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Uwe Krupp (M.) erreichte 2010 mit Deutschland das WM-Halbfinale © getty

Die Verbandsspitze präsentiert sich nach dem WM-Aus bei der Trainerfrage erfolglos. Krupp ist nun doch der erste Nachfolgekandidat.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Offen wollten sich DEB-Präsident Uwe Harnos und Vizepräsident Manuel Hüttl den Journalisten präsentieren.

Zu einer Diskussionsrunde hatte die Führungsspitze des Deutschen Eishockey Bundes nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen Schweden bei der WM in der Slowakei geladen.

In dem Gespräch gab Harnos nun zu, seine Meinung zu Uwe Krupp zu überdenken.

Vor dem Turnier hatte er noch kundgetan, dass eine Doppellösung mit Krupp als Coach der Kölner Haie und Bundestrainer nicht in Frage komme.

"Ralph Krueger stand ganz oben auf der Liste"

"Wir werden uns mit ihm zusammensetzen und sprechen", sagte der Verbandsboss. "Dann werden wir am Montag noch mal mit der DEL sprechen und eine Entscheidung treffen", kündigte er weiter an.

Denn wie Harnos bestätigte, hätten alle Kandidaten abgesagt.

"Es gab eine Prioritätenliste. Auf der stand Ralph Krueger ganz oben", sagte der DEB-Präsident.

Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer ist jedoch noch bis 2012 an den NHL-Klub Edmonton Oilers gebunden und gab dem DEB einen Korb.

Keine Freigabe für Top-Kandidaten

Zudem befanden sich laut Harnos in der "Ersten Kategorie" Mannheims Coach Harold Kreis, der die letzten beiden Weltmeisterschaften an der Seite Krupps als Assistenztrainer arbeitete, und Pavel Gross von Vizemeister Wolfsburg.

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Sowohl Kreis als auch Gross erhielten von ihren Klubs keine Freigabe.

Als Kandidaten der zweiten Kategorie bezeichnete er Toni Krinner von den Hannover Scorpions, Augsburgs Larry Mitchell und Axel Kammerer vom Zweitligisten Schwenningen.

Krupp stellt Bedingungen

Nun muss der Präsident einen Rückzieher machen - mangels Alternativen.

Und eine weitere Rolle rückwärts würde fällig werden, sollte Krupp dem DEB als Bundestrainer erhalten bleiben.

Denn der 45-Jährige knüpft eine Fortsetzung an Bedingungen, zu denen auch der Verbleib des von Harnos entmachteten Franz Reindl gehört.

"Grundvoraussetzung ist, dass das bestehende Team zusammenbleibt", sagte Krupp und hielt explizit fest: "Franz Reindl gehört auch dazu."

Reindl nur noch Generalsekretär

Der populäre Ex-Nationalspieler hatte erst kurz vor der WM seinen Posten als Sportdirektor aufgegeben. Sein Vertrag war nur als Generalsekretär verlängert worden.

Für den Sport soll Reindl, der seit 1992 im Amt ist, künftig nicht mehr zuständig sein.

Von dieser Entscheidung rückte der DEB-Präsident noch nicht ab. "So haben wir uns geeinigt und einen Vertrag unterschrieben."

Grünes Licht von den Haien

Krupps zukünftiger Arbeitgeber gibt für eine Beschäftigung als Bundestrainer Grünes Licht. "Aus der Kölner Sicht ist das kein Problem", sagte der ehemalige NHL-Profi.

Auch die Spieler stehen hinter Krupp und stünden einer Fortsetzung seiner Tätigkeit sehr positiv gegenüber.

"Alle wären sehr, sehr froh, wenn Uwe noch ein Jahr dranhängen würde", sagte Stürmer Alexander Barta.

[kaltura id="0_ugkwaro2" class="full_size" title=" Stolz auf meine Mannschaft "]

Holzer: "Da entwickelt sich was"

Und Verteidiger Korbinian Holzer ergänzte: "Alle wissen, dass Uwe gute Arbeit geleistet hat. Sein Konzept ist über Jahre aufgegangen. Wir spielen attraktives Eishockey, halten international gut mit und sind alle noch recht jung. Da entwickelt sich was."

Ob diese Argumente für eine Weiterbeschäftigung allerdings reichen, weiß der Nordamerika-Profi nicht. "Es liegt nicht in unserer Hand, das machen dann die ganz großen Leute", meinte er süffisant.

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