing now, dummkopf? (Ihr habt gelacht als wir sie beim letzten Power Ranking auf Rang drei geführt hatten. Wer lacht jetzt, Dummkopf?, Anm. d. Red.)"

Zu Turnierbeginn war die DEB-Auswahl lange nicht so gut weggekommen: Platz 11 und nur eine kurze Erklärung: "Dieses Jahr ist das Turnier nicht in Deutschland."

"Endras shines again"

Ein Erfolgsgarant - wie bei der Heim-WM ? ist auch wieder Dennis Endras. Nach dem WM-Auftakt bei dem er "der Schrecken der russischen Stürmer" war, wurde der Augsburger Keeper mit Lob überschüttet.

"Endras shines again" - Endras glänzt erneut, vermeldete die Homepage der Minnesota Wild, Endras? neuem Arbeitgeber in der NHL.

"Er gehört jetzt schon zu den besten Keepern der Welt", sagt Kapitän Michael Wolf.

Endras in guter Gesellschaft

Dass zukünftiger Arbeitgeber und Mitspieler große Stücke auf den eigenen Keeper halten, ist selbstverständlich (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

Aber auch die IIHF Homepage pries dessen Vorzüge, stellte ihn sogar auf eine Stufe mit deutschen Wahrzeichen.

Als das Ranking nach dem ersten Spieltag erschien und die DEB-Auswahl auf Platz drei rangierte, stand nur: "Beethoven. Einstein. Endras."

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