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Der letzte WM-Sieg einer DEB-Auswahl gegen Schweden liegt 19 Jahre zurück © getty

Constantin Braun und das DEB-Team gehen hochmotiviert ins Viertelfinale gegen Schweden. Der Ärger ist verflogen.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Ein kurzer Aufschrei, ein Kopfschütteln, dann ging es weiter.

Ähnlich schnell wie der Ärger über die vergebene Chance war bei Constantin Braun der Ärger über die Niederlage gegen Tschechien verflogen. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Die Stimmung in der Mannschaft ist gut", sagt Bundestrainer Uwe Krupp vor dem Viertelfinale gegen Schweden (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Keine Zurückhaltung

Trotz der dritten Niederlage in Folge gehen die Spieler das Viertelfinale gegen die favorisierten "Tre Kronor" mit viel Selbstvertrauen an.

Kein vorsichtiges, leises Zurückhalten vor dem Duell mit dem achtmaligen Weltmeister, vielmehr laute Kampfansagen.

"Ich will jedes Spiel gewinnen. Ich bin hierher gekommen, um Gold zu holen", tönt Braun und gibt sich überzeugt: "Wir können alles schaffen." (STATISTIK: Goalgetter und Hexer)

Wohlfühlen als Außenseiter

Die Rolle des Underdogs liegt trotz der Goldambitionen Brauns bei der deutschen Mannschaft. Und in dieser Rolle fühlte sie sich zum WM-Auftakt gegen Russland und gegen die Slowakei sehr wohl.

Zumal die Favoriten die DEB-Auswahl wohl doch noch nicht als ernsten Konkurrenten wahrgenommen haben. "Die großen Nationen haben zwar mittlerweile schon ein bisschen Respekt vor uns, aber nicht den, der uns eigentlich gebührt. Da ist immer noch ein bisschen Arroganz dabei", hat Braun festgestellt.

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Endras im Tor

Felix Schütz hofft, dass dieser Aspekt erfolgversprechend ist. "Vielleicht hilft es uns, wenn die Schweden gesehen haben: 'Hey die haben 2:5 verloren.'"

Der Erfolgsgarant vom Russland-Spiel, Dennis Endras, steht auch gegen die Schweden im Tor. "Ich spiele", bestätigte er SPORT1.

Nachdem Krupp zu Beginn rotieren ließ und gegen die Slowakei Dimitri Pätzold ins Tor stellte, hat er sich seitdem auf Endras festgelegt.

Für den Augsburger wird es das fünfte Spiel in Folge beim Turnier.

13 Stürmer, 7 Verteidiger

Wieder mitwirken werden auch Marcus Kink und Frank Mauer. Beide hatte Krupp gegen Tschechen eine Pause verordnet.

[kaltura id="0_xkq53d5v" class="full_size" title="Zuversicht vor dem Viertelfinale"]

Im Abschlusstraining bildeten sie eine Reihe mit Alexander Barta. Für die beiden Mannheimer rutschen Daniel Kreutzer und Thomas Greilinger aus dem Team.

Damit hält Krupp an seinem System mit 12 Stürmern und 8 Verteidigern fest, nachdem er zu Turnierbeginn auf 13 Angreifer, dafür aber auf nur 7 Abwehrspieler gesetzt hatte.

Kink ist heiß auf das Spiel und hat die Fehler gegen Tschechien von der Tribüne aus analysiert, aber auch Positives festgestellt: "Wir waren taktisch besser als gegen Dänemark", meint der Mannheimer.

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"Hart gegen den Körper"

Ein Erfolgsrezept hat er auch: "Wir müssen hart gegen den Körper spielen. Das mögen die Schweden nicht."

Und Schütz meint: "Wir müssen uns auf uns konzentrieren, defensiv gut stehen, hart spielen und die Scheiben aufs Tor bringen."

Dazu braucht die Mannschaft ein wenig Glück, das in den vergangenen Partien den Deutschen abhanden gekommen zu sein scheint.

Kuriose Gegentreffer

Zwei "Eigentore" gegen die Tschechen, zwei gegen Finnland, dazu noch ein "Helmtor" eines finnischen Angreifers - die offizielle Seite des Weltverbandes hat die kuriosen Tore bereits zum Thema gemacht.

Bundestrainer Krupp meint zu den Gegentoren nur: "Es ist halt nun mal so. Man braucht auch immer ein bisschen Glück."

Sportdirektor Franz Reindl fleht daher: "Hoffentlich haben wir unser Glückspulver nicht verschossen."

Der Deutsch-Kanadier will von Pech jedoch nichts wissen und lässt sich die Laune nicht vermiesen. Stattdessen lacht er und sagt: "Negativ reden ist einfach, aber scheiße."

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