SPORT1-Kolumnist Rick Goldmann zeigt sich von der Leistung der DEB-Auswahl angetan. In der Zwischenrunde traut er ihr viel zu.

Hallo Eishockey-Freunde,

was waren das für Leistungen der deutschen Mannschaft. Sie hat alle Erwartungen übertroffen. Der Sieg über Russland (Bericht) war ein historischer Triumph und auch der Auftritt gegen die Slowakei (Bericht) - einfach nur super.

Das dritte Spiel gegen Slowenien war ein Charakter-Test (Bericht): Sind die Spieler mental stark genug - in einer Partie, in der es eigentlich um nichts mehr geht? Bleiben sie trotzdem konzentriert und finden einen Weg, zu gewinnen?

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Ob das die beste oder schlechteste Leistung war, spielt keine Rolle. Sie haben bewiesen, dass sie genau das können. Daher muss man sagen: Sie haben eine Weltklasse-Vorrunde gespielt.

Die Zwischenrunde wird für die deutsche Mannschaft nun ein erneuter Test. War es nur der Rückenwind von der WM vom letzten Jahr oder hat die Mannschaft wirklich so einen Sprung hingelegt? Diese Antwort werden wir durch die drei Spiele erhalten.

Eines ist klar: Mit sechs Punkten aus der Vorrunde muss das Ziel Viertelfinale heißen.

Mit der Punkteausbeute haben die Jungs realistische Chancen. Nach meiner Rechnung fehlt noch ein Punkt, denn mit sieben hat bisher noch keine Mannschaft die Runde der letzten Acht verpasst.

Schöner wäre natürlich ein Sieg, denn die Platzierung in der Zwischenrunde spielt eine Rolle für den Viertelfinalgegner.

Die drei Punkte sollte das deutsche Team gegen Dänemark holen. Die Dänen sind nicht so stark wie 2010. Ihre Topleute aus Nordamerika fehlen. Das macht sich schon bemerkbar.

Gegen Tschechien und Finnland hatten sie Probleme, mitzuhalten. Da waren nicht nur die Ergebnisse, sondern auch der Spielverlauf sehr deutlich.

Aber: Als es gegen Lettland darauf ankam, haben sie ihre unangenehme Spielweise ausgepackt. Es ist ein sehr geradliniges Eishockey, ähnlich dem der deutschen Mannschaft, in der Defensive sehr taktisch geprägt, gleichzeitig unheimlich aggressiv auf den Körper.

Kommen wir zu den Tschechen: Für mich die bisher ausgeglichenste Mannschaft, was Torhüter, Verteidiger und Stürmer betrifft. Andere Topnationen haben ihre Vorteile in der Offensive. Sie haben eine sehr ausgewogene Mischung aus zehn NHL-, neun KHL- und zwei Spielern aus der heimischen Liga, aus jung und alt und können ein hohes Tempo gehen.

Aber sie spielen auch hart gegen den Körper, das haben sie gegen Lettland gezeigt - nach den bisherigen Eindrücken einer der Favoriten.

Zu Finnland: Uwe Krupp hat einmal gesagt: "Die Finnen spielen das gleiche System, nur einen Tick besser". Allerdings hat das Spiel gegen Tschechien gezeigt, dass die Mannschaft noch nicht reif genug ist.

Diese Spiele, gegen Finnland und Tschechien, kann die deutsche Mannschaft eng gestalten, gegen Dänemark sollte ein Sieg drin sein, und diese drei Punkte sollten zum Viertelfinale reichen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die drei Spiele, denn die Mannschaft macht Lust auf mehr.

Euer

Rick Goldmann

Erich Goldmann, 35, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2009 die Spiele der Nationalmannschaft.

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