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Die Niederlage gegen Tschechien ist bereits die dritte in Folge bei dieser WM © getty

Trotz der Pleite gegen Tschechien nehmen die DEB-Spieler viel Positives ins Viertelfinale mit. Krupp hadert mit dem Schicksal.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Die Szene beschrieb die Partie sehr gut:

Nikolai Goc will beim Wechsel der Tschechen schnell nach vorne spielen. Doch der Puck prallt an dem auf dem Eis liegenden Helm von Jakub Voracek ab (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Zwar bleibt die deutsche Mannschaft in Scheibenbesitz, der Schnellangriff muss jedoch abgebrochen werden.

"Wir hatten nicht das Glück auf unserer Seite", haderte Bundestrainer Uwe Krupp nach der 2:5-Niederlage zum Zwischenrundenabschluss gegen Tschechien (Bericht) mit dem Schicksal.

Kuriose Tore? "Das gehört dazu"

"Wir haben dieses Jahr ein bisschen Pech mit Gegentoren, wie wir sie kassieren", präzisierte Frank Hördler bei SPORT1 und sprach die beiden "Eigentore" im ersten Drittel an.

Bereits mit dem ersten Torschuss waren die Tschechen durch Tomas Plekanec in Führung gegangen. In den Schuss aus der Drehung hielt Justin Krueger seinen Schläger, der Puck schlug im Netz ein.

Auch die erneute Führung der Tschechen nach dem Ausgleich von John Tripp fiel kurios, als Michael Frolik Korbinian Holzer an den Oberschenkel schoss, von wo aus die Scheibe den Weg ins Tor fand.

"Aber das gehört dazu. Da fragt keiner mehr danach, wie die geschossen wurden", führte Hördler weiter aus.

Chancenauswertung als Manko

Der Berliner Verteidiger war mit der gezeigten Leistung dennoch zufrieden. "Wir haben sehr gut gespielt. Das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wieder", sagte er.

Und auch Krupp attestierte seiner Mannschaft eine gute Leistung, bemängelte aber die Chancenauswertung.

42:22 hieß am Ende das Schussverhältnis zu Gunsten der deutschen Mannschaft.

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"Im zweiten Drittel waren wir die aktivere Mannschaft, hatten die qualitativ besseren Möglichkeiten. Aber es geht nicht darum, wie viele Chancen du hast, sondern wie viele du nutzt. Da waren die Tschechen besser", sagte Krupp.

Wolf trifft das leere Tor nicht

Zwischen dem 1:3 durch Karel Rachunek (23.) und dem 1:4 durch Plekanec? zweites Tor (36.) berannte die deutsche Mannschaft den Kasten von Tschechiens Keeper Jakub Stepanek. Doch selbst beste Möglichkeiten blieben ungenutzt (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

"Wenn ich an die Chance von Michael Wolf denke", sagt Krupp. "Das Tor ist leer, aber er trifft den Torwart am Kopf. Das sagt für mich alles."

Tschechen treffen im Powerplay

Aber die DEB-Spieler schossen Tschechiens Nummer zwei, der Ondrej Pavelec ersetzte, auch richtig gehend warm.

"Der wirkte zu Beginn unsicher. Deswegen haben wir versucht viel zu schießen, aber die Verteidigung der Tschechen hat sehr gut gestanden, dass sie kaum gute Schüsse zugelassen hat", sagte Hördler. "Und dann hat er sich wohl etwas wohler gefühlt."

[kaltura id="0_chiyo93t" class="full_size" title="Krupp Fehler eiskalt ausgenutzt"]

Ein immer besser werdender Torwart, der durch einen Abpraller Tripps Ausgleich ermöglicht hatte, und eiskalt im Powerplay - das reichte den Tschechen um bereits vor dem letzten Drittel die Partie zu entscheiden.

Die taktische Ausrichtung war gut

Denn der Weltmeister nutzte seine Überzahlsituationen. "Die Special Teams sind auf dem hohen Level sehr wichtig. Man ist ein Mann mehr auf dem Eis, das muss man nutzen, weil bei Fünf-gegen-Fünf sehr wenige Fehler passieren", meinte Hördler.

Kai Hospelt hielt fest, dass die Spieler in Unterzahl nicht gut gestanden hätten. "Wir dürfen hinten nicht so naiv spielen", sagte der Wolfsburger Stürmer.

Dennoch fand auch Hospelt lobende Worte für das Auftreten. "Das ist die bisher beste Mannschaft der WM. Aber die haben uns nicht an die Wand gespielt", sagte er.

Krupp war vor allem mit der taktischen Ausrichtung seiner Mannschaft angetan. "Wir haben uns an das System gehalten, haben uns nicht auseinanderziehen lassen. Gegen eine osteuropäische Mannschaft musst du einen gewissen Stil spielen, das haben wir bis zum Schluss durchgezogen", sagte der Bundestrainer.

Optimistisch gegen Schweden

Die positiven Erkenntnisse will die Mannschaft ins Viertelfinale gegen Schweden am Mittwoch (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) nehmen.

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Und was waren die positiven Erkenntnisse?

"Wir haben gut gearbeitet. Die Stürmer haben wahnsinnig hart gearbeitet, die haben uns Verteidigern sehr geholfen, da müssen wir weitermachen und dann haben wir gegen die Schweden gute Chancen", sagte Hördler.

"Wir sind Stehaufmännchen"

Dennoch war das 2:5 gegen Tschechien für die DEB-Auswahl nach dem 4:5 gegen Finnland und dem 2:3 gegen Dänemark - beides Mal nach Penaltyschießen - die dritte Niederlage in Folge.

Leidet darunter nicht das Selbstvertrauen?

"Nein, das ist deshalb nicht angeknackst", meint Hördler. "Wir sind Stehaufmännchen. Wir marschieren trotzdem weiter. Das ist unsere Stärke."

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