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Die deutsche Mannschaft um Alexander Barta will gegen Finnland voll zur Sache gehen © getty

Das DEB-Team erwartet eine Kämpfertruppe. Krupp verzichtet auf seinen gewichtigsten Trumpf. Für Facebook hat er keine Zeit.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Die Beine hochlegen, regenerieren. Dazu ein gemeinsames Abendessen in der Altstadt.

Die deutsche Nationalmannschaft genießt die zwei spielfreien Tage vor Beginn der Zwischenrunde mit dem Duell mit Ex-Weltmeister Finnland (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Bereits ein Punkt - Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschießen - könnte der DEB-Auswahl zum Einzug ins Viertelfinale reichen. Seit der Einführung des aktuellen WM-Moduses verpasste noch keine Mannschaft mit sieben Zählern die Runde der letzten Acht (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Das Rechnen überlassen wir den Mathematikern"

Doch von Rechenspielen will im deutschen Team keiner etwas wissen.

"Wir gehen in das Spiel wie in jedes andere: Wir wollen es gewinnen", sagt Assistenz-Trainer Harold Kreis, und Bundestrainer Uwe Krupp ergänzt: "Das Rechnen überlassen wir den Mathematikern."

Optimismus beim DEB

Vielmehr beschäftigt sich der Trainerstab mit dem Titelträger von 1995. "Es wird ein sehr körperbetontes Spiel", sagt Krupp. "Die Finnen haben die härteste Liga, was das Körperspiel angeht. Sie sind sehr amerikanisch geprägt, das ist eine Kämpfertruppe."

Und Kreis meint: "Die lassen sich auch durch unsere körperbetonte Spielweise nicht beeindrucken. Das wird ein sehr hartes Spiel, wie immer gegen die Finnen."

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Die Verantwortlichen gehen optimistisch in das Duell mit dem Weltranglisten-Fünften. "Du weißt: Es geht, es ist möglich", sagt Sportdirektor Franz Reindl.

Euro Hockey Challenge als Hoffnungsschimmer

Hoffnung macht der Erfolg bei der Euro Hockey Challenge Mitte April in Nordhorn, als die DEB-Auswahl eine 16 Jahre dauernde Durststrecke beendete und erstmals gegen Finnland gewann.

Vom finnischen Team damals sind noch zwölf Spieler bei der WM, hinzu kamen unter anderem vier NHL-Profis. ?Wir wissen, das wird ein anderes Spiel. Die haben ihr Team zur Hälfte verändert?, blickt Christoph Ullmann auf die ansehende Partie.

Aber auch bei der deutschen Mannschaft hat sich seitdem einiges getan.

[kaltura id="0_r04mag39" class="full_size" title="Deutschland - Finnland im Video-Check"]

"Genauso engagiert, genauso emotional"

Nicht nur, dass fünf Akteure von den DEL-Finalisten zu der Mannschaft gestoßen sind, mit den Erfolgen über Russland und die Slowakei hat das Team laut Reindl "enorm viel Selbstvertrauen aufgebaut".

Gegen die Finnen muss die Mannschaft an die Leistungen anknüpfen, die sie in der Vorrunde so stark gemacht hat.

Und das wäre? "Wir müssen die Spiele genauso engagiert, genauso emotional angehen wie die vorhergehenden", sagt Kreis und führt weiter aus: "Diszipliniert und spielerisch kompakt bleiben, den Weg zum Tor suchen."(STATISTIK: Goalgetter und Hexer)

Reul kommt nicht zum Einsatz

Auf seinen - im Wortsinn - gewichtigsten Trumpf verzichtet Bundestrainer Krupp gegen das robuste Spiel der Finnen. Der nachnominierte "Eis-Riese" Denis Reul, ein 1,93-Meter-104-Kilogramm schwerer Brocken, kommt gegen die Nordländer nicht zum Einsatz.

"Der wird schon noch kommen und seine Duftnote hinterlassen. Wenn er so checkt, wie er checken kann, nimmst du auch mal zwei Minuten in Kauf" sagt Krupp über den strafzeitgefährdeten Mannheimer Verteidiger: "Wir spielen Eishockey, nicht Halma."

13. Stürmer bleibt

Die Entscheidung fällte der Bundstrainer erst am Morgen. Er begründete den Schritt damit, an seiner bisherigen Ausrichtung mit 13 Stürmern und sieben Verteidigern festzuhalten.

"Uns hat der 13. Stürmer bisher sehr gut getan", sagt Krupp.

Eine Veränderung hat er jedoch vorgenommen. Für Daniel Kreutzer, der derzeit bei 198 Länderspielen steht, rückt der Mannheimer Marcus Kink in den Kader.

Krupp: Keine Zeit für Facebook

Mit diesen Entscheidungen setzte sich Krupp lange auseinander. Zeit für andere Aktivitäten bleibt dem Bundestrainer nicht.

Die Facebook-Kampagne "Uwe Krupp muss bleiben" kannte er nicht, ehe er darauf angesprochen wurde, für das soziale Online-Netzzwerk fehlt ihm die Muße.

"Dann müsste ich ja den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und sofort schreiben, wen ich gerade in der Hotel-Lobby getroffen oder ob ich einen Apfel gegessen habe", sagt der Krupp lachend.

Sportdirektor Reindl dagegen hat seine Meinung zu der Initiative: "Gefällt mir."

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