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Torhüter Dennis Endras wurde bei der WM 2010 in Deutschland in das All-Sar-Team berufen © getty

Die Niederlage gegen Dänemark deprimiert Krupps Mannen. Der stellt erstmals Fehler fest und verordnet bestimmte Maßnahmen.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Das Viertelfinale nach vier Spielen erreicht, Russland und die Slowakei geschlagen, gegen Finnland einen Punkt geholt, und dennoch zog Felix Schütz ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter.

"Wir hätten am Schluss schlauer spielen müssen", sagte Felix Schütz zähneknirschend nach der 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen gegen Dänemark (Spielbericht).

"Wenn man keine Füße und keine Beine hat, muss man mit dem Kopf spielen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so sauer war", polterte der Ingolstädter Stürmer.

Die zweite Niederlage binnen 22 Stunden nach dem noch als Punktgewinn gefeierten 4:5 gegen Finnland (Bericht) - ebenfalls nach Shootout - verdarb Schütz die Laune.

Krupp spricht Fehler an

2:27 Minuten vor Ende kassierte die DEB-Auswahl den Ausgleich zum 3:3 durch Nichlas Hardt. Beim Wechsel der Dänen ließen die deutschen Spieler den Stürmer durch die eigene Zone laufen und nach Zuspiel von Kapitän Morten Green ungehindert einschießen.

"Da haben wir uns dumm angestellt", meinte auch Kai Hospelt.

Bundestrainer Uwe Krupp sprach daraufhin erstmals deutlich Fehler an. "Dadurch haben wir die Gegentore kassiert", sagte der Coach (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

"Wir sind alle fit"

Kapitän Michael Wolf zeigte sich nach der Partie von der Leistung enttäuscht. "Damit kann man nicht zufrieden sein. Vielleicht wollte der Körper nicht so wie der Kopf", spielte der Iserlohner auf die Strapazen am Tag zuvor an.

Und Keeper Dennis Endras meinte: "Zwei Spiele in 24 Stunden gehen auf die Knochen."

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Hospelt wollte dies jedoch nicht als Ausrede gelten lassen. "Wir sind alle fit, und andere Mannschaften haben das gleiche Problem", sagte der Mittelstürmer.

Emotionalität als großer Bestandteil

Trotz der Fehler gewann Krupp dem Spiel auch Positives ab. "Die Einstellung war sehr gut", lobte der Bundestrainer seine Mannschaft. "Ein großer Bestandteil unseres Spiels ist die Emotionalität", führte er aus.

Dadurch kämen Kampfgeist und Mannschaftsleistung erst zu Stande.

"Dafür brauchst du aber ein klares Ziel vor Augen. Dieses Ziel haben wir schon erreicht. Der Extra-Ansporn hat gefehlt. Diese drei, vier Prozent", sagte Krupp.

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Fehlende Zusatzmotivation

Den fehlenden Schuss Zusatzmotivation bemerkte auch Endras. "Im Kopf weiß man, dass man im Viertelfinale ist", sagte der Augsburger, der erneut den Vorzug vor Dimitri Pätzold erhielt.

Aber auch der Augsburger erkannte in der Niederlage einen Aspekt, der Hoffnung macht. "In fünf Spielen hat es bisher noch keine Mannschaft geschafft, uns nach 60 Minuten zu besiegen."

Ähnlich sah es auch Krupp. "Wir haben wieder einen Punkt geholt und das ist es, was in dieser Runde zählt", meinte der Bundestrainer.

Finnland zieht an DEB-Team vorbei

Mit nun acht Zählern rutschte die deutsche Mannschaft dennoch auf Rang drei in der Zwischenrundengruppe E ab. Denn durch den 2:1-Erfolg über Gastgeber Slowakei (Bericht) zog Finnland am DEB-Team vorbei.

Zudem kann es noch vor dem letzten Spieltag von Russland überholt werden. Der Rekordweltmeister weist ein Spiel weniger auf und trifft am Sonntagabend (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auf Titelverteidiger Tschechien.

Hoch motiviert gegen Tschechien

Für die letzte Zwischenrundenbegegnung gegen die bis dato ungeschlagenen Tschechen (Mo., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) erwartet DEB-Sportdirektor Franz Reindl eine hoch motivierte Mannschaft.

"Das Dänemark-Spiel hatte nicht die Bedeutung, die die anderen hatten", stellte Reindl fest. "Aber gegen den Weltmeister und Jaromir Jagr ist es schon etwas Besonderes."

"Massagen und Eisbäder"

Den Tag vor dem Zwischenrunden-Abschluss gibt Krupp der Mannschaft trainingsfrei - und verordnete seinen Mannen "Ausschlafen, Massagen und Eisbäder".

Alex Barta freute sich bereits auf den freien Nachmittag. Auf "Was er denn vorhabe", antwortete der Hamburger Stürmer: "Einfach mal die Seele baumeln lassen. Vielleicht einen Kaffee trinken gehen."

Und dann strahlte zumindest doch noch ein deutscher Spieler.

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