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Frank Hördler (l.) belegte mit dem DEB-Team bei der WM 2010 Platz vier. © getty

Das DEB-Team zeigt erneut eine starke Leistung - bringt sich aber selbst um den Sieg. Im Penaltyschießen fehlt das Glück.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Die deutsche Nationalmannschaft betätigt sich bei der WM in Bratislava als Punkte-Hamster.

Nur 22 Stunden nach der 4:5-Niederlage nach Penaltyschießen gegen Finnland (Bericht) musste sich die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp auch Dänemark mit 3:4 (1:1, 1:1, 1:1, 0:0) nach Penaltyschießen geschlagen geben, sammelte dabei aber den achten Zähler.

"In 5 Spielen hat es noch keine Mannschaft geschafft uns nach 60 Minuten zu schlagen", zog Keeper Dennis Endras das Positive aus der Pleite. Dagegen überwog bei Teamkollege Felix Schütz noch die Enttäuschung: "Wir hätten das am Schluss schlauer spielen müssen."

In der Zwischenrundengruppe E belegt das DEB-Team mit einem Spiel mehr weiterhin Rang zwei, kann allerdings noch am Samstagabend bei einem Sieg Finnlands nach regulärer Spielzeit über Gastgeber Slowakei (ab 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) noch vom zweiten Platz verdrängt werden.

"Haben uns dumm angestellt"

John Tripp (11.), Alexander Barta (23.) und Kevin Lavallee (42.) erzielten die Tore für die deutsche Mannschaft. Die Bödker-Brüder Mads (9.) und Mikkel (22.) hatten Dänemark zweimal in Führung gebracht, Nichlas Hardt glich zum 3:3 aus.

"Beim letzten Tor haben wir uns dumm angestellt. Die Dänen haben gewechselt und wir haben nicht gut darauf reagiert", ärgerte sich Kai Hospelt über den späten Ausgleichstreffer.

Den entscheidenden Penalty verwandelte Dänemarks NHL-Star Mikkel Bödker.

Körperbetonter Beginn

Auf eine körperbetonte Partie hatte sich die deutsche Mannschaft, bei der Denis Reul sein WM-Debüt feierte, eingestellt und dies bekamen sie bereits nach wenigen Augenblicken zu spüren.

Nach 25 Sekunden checkte Hardt Kai Hospelt so gegen die Bande, dass die Plexiglasscheibe zersprang. Nach kurzer Reparatur-Pause wurde die Partie ohne Probleme fortgesetzt.

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Endras lange beschäftigungslos

Bezeichnend für den ersten Abschnitt war es eines der wenigen Highlights der ereignisarmen ersten 20 Minuten.

Zwar bestimmte die deutsche Mannschaft das Geschehen, zwingende Torschancen waren Mangelware. Zwei Handgelenksschüsse von Marcel Müller (4.) und Michael Wolf (7.) direkt auf den Keeper, mehr war zu Beginn nicht drin.

Dennis Endras, der erneut den deutschen Kasten hütete, war gänzlich beschäftigungslos.

Überraschende Führung der Dänen

Dies änderte sich als die Dänen nach einer Strafzeit gegen Philip Gogulla wegen Behinderung des Torwarts kassierte.

Keine 20 Sekunden waren von der Uhr, da nutzte Mads Bödker einen abgefälschten Pass des Berliners Mads Christensen zur überraschenden Führung (9.). Der aufgerückte Verteidiger musste nur noch einschieben. (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

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Nur zwei Minuten später glich die DEB-Auswahl aus (11.). Marcel Müller spielte Tripp frei, der vom Bullykreis mit einem krachenden Schlagschuss abzog. Der Puck schlug im Winkel ein.

Auf weitere Höhepunkte mussten die Zuschauer lange warten. Zwar stimmten sie noch im ersten Drittel zweimal die Laola-Welle an, diese war jedoch mehr als Beschäftigungstherapie denn als Begeisterungssturm zu interpretieren.

"Im Kopf weiß man schon, dass man schon im Viertelfinale steht", versuchte Endras den schleppenden Beginn zu erklären.

Bödker mit Treffer Nummer zwei

Für die enttäuschenden ersten 20 Minuten wurden die Zuschauer zu Beginn des zweiten Abschnitts entschädigt.

Keine 100 Sekunden waren gespielt, das schloss Mikkel Bödker ein feines Solo per Bauerntrick zur erneuten dänischen Führung ab (22.). Der NHL-Star der Dänen umkurvte die deutschen Gegenspieler wie Pylonen und ließ Endras keine Chance, nachdem er zuvor von Julian Jakobsen behindert worden war.

Aber die DEB-Auswahl hatte prompt eine Antwort parat. Marcus Kink luchste seinem Gegenspieler vor dem dänischen Kasten den Puck ab und bediente Barta, der völlig problemlos zum 2:2 einschoss (23.).

Partie verflacht

Anschließend verflachte die Partie.

Die Dänen erspielten sich ein Übergewicht, bei ihren wenigen Chancen waren sie ebenso wenig effektiv wie die deutsche Mannschaft.

Erst mit Ende des Drittels, als sich die Krupp-Truppe durch zwei Strafzeiten gegen die Dänen in Überzahl wiederfand, spielte sie sich Chancen heraus. Kai Hospelt (37.), Gogulla (38.) und Andre Rankel (38.) scheiterten aber an Dänemakrs Keeper Frederik Andersen.

Furioses Schluss-Drittel

Ähnlich furios wie im zweiten Drittel ging es auch im Schlussabschnitt zur Sache.

Vom Bully weg übte die Mannschaft Druck auf den dänischen Kasten aus, und Lavallee erzielte mit einem Handgelenksschlenzer von der blauen Linie die erstmalige deutsche Führung (42.).

Und die DEB-Auswahl drückte weiter. Keine Minute später scheiterte Patrick Reimer an Andersen (43.), anschließend vergaben Hospelt in Überzahl (44.) und Felix Schütz (45.) mit Ablauf der Strafzeit. "Wir haben unsere Powerplay-Chancen nicht genutzt", ärgerte sich Hospelt über die vergebenen Chancen.

Aber die Dänen blieben bei ihren wenigen Kontern gefährlich. Endras verhinderte nach einem Drehschuss von Hardt den Ausgleich (46.).

Dritte Verlängerung in Folge

Der gelang Hardt erst kurz vor Schluss (58.), als er nach einem Pass von Morten Green vor Endras auftauchte und dem Augsburger Keeper den Puck durch die Beine schob.

Da den Dänen nur ein Sieg in regulärer Spielzeit den Einzug ins Viertelfinale offen hielt, nahm Trainer Per Bäckman den Torwart vom Eis.

Aber auch in 6-gegen-5-Überzahl blieb es nach 60 Minuten beim 3:3, und die DEB-Auswahl musste zum dritten Mal in Folge in die Verlängerung.

Dort waren die Dänen die aktivere Mannschaft, Endras aber rettete seine Mannschaft ins Penaltyschießen. Dort war er gegen Christensen und Mikkel Bödker ohne Chance, für Deutschland verwandelte nur Reimer. Den entscheidenden vergab Wolf, als er an Andersen scheiterte.

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