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Niklas Persson (o.) lässt DEB-Keeper Dennis Endras keine Chance und erzielt das 3:1 © getty

Die DEB-Auswahl scheitert im Viertelfinale an überlegenen Schweden. Nur kurz keimen die Hoffnungen auf eine Sensation auf.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Der Traum von der zweiten Halbfinal-Teilnahme in Serie ist geplatzt. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist im Viertelfinale der WM in der Slowakei ausgeschieden.

Die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp musste sich den favorisierten Schweden mit 2:5 (1:2, 1:2, 0:1) geschlagen geben.

Tore von Alexander Barta (3.), Michael Wolf (39.) reichten dem DEB-Team nicht. Für die Skandinavier waren Martin Thörnberg (1./49.), Patrik Berglund (16.), Niklas Persson (25.), Loui Eriksson (29.) erfolgreich 400166(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Die Tre Kronor treffen nun am Freitag (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auf Weltmeister Tschechien, das am Nachmittag die USA aus dem Turnier befördert hatte (Bericht).

Erneut ein frühes Gegentor

Einmal nicht einem frühen Rückstand hinterherlaufen, hatte sich die deutsche Mannschaft vorgenommen.

Aber daraus wurde nichts. Wie schon gegen Finnland und Tschechien kassierte sie in den ersten 60 Sekunden, wieder nach einem Eigentor.

Diesmal dauerte es 27 Sekunden. Diesmal hieß der Leidtragende Robert Dietrich. Der Verteidiger fälschte einen Schuss Thörnbergs vom Bullykreis ins eigene Netz ab.

Und die Schweden schienen die DEB-Auswahl zu überrollen. Nur eine Minute später rettete Dennis Endras erst gegen Mattias Tedenby, anschließend gegen Marcus Krueger in höchster Not.

"Genau das wollten wir vermeiden"

Felix Schütz wollte seinen Frust nach der deutlichen Niederlage nach dem Spiel nicht verbergen. "Wir sind natürlich enttäuscht. Wir haben gedacht, dass vielleicht mehr drin ist. Aber Schweden war die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen."

"Wir haben in der ersten Minute wieder ein blödes Tor bekommen und mussten wieder einem Rückstand hinterherlaufen, genau das wollten wir eigentlich vermeiden", beschrieb Schütz das frühe Gegentor.

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DEB-Team schlägt sofort zurück

Doch die Krupp-Truppe zeigte ihre Comeback-Qualitäten. Nach feinem Pass von Frank Mauer lief Barta auf Schwedens Keeper Viktor Fasth zu und überwand ihn mit einem Schlenzer in den Winkel.

Gerade einmal 121 Sekunden waren gespielt.

Und es entwickelte sich ein munteres Hin und Her mit deutlich mehr Spielanteilen bei den Schweden. Doch die deutsche Mannschaft blieb bei Kontern gefährlich.

Positives Turnierfazit von Krupp

Chancen waren da - doch genutzt wurden wenige. Bundestrainer Uwe Krupp haderte mit den erneut zahlreich vergebenen Möglichkeiten.

"Es hat am Ende nicht ganz gereicht. Wir haben, wie gegen die Tschechen auch, einige hochkarätige Chancen gehabt. Das zeigt ja schon, dass der schwedische Torwart als bester Spieler ausgezeichnet worden ist", so Krupp

Trotz der Niederlage zog der Coach ein überaus positives Turnierfazit. "Wir haben in jedem Spiel konstant gespielt, haben nie aufgesteckt. Man kann stolz sein, wie die Mannschaft hier gespielt hat. Wir haben alle Erwartungen übertroffen. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen", resümierte der Bundestrainer.

Tripp scheitert am Außenpfosten

In der neunten Minute hatten die Schweden das Glück auf ihrer Seite, als John Tripp nach Holzers Schuss der Puck vor den Schläger sprang, der Kölner Stürmer aber am Außenpfosten scheiterte (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

Aber auch Endras half das Gestänge (11.). Tim Erixon zog von der blauen Linie ab, traf den Oberkörper von Denis Reul, von wo aus der Puck gegen die Latte sprang.

[kaltura id="0_reblff1s" class="full_size" title="Deutschland unterliegt Schweden"]

Berglund lässt Endras keine Chance

Fünf Minuten später war dann aber auch der Augsburger Keeper machtlos. Als Tripp einen Pass an der blauen Linie abfing, den Puck nach vorne spielte, reagierte Fasth schnell.

Er passte auf Thörnberg, der Philip Gogulla aussteigen ließ.

Thörnberg passte in die Mitte auf Berglund, der mit einem platzierten Schlenzer Endras keine Chance ließ.

Schütz scheitert an Fasth

Die deutsche Mannschaft stand noch kurz vor der Drittelpause vorm erneuten Ausgleich.

Tripp zog vom rechten Flügel ab, Fasth ließ den Puck abprallen, Felix Schütz stocherte nach, brachte den Puck aber nicht an Fasth vorbei ins Tor.

Tic-Tac-Toe - Tor!

Mit Beginn des zweiten Drittels hatte die Krupp-Truppe dem schwedischen Ansturm kaum noch etwas entgegenzusetzen.

Vor allem die erste Sturmreihe um Thörnberg, Berglund und Päärjärvi bekam das DEB-Team nicht in den Griff. Die Skandinavier schnürten die Deutschen in ihrem Drittel ein, Endras stand und Dauerbeschuss.

Das 3:1 war nur die logische Folge (25.). Oliver Ekman Larsson tanzte in der eigenen Zone erst Marcel Müller aus, passte auf Robert Nilsson, der Persson in Szene setzte. Tic-Tac-Toe ? Tor!

Schweden zu verspielt

Und die Schweden ließen nicht nach. Tedenby spielte Kevin Lavallee Endras schwindelig (27.), Endras brachte gerade noch die Schulter hoch.

Zwei Minuten später war es dann doch soweit: Mit Ablauf von Kai Hospelts Strafzeit schob Eriksson einen Rebound an Endras ins Tor (29.).

Die deutsche Mannschaft konnte sich zweitweise glücklich schätzen, dass die Schweden zu verspielt waren, die Partie wäre sonst frühzeitig entschieden gewesen. 13:2 hieß das Schussverhältnis in den ersten 13 Minuten des zweiten Durchgangs.

[kaltura id="0_d4bdwoio" class="full_size" title="Barta Tolles Turnier gespielt "]

Rankel trifft die Latte

Erst durch ein Powerplay fand die DEB-Auswahl wieder zurück in die Partie und erspielte sich Möglichkeiten. Lavallees Schuss parierte Fasth (34.), Rankels Knaller stand die Latte im Weg (35.).

Dann aber hatte auch die deutsche Mannschaft das Glück auf ihrer Seite und mit ihm keimte noch einmal kurz die Hoffnung auf. Rankel passte aus der Rundung vor den Kasten, Wolf steckte den Schläger rein, von wo aus der Puck auf Fasths Rücken prallte und ins Tor.

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Thörnberg mit der Entscheidung

Auch zu Beginn des Schlussabschnitts blieb das Glück der Krupp-Truppe hold, als die Schiedsrichter ein Tor von Robert Nilsson nicht anerkannten (43.).

Schwedens fünftes Tor, als Thörnberg einen Rebound nach Berglunds Schuss verwandelte, beendete die Träume vom Halbfinale dann endgültig (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

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