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Schweden wurde bereits acht Mal Eishockey-Weltmeister © getty

Die "Tre Kronor" setzen im Viertelfinale gegen das DEB-Team auf junge Wilde. Im Tor steht der statistisch Beste Keeper der WM.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Die letzten Erfolge der schwedischen Eishockey-Nationalmannschaft verbinden die Fans hauptsächlich mit einem Namen: Peter Forsberg.

Sein entscheidender Penalty, der den Schweden im Finale 1994 Olympia-Gold in Lillehammer sicherte, ist auf einer Briefmarke festgehalten.

"Peter der Große" war Jahre lang Inbegriff des schwedischen Eishockeys.

Nach seinen großen Verletzungssorgen am Sprunggelenk, bekamen die Schweden mit den Sedin-Zwillingen Daniel und Henrik ein neues Gesicht - aber ausschließlich über die NHL und bei Olympia.

Das Brüder-Duo lief im Trikot der Tre Kronor seit 2001 nicht mehr bei Weltmeisterschaften auf.

Bei der diesjährigen WM in der Slowakei, wo das Drei-Kronen-Team am Mittwoch ihr Viertelfinale gegen die deutsche Mannschaft bestreitet (am Mittwoch ab 19:30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) , zeigen die Schweden ein neues Gesicht.

Der neue Trainer Pär Marts, der nach der WM in Deutschland Bengt-Ake Gustafsson beerbte, setzt auf eine Mischung aus jungen Wilden und routinierten

SPORT1 stellt die "Tre Kronor" vor.

Tor:

Mit Viktor Fasth steht im Kader der Schweden der statistisch gesehen beste Torwart. Seine Fangquote von 98,3 Prozent und drei Shutouts in vier Spielen sind WM-Bestwert. Einzig beim 5:2-Erfolg über die USA musste der Keeper zweimal hinter sich greifen.

Im Zwischenrundenendspiel gegen Kanada gab Marts dem Keeper eine Pause, setzte auf Erik Ersberg.

Doch trotz der drei Zu-Null-Spiele Fasths gegen Österreich, Frankreich und die Schweiz ist sich DEB-Stürmer John Tripp sicher: "Mit Dennis Endras haben wir den besten Keeper."

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Abwehr:

Mit Oliver Ekman Larsson und David Rundblad stehen zwei Verteidiger im Kader der Schweden, die Marts bereits aus seiner Zeit als Trainer der U-20-Junioren gut kennt. Ekman Larsson bildete zumeist mit Staffan Kronwall, Bruder von Detroits Niclas, eine Verteidiger-Paar.

Beim Spiel gegen Kanada pausierte Ekman Larsson. Der nachnominierte Rundblad erhielt dabei viel Eiszeit vom Coach.

Die Überraschung des Turniers ist David Petrasek. 35 Jahre zählt der Rookie vom KHL-Klub Dinamo Minsk, spielt aber seine erste WM. In Marts Team spielt er eine wichtige Rolle. Mit 2 Toren und 3 Assists belegt er bei den Verteidigern Platz eins in der Scorer-Wertung. Die ideale Ergänzung zu Petrasek hat Marts in Carl Gunnarsson gefunden.

Sturm:

Junge, schnelle Skater, mit technischen Fertigkeiten an der Scheibe: Gleich vier Stürmer des Jahrgangs 1990 oder jünger hat Marts mit Magnus Päärjärvi (Edmonton), Mattias Tedenby (New Jersey), Marcus Krueger (Chicago) und Jakob Silfverberg (von Ottawa gedraftet) in seinen Kader berufen.

Schwedens Paradereihe um Päärjärvi, Martin Thörnberg, der nur noch einer von fünf Spielern im Kader aus den beiden Erfolgen in der Euro Hockey Challenge ist, und Patrik Berglund kommt bereits auf 13 Punkte.

Was die Schweden so stark macht, ist die Tiefe. Mit Loui Eriksson steht ein 73-Punkte-Spieler aus der NHL in der zweiten Reihe, in der er zuletzt gemeinsam mit dem NHL-erfahrenen Robert Nilsson und Oldie Niklas Persson auflief. Die Talente Tedenby und Silfverberg wirbeln in der dritten Reihe (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

[kaltura id="0_ja3iczla" class="full_size" title="Schweden in der Favoritenrolle"]

Taktik:

Hört man den deutschen Spielern zu, sind die Schweden eine Mischung aus Tschechen und Finnen. "Sie spielen ein Tempo wie die Finnen. Die Tschechen dagegen verändern es immer wieder", sagt Frank Hördler.

"Das körperliche Spiel mögen sie nicht so, sind technisch sehr versiert. Das körperliche Spiel wie es die Finnen spielen, ist nicht ihr Ding. Da sind sie wie die Tschechen", meint Felix Schütz.

Uwe Krupp erwartet von den Schweden viel Zug zum Tor mit technischer Raffinesse und schlittschuhläuferischen Qualitäten. Dem setzt er "körperliche Robustheit, Einsatzwille und Kampfgeist" entgegen.

Bisheriger Turnierverlauf:

Nach dem Katastrophenstart gegen Norwegen, als erstmals seit 61 Jahren eine Partie gegen den Nachbarn verloren wurde und Rickard Wallin derbe Kraftausdrücke für die Leistung fand (Bericht), hat sich das Team gefangen.

Vor allem in der Defensive, zeigt sich das Drei-Kronen-Team von Spiel zu Spiel besser. "Wir halten den Gegner besser vom Tor weg", sagt Petrasek zum Fortschritt (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

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Mit der Hereinnahme von Fasth für Ersberg wurden die anschließenden vier Spiele alle gewonnen. Einzig die abschließende Partie gegen Kanada - wieder mit Ersberg - ging verloren.

Allerdings waren in Schweden anschließend alle erfreut, denn nun wartet im Viertelfinale Deutschland anstelle von Russland.

DEB-Verteidiger Braun meinte dazu nur: "Wenn der Schwede denkt, wir sind der leichtere Gegner, dann soll er das denken. Wir werden ja sehen."

(Portrait: Neue Schweden - Junge Wilde, alte Rookies)

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