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Superstar Jaromir Jagr (M.) wurde zum besten Spieler des Spiels gewählt © getty

Die deutsche Mannschaft hält nur 35 Minuten gut mit. Ein Doppelschlag beendet den Traum vom leichtesten Achtelfinalgegner.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat zum Zwischenrundenabschluss von Weltmeister Tschechien ihre Grenzen aufgezeigt bekommen.

Gegen den Titelverteidiger unterlag die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp deutlich mit

2:5 (1:2, 0:3, 1:0) und kassierte damit die dritte Niederlage in Folge 400166DIASHOW: Die Bilder des Spiels.

Tomas Plekanec (1./36.), Michael Frolik (11.), Karel Rachunek (23.) und Patrik Elias (37.) sorgten für den deutlichen Erfolg des Titelverteidigers.

John Tripp (2.) hatte mit seinem dritten Turniertor den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt, Thomas Greilinger (59.) betrieb nur noch Ergebniskosmetik (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

Jetzt gegen Schweden im Viertelfinale

Während die weiterhin ungeschlagenen Tschechen bereits zuvor als Gruppensieger feststanden, beendete die deutsche Mannschaft die Zwischenrunde E auf Platz drei und trifft im Viertelfinale nun auf Schweden (Mi, 11. Mai, ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) , das im "Endspiel" um Platz eins in der Staffel F gegen Kanada 2:3 verlor.

Mit einem Sieg in regulärer Spielzeit hätte das DEB-Team noch Platz zwei erreichen können und wäre in der Runde der letzten Acht auf den vermeintlich leichtesten Gegner Norwegen getroffen.

Krupp hatte seine Reihen im Vergleich zur Dänemark-Niederlage durcheinander gewürfelt. Einzig die erste Sturmformation blieb gleich.

Erster Torschuss, erstes Tor

Doch die Änderungen gingen gleich zu Beginn nach hinten los. Wie schon gegen Finnland fand sich die deutsche Mannschaft nach dem ersten Torschuss des Gegners im Rückstand wieder.

Plekanec zog nach 51 Sekunden aus der Drehung ab, Justin Krueger hielt den Schläger rein und es stand 0:1.

Aber die DEB-Auswahl bewies Kämpferherz, durfte ihrerseits nur 36 Sekunden später jubeln. Kevin Lavallee zog von der blauen Linie aus dem Handgelenk ab, Tschechiens Keeper Jakub Stepanek ließ prallen und Tripp vollendete den Abpraller durch die Schoner.

Zweites "Eigentor" bringt den erneuten Rückstand

Der tschechische Torwart, der den geschonten Ondrej Pavelec ersetzte, ermöglichte den deutschen Spielern die wenigen Chancen. Er wirkte sehr unsicher, ließ die Scheiben prallen, nur kam die DEB-Auswahl selten zum Rebound.

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Aber auch der Weltmeister benötigte die Unterstützung des Gegners. Erneut war es ein "Eigentor" eines deutschen Verteidigers, der den Tschechen die erneute Führung ermöglichte.

Frolik zog aus spitzem Winkel und kurzer Distanz aufs Tor und von Korbinian Holzers Oberschenkel prallte der Puck ins Netz.

Endras machtlos

Dennis Endras, der im sechsten WM-Spiel zum fünften Mal das deutsche Tor hütete, war erneut machtlos.

Dem Augsburger blieben wenige Möglichkeiten sich auszuzeichnen.

Die Tschechen hatten zwar mehr Scheibenbesitz, echte Chancen blieben jedoch auf beiden Seiten Mangelware.

Erst kurz vor Drittelende konnte Endras seine Künste unter Beweis stellen, als er Karel Rachuneks Schuss parierte (18.).

[kaltura id="0_50wyl3n3" class="full_size" title="Lehrstunde gegen Tschechien"]

Deutsche Mannschaft drückt

Im zweiten Drittel bot sich den Zuschauern ein völlig verändertes Bild. Die deutsche Mannschaft drückte mit dem Bully weg auf Stepaneks Kasten.

In die Drangphase hinein leistete sich Tripp jedoch eine Strafzeit, die die Tschechen eiskalt ausnutzten (23.). Rachunek baute per Onetimer vom Bullykreis den Vorsprung des Weltranglisten-Fünften auf 3:1 aus.

Die DEB-Spieler ließen den Kopf nicht hängen und schossen Stepanek richtig warm.

Tschechien eiskalt

Marcel Müller (27.), Greilinger (28.), Krueger (29.), Frank Hördler (29.) und Philip Gogulla (29.) sorgten dafür, dass die deutsche Mannschaft bereits nach zehn Minuten mehr Schüsse als im ersten Drittel abgefeuert hatten.

Die Tschechen blieben bei ihren Kontern gefährlich und eiskalt. Eine Strafzeit von Jubilar Daniel Kreutzer, der sein 200. Länderspiel bestritt, nutzte Plekanec nach einem abgefälschten Schuss zum 4:1 (36.).

Damit schien der Widerstand der deutschen Mannschaft gebrochen. Fast ohne Gegenwehr kombinierten sich Martin Havlat und Petr Prucha nur 80 Sekunden später durch die deutsche Zone, und Elias schloss aus kurzer Distanz zum 5:1 ab.

Greilinger mit dem zweiten Turniertor

Die Tschechen spielten anschließend den Vorsprung souverän herunter, gingen zwar fahrlässig mit den eigenen Chancen um, ließen aber auch kaum welche zu.

Und wenn doch, fanden die deutschen Spieler in dem immer souveräner wirkenden Stepanek ihren Meister.

90 Sekunden vor Schluss betrieb Greilinger mit seinem zweiten Turniertor Ergebniskosmetik.

Krupp: "Die beste Mannschaft des Turniers"

Bundestrainer Krupp bemängelte vor allem die zahlreichen liegen gelassenen Gelegenheiten.

"Wir haben gegen die beste Mannschaft des Turniers gespielt. Wir haben viele Chancen herausgespielt, aber eben nicht genutzt. Das war heute der große Unterschied", so Krupp gegenüber SPORT1.

Auch Stürmer Kai Hospelt bemängelte die fehlende Cleverness seiner Mannschaft.

"Tschechien hat uns nicht gegen die Wand gespielt. Aber du darfst gegen einen solchen Gegner einfach keine Fehler machen und so naiv spielen. Vor allem in Unterzahl sind wir nicht gut gestanden."

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Tschechien fordert USA

Die Tschechen bekommen es am selben Tag um 16:15 Uhr mit den USA zu tun (alle Spiele LIVE im TV auf SPORT1), während Finnland und Norwegen sich am Donnerstag um dieseslbe Zeit gegenüberstehen.

Das letzte Viertelfinale, Kanada gegen Russland, findet am Donnerstagabend statt (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

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